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Der Prignitzer

21. November 2017 | 20:39 Uhr

Sturmschäden : Holzpreise bleiben stabil

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Forstbetriebswirt erwartet nach dem Sturm keinen Preisverfall. Aufräumarbeiten im Wald werden Monate dauern und sollten Experten machen.

von
erstellt am 09.Okt.2017 | 18:15 Uhr

90 Prozent der Waldwege im Gadower Forst seien nicht befahrbar. Angebrochene Äste in den Kronen und Bäume, die sich über Wege neigen, auf der Gegenseite gerade noch so gehalten werden, seien unberechenbare Gefahren, warnt Holger Galonska. Er ist Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Ferbitz, in der 230 Waldbesitzer Mitglied sind. Niemand sollte spazieren gehen und wer Pilze suchen möchte, sollte das nur in Waldstücken machen, wo keine umgestürzten Bäume liegen.

In Böen sei der Wind mit bis zu 120 km/h auf Wälder gestoßen. „Zum Glück gibt es keinen großflächigen Wurf. Meistens sind es bis zu 100 Meter lange und 20 Meter breite Gassen, die Xavier gerissen hat“, sagt Galonska. Besonders betroffen sind Laubbäume. „Durch den vielen Regen haben sie ein besonders dichtes Blätterwerk ausgebildet, sind dadurch schwerer und die Nässe hat die Böden aufgeweicht“, erklärt der Experte. Vier Wochen später hätte der Sturm deutlich weniger Schäden angerichtet.

Wer kein Fachmann sei, könne die Gefahren schwer abschätzen, so Galonska. Deshalb sollten Laien den Windwurf nicht selbst aufarbeiten. Die Aufarbeitung erfolge nach Schadensschwerpunkten und werde Monate dauern, ist er überzeugt. Priorität hätten die Waldwege. Da im Herbst und Winter die Holzschädlinge nicht aktiv seien, rechnet Galonska nicht mit einer Entwertung des Holzes. Auch um die Holzpreise mache er sich keine Sorgen.

Insbesondere für Laubholz seien die Preise hoch und bleiben nach seiner Einschätzung stabil. Der Sturm habe nur regional Schäden angerichtet, es werde also kein Überangebot auf dem Markt geben. „Schon am vergangenen Freitag habe ich Verträge über Verkaufsmengen abschließen können“, sagt er. Da sei eine gute Nachricht für Waldbesitzer. Sie könnten sich bei Fragen an ihn wenden. Er sei auch bei der Steuererklärung behilflich, denn Sturmschäden werden vom Finanzamt steuerlich begünstigt.

Selbst wenn Galonskas Schätzung zutreffen sollte, und die Fünffache Menge des jährlichen Prignitzer Holzeinschlags gefallen sein sollten, rechnet er nicht mit einem nachhaltigen Schaden für die Prignitzer Wälder. Der wäre bei großflächigen Fall zu befürchten oder wenn noch ein schwerer Sturm kommen sollte. Dann könnte die Schäden immens werden.

Während im Wald umgestürzte Bäume und geborstene Stämme für einen teils kuriosen Anblick sorgen, gibt es in Groß Breese einen anderen Fall. Gehört haben Margarete und Arthur Kuhblank nicht, wie ihre Bäume dem Sturm Xavier zum Opfer fielen. Aber noch Tage danach sind die Schäden deutlich zu sehen. Es passierte am Donnerstag zwischen 16 und 17.30 Uhr. Eine Eiche stürzte auf einen Anhänger und sorgt nun für einen kuriosen Anblick. „Insgesamt sind vier Eichen umgefallen. Sie waren alle mehr als hundert Jahre alt“, berichtet der 86-jährige Arthur Kuhblank. Auf der anderen Hofseite ist ein Baum auf das Garagendach gestürzt, einige Äste haben es durchbohrt. „Das Dach haben wir erst vor zwei, drei Jahren neu decken lassen“, erzählt Margarete Kuhblank. Die Schäden haben sie ihrer Versicherung gemeldet.

 
 

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