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Ausstellung Holz & Stoff : Holz gibt Vorgeschmack auf Stoff

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Vernissage zu Ausstellungszyklus mit Objekten von Andreas Dorfstecher und Uli Fischer

von
erstellt am 12.Sep.2016 | 12:00 Uhr

Nach der Sommerpause geht es beim Verein Kunstfreunde Pritzwalk e. V. gleich hochkarätig weiter. Lockte von Anfang Juni bis Anfang Juli die Schau mit Werken von Michael Triegel, Bernd Streiter und Horst Kontak hunderte Besucher in die Galerie in der Pritzwalker Marktstraße, konnte auch die Vernissage zum Ausstellungszyklus „Holz & Stoff“ am Freitag über einen Mangel an interessierten Gästen nicht klagen.

Mit Holzgestalter Andreas Dorfstecher aus Rosenwinkel und Textildesigner Uli Fischer aus Berlin stellen bis Ende Oktober zwei Künstler nacheinander aus, die ihr jeweiliges Material mit viel Leidenschaft verkörpern, personifizieren und präsentieren. Dorfstecher – überregional bekannt vor allem für seine großformatigen Objekte und Landschaftsmöbel aus Eiche – kann in den Räumen des ehemaligen Schleckermarktes natürlich nur einen winzigen Ausschnitt aus seinem Schaffen zeigen. Werke, die auch vom Format her in einen solchen, normal dimensionierten Raum hineinpassen. Laudator Prof. Thomas Thiessen, Rektor der privaten Hochschule Business School Berlin, wohnhaft in Wittstock/Dosse, ermunterte die Besucher daher in seinen einführenden Worten, sich ruhig einmal auf den Weg nach Rosenwinkel zu machen, um sich das ungewöhnliche Atelier, das tolle Grundstück, das bombastische Eichen-Lager und die Arbeitsweise Dorfstechers anzuschauen. „Das schwere Material, die Gerätschaften, die jeweils unvorhersehbare Entstehungsgeschichte eines jeden Objektes – es scheint, als ob sich der Künstler und seine Werke gegen die Schnelllebigkeit stemmen. In der Summe hält es die Zeit an“, versuchte Thiessen die Wirkung der Kunstwerke zu erklären. Und, wo gehobelt wird, fallen Späne – in der Werkstatt von Andreas Dorfstecher logischerweise sehr große „Späne“. Abfall in diesem Sinne gibt es bei ihm nicht. Eichenteile, die bei der Holzbearbeitung übrig blieben, dekorierte er extra für die Vernissage auf einer Art Gabentisch am Eingang. Jeder Besucher durfte sich eines der Unikate als Erinnerung mitnehmen.

Textilkünstler Uli Fischer ist derzeit mit einem Stoffobjekt in der Schau vertreten. Das ändert sich am 7. Oktober: In Teil zwei des Zyklus’ werden dann seine Werke die Galerieräume komplett verändern, blickt Horst Kontak voraus. Zuvor kann man Andreas Dorfstechers Objekte bis 1. Oktober jeweils donnerstags bis samstags zu den regulären Öffnungszeiten, 14 bis 18 Uhr, anschauen; außerhalb dieser Zeiten nach Vereinbarung (www.kunstfreundepritzwalk.de).

Der jetzt eröffnete Zyklus ist die bereits 16. Ausstellung in der Innenstadt-Galerie, die aus dem geförderten Projekt „Die Sieben Künste von Pritzwalk“ hervorging. Ende 2013 trat der Brandenburgische Kunstverein Potsdam e. V. mit seiner Idee, im Zentrum leer stehende Ladengeschäfte zu Kunsträumen zu machen, an die Öffentlichkeit. Das Belebungsprojekt unter Federführung der renommierten Künstler Michael Clegg und Martin Guttmann nahm seinen Lauf, wurde aber durchaus auch kritisch beäugt. Heute, knapp drei Jahre später, kann man sagen: Experiment geglückt. Das gilt aus Sicht von Horst Kontak natürlich zuvorderst für die Galerie, die zugleich Platz für Kleinkunst bietet und sich zu einem äußerst lebendigen Ort entwickelte. Es gilt aber auch für die Innenstadt selbst: Eine Menge Leerstand ist beseitigt, wohl auch dank einiger anderer Visionäre.  

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