Wolf in der Prignitz : Hunde sollen Schafe beschützen

Passen auf, dass die Herde schön zusammenbleibt: Herdenschutzhunde
Passen auf, dass die Herde schön zusammenbleibt: Herdenschutzhunde

Einsatz der tierischen Bodyguards gegen Wölfe und andere Räuber am Elberadweg in der Prignitz

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16. Mai 2017, 05:00 Uhr

Zum Schutz der Schafe vor Wölfen oder Greifvögeln sollen noch in diesem Jahr speziell ausgebildete Herdenschutzhunde entlang des hiesigen Elberadweges eingesetzt werden. Darüber informierte gestern Lysann Jacob, Bereichsingenieurin des Landesamts für Umwelt. „Für Touristen, Radfahrer, Spaziergänger oder auch Skater bedeutet das, bestimmte Verhaltensregeln einzuhalten“, so Lysann Jacob. Dafür gibt es Informationsmaterial, zum Beispiel zur Schafbeweidung auf Deichen und ein Comic der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe, in dem thematisiert wird, wie ein Herdenschutzhund tickt. Diese Broschüren sind allerdings noch nicht erhältlich. Auf der Internetseite www.ag-herdenschutzhunde.de sind die Tipps abrufbar. Das Landesamt für Umwelt wird zudem zusätzliche Hinweisschilder an den Deichen aufstellen lassen. Acht Schäfereien, vier davon im Haupterwerb, unterhalten in der Prignitz etwa 115 der insgesamt 126 Deich-Kilometer. „Schäfer aus anderen Gebieten haben schon gute Erfahrungen mit den Herdenschutzhunden gemacht. Deswegen wollen wir das auch versuchen“, so Lysann Jacob. Ein Argument für diese Initiative: „Wenn die Schäfer nichts dafür tun, ihre Tiere vor einem Angriff durch Räuber zu schützen, bekommen sie im Ernstfall keine Entschädigung für gerissene Schafe.“

Die Tiere sorgen durch den Druck ihrer Klauen dafür, dass der Boden sich verfestigt und Schlupflöcher von Wühltieren verfüllt werden. Somit sorgen die Schafe mit für den guten Zustand der hiesigen Deiche. Von diesem haben sich gestern Vertreter des Landesamtes für Umwelt, des Kreises, der Wasserschutzpolizei und des Amtes Bad Wilsnack/Weisen bei der Frühjahrsdeichschau überzeugt. Die Kontrolle führte von Wentdorf bis nach Scharleuk. „Die Deiche sind in einem sehr guten Zustand. Es gibt vereinzelte Absenkungen auf dem Deichkronenweg am Gewässer namens Salvin (Rühstädter Bogen), auf dem Mitteldeich nahe des Gnevsdorfer Wehrs Richtung Quitzöbel und kurz vor Gnevsdorf auf dem Elbdeich“, so Falko Dietsch von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises. Diese Stellen werden demnächst genauer überprüft und ausgebessert. Auch die Perleberger Chaussee/L11 zwischen Weisen und Wittenberge wird noch einmal Thema. „Die Straße liegt unterhalb der Hochwasserschutzlinie von 7,99 Metern. Es ist klar, dass die Straße und auch der Radweg angehoben werden müssen. Wir werden einen gesonderten Termin machen, um das weitere Verfahren zu besprechen“, so Falko Dietsch.

 
 

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