FEINFÜhLIGE BEGLEITER FÜR SCHWERSTKRANKE : Hospizhelfer muss Menschen lieben

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DRK sucht Nachwuchs für dieses besondere Ehrenamt vor allem im Raum Wittenberge.

svz.de von
29. Juli 2014, 12:00 Uhr

Der alte Herr hält sein Hochzeitsbild in der Hand. Seine Frau lebt schon lange nicht mehr. Er selbst ist schwerkrank. Aber die Erinnerung an die Hochzeit macht ihn glücklich, lässt ihn aufleben. Er erzählt Christa Seibert von diesem schönen Tag, kommt auf seine Arbeit zu sprechen. Als Handwerker war er gut, obwohl er gern Lehrer geworden wäre. Das konnte er sich nicht leisten, hatte keine Eltern mehr, die ihn unterstützen konnten. Christa Seibert hört zu, wirft hier und da eine Frage ein. Sie ist interessiert an dem, was der Senior von seinem Leben zu berichten hat. Für den Wittenberger sind es Stunden, die er nicht allein mit sich in der Wohnung verbringen muss.

Christa Seibert gehört zu jenen 34 Damen und Herren, die im Ehrenamt eine Aufgabe übernommen haben, für die man besondere menschliche Qualitäten mitbringen muss. Sie ist ambulanter Hospizhelfer, begleitet, wie auch die anderen, Schwerstkranke, schenkt ihnen Zeit. „Wer als Hospizhelfer wirken möchte, muss mit Sterben, Tod und Trauer umgehen können. Gleichzeitig muss er Menschen lieben“, sagt Christel Wendt, seit 14 Jahren Leiterin des Hospizdienst beim Deutschen Roten Kreuz Prignitz.

Das DRK möchte seinen Stamm an Hospizhelfern vergrößern. „Das gilt vor allem für den Bereich Wittenberge“, sagt Christel Wendt und wirbt um Menschen, die sich die Begleitung von Schwerstkranken und Sterbenden zu trauen: zu Hause oder auch in Pflegeeinrichtungen.


Lehrgang bereitet auf die Aufgabe vor


Denjenigen, die dieses schwierige Ehrenamt übernehmen, bietet das DRK eine Lehrgang für Hospizhelfer. Er ist ab September vorgesehen und findet jeweils an einem Wochenende im Monat statt. Wichtig ist Christel Wendt die Abgrenzung des Hospizdientes von den Pflegediensten. „Damit haben unsere Helfer nichts zu tun. Sie sind da, wenn die Menschen jemanden zum Zuhören und Erzählen benötigen, lesen vor und unternehmen, soweit noch möglich, gemeinsam Spaziergänge.“ Völlig egal seien Geschlecht, Alter, Konfession eines Hospizhelfers. Bedeutsam ist nur, dass er sich Zeit für andere nimmt.

Aus den vielen Jahren ihres Engagements weißt Christa Seibert, dass man keine pauschalen Aussagen treffen kann, wie häufig und wie lange man jemanden besucht. „Das ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich.“ „Und das teilt sich auch jeder unserer Helfer selbst ein“, fügt die Leiterin des Hospizdienstes an. So mancher der Helfer ist seit Beginn des Hospizdienstes beim Prignitzer DRK im Jahr 2000 dabei. „Wir sind froh, dass wir auf einen solch guten Stamm bauen können“, sagt Christel Wendt. Und trotzdem müsse sich das Deutsche Rote Kreuz um Nachwuchs bemühen.


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