Ehre zum 350. des Theologen Arnold : Hommage an Gottfried Arnold

Eine Gedenktafel am Rundpfeiler der St. Jacobikirche erinnert an den Theologen und Philosophen Gottfried Arnold. Superintendent Daniel Feldmann und Martina Hennies von der Stadt mit dem Perleberg Heft, das Arnold gewidmet ist.
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Eine Gedenktafel am Rundpfeiler der St. Jacobikirche erinnert an den Theologen und Philosophen Gottfried Arnold. Superintendent Daniel Feldmann und Martina Hennies von der Stadt mit dem Perleberg Heft, das Arnold gewidmet ist.

Perleberger Heft dem 350. Geburtstag des bedeutenden Theologen gewidmet, dessen letzte Lebensstation Perleberg war

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26. August 2016, 12:00 Uhr

Am 5. September jährt sich zum 350. Mal der Geburtstag von Gottfried Arnold, der 1707 an der Perleberger St. Jacobikirche die Pfarrstelle sowie das Amt des Superintendenten annahm und sieben Jahre später hier im Alter von 47 Jahren verstarb. Dem Lyriker und Theologen Gottfried Arnold ist das Perleberger Heft Nummer 15 gewidmet, das jetzt druckfrisch in der Stadtinformation erhältlich ist. Finanziert wurde es vom Perleberger Bürgerverein.

Auf einen kurzen Nenner gebracht ist das Heft eine Hommage an Gottfried Arnold. Während in der Broschüre, die 1995 erschien, die Bemühungen Arnolds um die Verbesserung des Schulwesens im Mittelpunkt standen, „wird nun eine weitere Facette seines intellektuellen Nachlasses vorgestellt“, so Martina Hennies vom Kulturamt der Stadt. „Eine überaus spannende“, betont Daniel Feldmann, der heutige Nachfolger von Superintendent Arnold. „Reden vom Verborgenen“, so der Titel, der vielleicht schon erahnen lässt, dass mit dem Heft etwas Besonderes auf 36 Seiten veröffentlicht wurde.

Der erste Teil widmet sich der Lyrik von Arnold. Es sei schon ein Glücksfall, Originalzeilen aus der Feder Arnolds und dazu die Interpretationen des Literaturwissenschaftlers Dr. Roger Friedrich (Schweiz) lesen zu dürfen, denn die Auswahl der Arnold-Gedichte ist keine leichte Kost, betont Martina Hennies.

Im Mittelpunkt des zweiten Teils steht Arnolds „Sündfluth-Predigt“ – die kaum verbreitet ist und von der Auszüge im Originalwortlaut abgedruckt sind.

Am 14. und 15. Februar 1709 suchte ein Hochwasser Perleberg heim, überflutete Straßen, Plätze, setzte Häuser und Mauern unter Wasser, stürzte Menschen in Not. Arnold hielt am Sonntag von der Kanzel der St. Jacobikirche die legendäre fast dreistündige „Sündfluth-Predigt“. „Seine Worte sind strenge Mahnung und mitfühlender Trost gleichermaßen“, umschreibt Martina Hennies sie. In dem Gott die Wasserflut schickte, ermahnte er den Bürger, umzudenken und das eigene Handeln zu überdenken. Arnold zielte dabei unter anderem darauf ab, dass jene sich mehr in Trinkhallen als in der Kirche aufhielten, und, dass der Sonntag, der Tag des Herren, auch als solcher begangen werde, sprich die Arbeit ruhe.

Es sei nicht die Taufe, die die Menschen in die Kirche führe, es ist zumeist ein Bekehrungserlebnis, so Daniel Feldmann. Die „Sündfluth“ ist es in Arnolds Predigt. Gerade im 17. Jahrhundert gab es so eine regelrechte Inflation von Buß- und Bettagen. Auch in Perleberg, als der Superintendent Gottfried Arnold die Bußpredigt Invocavit hielt, die Ausdruck seiner tiefen Frömmigkeit war, wie sein heutiger Nachfolger es in der Betrachtung beschreibt.

Ein Gleichnis – das Elbehochwasser 2002 und 2013. Urplötzlich war unsere Region ein Katastrophengebiet. Was tröstet, was orientiert, was schafft Zuversicht? Antworten zu diesen allgegenwärtigen Fragen sucht der Theologe Feldmann in der Predigt Arnolds ebenso wie der Publizist Friedrich in der Lyrik Arnolds. Auf die Sinnsuche wird der Leser mitgenommen.  

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