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Gerichtsbericht Bad Wilsnack : Hund erschnüffelt Drogen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der 54-jährige Thomas V. soll mit Amphetaminen, Kokain und Cannabis gehandelt haben

von
erstellt am 30.Jan.2015 | 20:00 Uhr

Der 54-jährige Thomas V. aus der Region Bad Wilsnack/Weisen muss sich wegen Drogenhandels vor dem Landgericht Neuruppin verantworten.
Versteckt unter Laub und Ästen unweit des Gartengrundstücks von Thomas V. in Wittenberge entdeckten Polizeibeamte mehrere Müllsäcke mit Amphetaminen, Kokain und Cannabis. Den Hinweis hatte ihnen Michael M. am 10. April 2014 gegeben. Er hatte zudem zugegeben, im Auftrag von Thomas V. Betäubungsmittel verkauft zu haben. Nicht nur diese Aussage kostete Thomas V., der noch am gleichen Tag festgenommen wurde, die Freiheit. Auch Maik S. hatte ihn belastet. Der 40-Jährige war im August vergangenen Jahres zu vier Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden, weil er in Perleberg, Karstädt und in Grabow (Mecklenburg-Vorpommern) mehrere Cannabis-Plantagen betrieben hatte. Einer seiner Abnehmer soll laut seiner damaligen Aussage Thomas V. gewesen sein. Allein von Maik S. soll er 93 Kilogramm Marihuana bezogen und weiter verkauft haben.

Wegen Drogenhandels von November 2011 bis April 2014 muss sich der 54-jährige Thomas V. vor der dritten Großen Strafkammer des Landgerichts Neuruppin verantworten. Er schweigt. Denn eine Verständigung zwischen allen Prozessbeteiligten endete ergebnislos.

Für Verteidiger und Staatsanwaltschaft wäre eine Gesamtstrafe von vier Jahren angemessen gewesen, den Richtern war das zu wenig. So muss nun ein Verfahren mit allen in Betracht kommenden Zeugen durchgeführt werden. Den Anfang machten gestern drei Polizeibeamte.

Laut Kriminalhauptkommissar Jens M. war der Angeklagte als Abnehmer größerer Menge über etwa ein Jahr im Gespräch. Die wenigen Tage, die dieser überwacht wurde, hätten keine relevanten Erkenntnisse gebracht. Für eine durchgängige Observation fehlten die Leute. Am 10. April plauderte dann Michael M. in der Polizeidirektion Perleberg. „Er hat ungefragt und spontan Angaben zu Thomas V. gemacht“, sagt Jens M. Daraufhin wurde Thomas V. noch am selben Tag festgenommen. Gleichzeitig wurden sein Haus und sein Grundstück durchsucht. Das war das Ergebnis des Gesprächs mit Michael M., sagte der Polizeibeamte André S. Anhand seiner Aussage hätten sie eine Skizze erarbeitet, wo das Erdversteck zu finden sei. Die Kollegen wurden auch fündig. Ein Drogenspürhund hatte die versteckten Drogen geschnüffelt. Michael M. habe noch mehr offenbart bei jenem Gespräch, unter anderem von einer Fahrt nach Oranienburg gesprochen, wo Thomas V. offensichtlich Drogen besorgt hatte. „Michael M. war im Redeschwall“, sagte André S. Seinem Eindruck nach wollte dieser reinen Tisch machen, hatte aber zugleich Angst vor Thomas V. Das sei offensichtlich gewesen, als beide zufällig im Polizeigebäude aufeinander trafen und M. angefangen habe zu zittern.

„Wir widersprechen, dass die Aussage von Michael M. in diesem Verfahren verwertet wird“, sagten die Verteidiger. Es sei keine offizielle Vernehmung gewesen und als Zeuge sei er nicht ordnungsgemäß belehrt worden.

Michael M. soll nun beim nächsten Mal als Zeuge gehört werden. Da sein eigenes Verfahren noch nicht abgeschlossen ist, kann es sein, dass er nichts sagen wird. Mehr Versprechen kann sich das Gericht von Ex-Plantagenbetreiber Maik S., der bereits verurteilt ist. Am 19. Februar wird weiter verhandelt.

 

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