Verdienstorden des Landes verliehen : Höchster Orden für Perleberger

Hans-Peter Freimark zeigt die beiden „Roten Adlerorden“, die von Dietmar Woidke überreicht wurden.
Hans-Peter Freimark zeigt die beiden „Roten Adlerorden“, die von Dietmar Woidke überreicht wurden.

Betreiber des Dokumentationszentrums erhalten Verdienstorden des Landes Brandenburg. Nachfolgefrage stellt sich

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05. August 2016, 11:36 Uhr

Dass Gisela und Hans-Peter Freimark, der übrigens gestern Geburtstag feierte, in Perleberg sehr umtriebig sind, dürfte den Einwohnern der Rolandstadt mittlerweile bekannt sein. Dass die Beiden seit dem 13. Juni jedoch auch Träger der höchsten Auszeichnung des Landes Brandenburg sind, ist dagegen noch recht unbekannt. Warum beide in die prominente Riege der Träger des „Verdienstordens des Landes Brandenburg“ aufgenommen wurden, kann sich Hans-Peter Freimark jedoch auch nicht genau erklären.

„Das weiß ich bis zum heutigen Tag nicht. Aber ich nehme an, dass es eine Würdigung unserer Arbeit ist und der Ministerpräsident daran interessiert ist, dass unser Dokumentationszentrum auch weiterhin existiert“, so der Vereinsvorsitzende. Gemeinsam mit seiner ebenfalls ausgezeichneten Frau und vielen Familienmitgliedern reiste Freimark zur Ordensverleihung nach Potsdam. „Das war natürlich für unsere Enkel ein sehr beeindruckender Moment“, gesteht Freimark, dem Ministerpräsident Dietmar Woidke die Auszeichnung übergab.

Doch hätte er den Preis, der für außerordentliche Verdienste um das Land Brandenburg verliehen wird, beinahe abgelehnt. „Ich habe den Brief erhalten und gedacht, dass die Auszeichnung für mich alleine bestimmt wäre. Einen Tag später kam dann ein weiters Couvert, das auch meiner Frau die Ehrung mitteilte“, erzählt der DDR-Museumsbetreiber.

Allgemein sehe er die undotierte Auszeichnung eher als große Wertschätzung für das Ehrenamt in der Prignitz, das seiner Meinung nach bisher zu wenig gewürdigt wird. Ausgestellt werden die beiden verschiedenen und nummerierten Orden – für den Herren am Bande, für die Dame mit Schleife – jedoch nicht. „Die müssen nicht präsentiert werden, sind aber eine schöne Anerkennung“, so Freimark.

Auch so haben die beiden in ihren über 30 prall mit Originalexponaten gefüllten Dokumentationsräumen zum DDR-Staat ausreichend Ausstellungsstücke. „Es geht nun vor allem darum, die Zukunft der Dokumentationsstätte zu sichern und Weichen zu stellen“, so Freimark, der diese Last keinem seiner Familienmitglieder aufbürden will. Denn ohne die Renten der beiden sei ein Museumsbetrieb derzeit nicht tragbar.

„Wir arbeiten gegenwärtig so, als ob wir es noch Jahrzehnte betreiben würden und kommen auch bei unserem nächsten Projekt gut voran“, so der Vereinsvorsitzende. In absehbarer Zeit soll ein zweites Museum, mit Schwerpunkt nationalsozialistische Diktatur, in den Räumen des ehemaligen Perleberger Fernmeldeamtes entstehen. Vier Etagen stehen hierfür zur Verfügung und der erste Raum kann auch bereits genutzt werden. „Im großen Perleberg-Raum, den eine Silhouette der Stadt um 1880 sowie viele Bilder zieren, haben wir bereits den ersten politischen Themenabend veranstaltet.“

60 bis 80 Plätze seien dort problemlos verfügbar. „Hier werden wir im Frühjahr mit Veranstaltungen zum Thema drittes Reich anknüpfen“, berichtet Freimark, der für dieses Jahr noch mindestens drei Themenabende in den neuen Räumlichkeiten ankündigt.

Und noch ein weiteres Ziel haben sich die Freimarks für 2016 gesteckt: „Wir hoffen unseren 40  000. Besucher begrüßen zu können.“ Dass es einmal so viele werden, war bei der Eröffnung vor zehn Jahren längst nicht absehbar. „Die Leute kommen hier her, um das Leben in der DDR anhand von Originalen nachzuvollziehen“, betont Freimark. So erkundigte sich kürzlich eine Frau aus Japan in Berlin, wie denn die Geschichte der DDR aufgearbeitet werden würde. „Ihr wurde dann gesagt: Wenn sie die Realität wirklich erleben wollen, gehen sie nach Perleberg. Solche Aussagen sind dann schon Anerkennung“, gesteht Hans-Pater Freimark. Und sicherlich auch einer der Gründe, warum er und seine Frau nun die höchste Auszeichnung des Landes tragen.

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