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Der Prignitzer

24. November 2017 | 01:25 Uhr

Hofladen dicht, Filzwerkstatt bleibt

vom

svz.de von
erstellt am 07.Mär.2012 | 06:52 Uhr

Lenzen | Die Gerüchteküche in Lenzen brodelt: Während der Hofladen seit dem 1. Januar geschlossen ist, wird über das Aus des Fördervereins Lenzener Elbtalaue und des Filzvereins samt Schauwerkstatt gemunkelt. "Da ist nichts dran", schickt Christiane Saß, Mitglied in beiden Vereinen, das Gerede ins Reich der Fabel. "Filzverein und Förderverein existieren weiterhin." Aber das mit Abstrichen.

Fakt ist, dass die Landschaftspflegegesellschaft mbH Lenzen, ein Unternehmen der Rinderzucht Lanz-Lenzen AG, den Hofladen geschlossen hat. Das kleine Geschäft bot Bioprodukte der Region an und war 2007 neu eröffnet worden. "Der Hofladen trägt sich nicht. Die Klientel ist nicht da, die Kaufkraft zu gering", gibt Dieter Krull, Vorstandsvorsitzender der AG, wirtschaftliche Gründe für die Schließung an.

Dass nach der Aufgabe des Ladens auch das von der Landschaftspflegegesellschaft und dem Förderverein jährlich im Herbst organisierte Schlachtefest ausfällt, glaubt er nicht. "Ich gehe davon aus, dass das Schlachtefest wie gewohnt stattfindet."

Fakt ist auch, dass die Kürzungen bei den staatlich geförderten Arbeitsmaßnahmen dem Förderverein Lenzener Elbtal aue zugesetzt haben. Der besteht seit 1994 und hat 20 Mitglieder. Eine Vielzahl von Projekten fällt in seine Zuständigkeit, die der Verein nur mit Hilfe geförderter Maßnahmen realisieren kann. Gemeinsam mit dem Amt Lenzen und den Gemeinden und Vereinen wurden in den vergangenen Jahren gemeinnützige Maßnahmen initiiert, die Arbeitsgelegenheiten schaffen. Die Kleiderkammer, die "Wittenberger Tafel" sowie das Bürgerbüro, das Beratung und Orientierung für Arbeitslose, Langzeitarbeitslose und von Arbeitslosigkeit Bedrohte erteilt, gehen zum Beispiel auf die Initiative des Fördervereins zurück. Alle drei Institutionen sind derzeit noch mit Bürgerarbeitern besetzt, deren Maßnahmen aber auslaufen werden.

Von 77 geförderten Maßnahmen im Amtsbereich zur Beschäftigung und Wiedereingliederung im Jahr 2010 ging die Zahl der Teilnehmer im vergangenen Jahr bereits auf 45 zurück. Tendenz weiter fallend. Burg Lenzen oder der Stadtbetrieb muss reagieren, halten bestimmte Angebote oder Serviceleistungen nicht mehr vor.

Die Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwand - kurz MAE - sowie die staatlich geförderte Bürgerarbeit sind das einzig verbliebene Standbein des Vereins. "Wir wussten was auf uns zukommt", erzählt Christiane Saß, die selbst von den Sparmaßnahmen betroffen ist, auf Stundenbasis im Büro des Vereins sitzt, aber bereits an zukünftigen Projekten arbeitet. "Die Änderungen bei den Förderprogrammen hat das Jobcenter langfristig angekündigt", sagt sie. Apropos Jobcenter: Die Zusammenarbeit läuft prima", so Saß. Zum 1. April soll es neue gesetzliche Bestimmungen für Arbeitsfördermaßnahmen geben. Erst dann könne der Verein konkret planen und absehen, ob er alle Angebot weiter aufrecht erhält.

Das weit über die Region hinaus bekannte Filzfest wird es in diesem Jahr nicht geben. "Der personelle und finanzielle Aufwand ist in den letzten Jahren einfach zu groß geworden", sagt Sibylle Hoppe, stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Cheforganisatorin verschiedener Feste und momentan auf 165 Euro-Basis beschäftigt, den Schritt. "Uns fehlt einfach das Personal, um das Filzfest in seiner jetzigen Form durchzuführen."

Stattdessen kehrt man im Mai mit dem Filzsymposium, das in Eldenburg stattfinden soll, samt dazugehöriger Ausstellung und kleinem Markt zurück zu den Ursprüngen.

Zudem wollen Filz- und Förderverein ihr Augenmerk in den kommenden Monaten eher auf kleinere, thematische Veranstaltungen wie das österliche Frühlingsfest im März oder die Feste im Spiel- und Naturlehrgarten im Sommer, legen.

Fest hält der Filzverein auch weiterhin an der Schauwerkstatt. Die ist montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. "Wir bieten auch weiter Kurse an , so Christiane Saß.

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