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Hochwasserschutz Wittenberge : Höherer Deich oder mobiler Flutschutz?

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bewohner in der Elbstraße melden sich mit ihren Wünschen zu Wort

von
erstellt am 20.Apr.2017 | 12:00 Uhr

Den Deich zwischen der Abfahrt Nedwighafen und Im Hagen aufstocken, bis die neue Hochwasserschutzhöhe erreicht ist, oder in dem vorhandenen Deich eine kleinere Mauer verankern, in die bei Hochwasser mobile Schutzwände eingebaut werden?

Randolf Leuschke meldete sich auf der jüngsten Bauausschusssitzung für all jene Bewohner in der Elbstraße zwischen den beiden Abfahrten zu Wort, „die keine massive Wand vor der Nase haben wollen“. Es geht konkret um einen halben Meter mehr oder weniger. Ein halber Meter, der entscheidend ist für einen freien Blick auf den Nedwighafen und die Elbe oder eben auch nicht.

Leuschkes betreiben in der Elbstraße eine Pension mit Café. Vom Gastraum aus genießen Heimische und Touristen den Blick aufs Wasser. Noch? Mit einem massiven Ausbau des Deichs auf dem Abschnitt könnte es damit vorbei sein. Aber auch wer dort keine Beherbergung betreibt, möchte nicht das ganze Jahr auf den ausgebauten Deich, statt aufs Wasser blicken.

Weiter vorne an der Promenade solle es doch mobile Spundwände geben, werde niemandem zugemutet, gegen eine Wand zu gucken, macht einer der Bewohner nach der Ausschusssitzung im Gespräch mit dem „Prignitzer“ seinem Unverständnis Luft.

Die Verantwortung für den Hochwasserschutz trägt das Land, das auch die Gelder bereitstellt. Anfang Juni will das Landesumweltamt die Bürger zu einer Versammlung einladen, um sie zu informieren, wie seine genauen Planungen auch für den Deich zwischen Hafenabfahrt und Im Hagen aussehen.

Aber bereits bei der ersten Einwohnerversammlung Ende letzten Jahres, als das Landesumweltamt seine Vorplanungen vorstellte, hatten dessen Vertreter keinen Hehl daraus gemacht, dass aus ihrer Sicht als Fachleute ein massiv ausgebauter Deich einen sehr sicheren Hochwasserschutz gewährleistet. Je mehr mobile Schutzwände aufgebaut werden müssten, desto größer sei der Bedarf an Einsatzkräften, die die mobilen Teile aufstellen oder – je nach Konstruktion – verlegen.

Aus Sicht der Befürworter eines mobilen Hochwasserschutzes ist laut Leuschke dieser ebenso sicher wie ein Aufstocken des Deiches.

Sollte das Land sich für einen massiven Ausbau des Deiches entscheiden, dann bleibe den Ablehnern, sich innerhalb des Planfeststellungsverfahrens zu Wort zu melden, so Bauamtsleiter Martin Hahn.

Kommentar von Barbara Haak: Wie viel noch?
Ich kann diejenigen verstehen, die statt eines erhöhten Deiches lieber eine mobile Hochwasserschutzwand vor ihrer Tür haben wollen. Das hat etwas mit dem guten Ausblick, aber auch mit Geschäftsinteressen zu tun. Ich weiß aber auch, dass es Feuerwehrleute sind, die bei Flut neben allem anderen die Schutzwände aufbauen und bewachen müssen. Und ich frage mich, wie viel kann man den Freiwilligen überhaupt zumuten?
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