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Der Prignitzer

23. November 2017 | 21:44 Uhr

Hubschrauberstaffel gegen Randalierer

vom

svz.de von
erstellt am 01.Apr.2013 | 05:14 Uhr

Wittenberge | Sonnabend kurz nach 18.30 Uhr: Der Bahnhofsvorplatz von Wittenberge wird großräumig abgesperrt, nichts geht mehr über den Bahnübergang. Fünf Hubschrauber der Bundespolizei landen unmittelbar vor dem Bahnhofsgebäude. Rund 50 Uniformierte laufen in Richtung Bahnsteig und besteigen den Zug aus Stendal.

Derweil können auch Reisende wieder den Übergang passieren, um ihren Zug zu erreichen. Kinder beäugen neugierig die Hubschrauber, etliche Passanten und Anlieger verfolgen das Geschehen. Eine halbe Stunde später heben die Hubschrauber wieder ab, der Zug rollt ohne Vorkommnisse aus dem Bahnhof.

Ursache für den Großeinsatz war das Drittligaspiel VfL Osnabrück - FC Hansa Rostock, bestätigt auf Nachfrage Thorsten Peters, Sprecher der Bundespolizeidirektion Berlin. Bereits auf der Hinfahrt mit der Bahn haben an die 165 Hansa-Fans ihrem Verein leider wieder einmal alles andere als Ehre gemacht. Während die Mehrheit der Rostocker Fußballbegeisterten friedlich per Bahn über Hamburg und Hannover zum Spiel anreisen und dieses auch pünktlich zu Spielbeginn erreichen, werden über Hundert besonders aggressive Zeitgenossen auf dem Hauptbahnhof Hannover aus dem Verkehr gezogen. Für sie, wie auch für sieben Fans, die aus Richtung Magdeburg anreisen, ist die Fahrt hier zu Ende. Sie hatten nicht "nur Polizeibeamte auf der Fahrt nach Braunschweig bedroht und beleidigt", wie es im Bericht der Polizei Hannover auf ihrem Polizeiportal heißt, sondern auch Reisende, die zustiegen, behindert. Zudem hatten sie offensichtlich den Zug in eine Müllhalde verwandelt. Und dabei floss auch reichlich Alkohol.

Ohne es gesehen zu haben, ist für 165 dieser vermeidlichen Hansa-Fans das Spiel gelaufen, ihre Identitäten wurden festgestellt und dann geht es für sie umgehend auf dem Schienenweg zurück, begleitet von Beamten der Bundespolizei, so Thorsten Peters von der Pressestelle. Unterwegs werden zusätzliche Kräfte angefordert, eine sogenannte beweissichernde und Festnahmeeinheit, wie der Polizeisprecher erklärt, da man weitere Ausschreitungen befürchtet. In Wittenberge, wo sich noch rund 100 Fans im Zug befinden, soll diese dann zusteigen. Fünf Polizeihubschrauber bringen jene Einheit in die Elbestadt.

Hier kann man sich noch gut an den Polizeieinsatz vor einigen Jahren erinnern, wo Hansa in Braunschweig antrat. Rostocker Fußballanhänger hatten damals den Stendaler Bahnhof, wo sie auf der Reise umsteigen mussten, massiv demoliert. Etliche Scheiben gingen da zu Bruch, erinnert sich Oliver Knoll, Sportredakteur beim "Prignitzer".

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