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Flutjahr 2014 : Hochwasser-Reparaturen im Plan

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Amt Bad Wilsnack/Weisen saniert Schäden mit rund 3,8 Millionen Euro an Fördermitteln.

von
erstellt am 16.Dez.2014 | 22:00 Uhr

3,8 Millionen Euro sind dem Amt Bad Wilsnack/Weisen für die Reparatur von Schäden an der Verkehrsinfrastruktur, die infolge des Hochwassers entstanden sind, bewilligt worden. „Etwa ein Drittel der notwendigen Maßnahmen konnten wir in diesem Jahr bereits umsetzen“, sagte Bauamtsleiter Peter Rollenhagen im Gespräch mit dem „Prignitzer“. Für die insgesamt 34 bisher beantragten Maßnahmen kann das Amt eine Förderung von 100 Prozent aus dem Hochwasserhilfsprogramm in Anspruch nehmen.

„Der Schwerpunkt lag bislang vor allem bei der Sanierung von Straßen“ erklärt Rollenhagen und verweist darauf, dass im gesamten Amtsbereich vor allem durch die für die Deichverteidigung essenziellen Sandsacktransporte Schäden an Fahrbahnen und Banketten entstanden sind. So sei es beispielsweise notwendig gewesen, die Straßen zwischen Lennewitz und Abbendorf und die KAP-Straßen nach Rühstädt und Klein Lüben zu sanieren, in Weisen wurde ein Durchlass unter der Kreisstraße nach Breese instandgesetzt.


Sanierung der beiden Sportplätze


Ein weiterer erheblicher Posten war die Sanierung der beiden Sportplätze in Breese und Weisen. „Das hat pro Platz etwa 200  000 Euro gekostet“, verdeutlicht Rollenhagen den finanziellen Aufwand. Offen ist noch, wie es in Weisen mit dem Umkleidegebäude weiter geht. „Wir streben hier einen Abriss an, da das Haus nunmal vor dem Deich liegt und jedes Mal wieder voll läuft“, erklärt der Bauamtsleiter. Stattdessen erwäge man einen Anbau an der Turnhalle, da deren Umkleide und Sanitäranlagen ohnehin zu alt und zu klein sind. „So können die Einrichtungen gemeinsam aufgewertet werden. Die Investitionsbank des Landes Brandenburg, die die Fördermittel für den Bund ausgibt, legt großen Wert auf einen nachhaltigen Einsatz der Mittel.“ Diese Maßnahme, für die etwa 50  000 Euro einkalkuliert werden, rücke aber erst im nächsten Jahr in den Fokus. Weiterhin sei der Boden in der Breeser Turnhalle erneuert worden – auch hier hatten die Einsatzkräfte im Rahmen der Hochwasserabwehr ihre Spuren hinterlassen.

2015 geht das Reparaturprogramm weiter. Wichtig seien dabei vor allem zwei Brücken über die Karthane: „Der Überführung in Bad Wilsnack in der Mühlenstraße und die der KAP-Straße nach Rühstädt waren bereits vor dem Hochwasser in keinem guten Zustand. Der Verkehr zur Deichverteidigung bzw. in Bad Wilsnack zum Lagezentrum haben ihnen den Rest gegeben“, sagt Peter Rollenhagen. Im Winter würden die Planungen für den Brückenbau soweit fertig, dass es im Frühjahr losgehen kann. Auch die Mühlenstraße selbst bekommt noch eine Frischzellenkur, da sie nur teilweise asphaltiert ist, aber auch künftig bei Katastrophen als Zufahrt zum Lagezentrum in der Karthanehalle dienen wird. „Hier halbe Sachen zu machen ergibt keinen Sinn, das sieht auch das Landesbauamt als Aufsichtsbehörde so, sodass dieses Vorhaben positiv beschieden wurde.

Weitere Projekte im kommenden Jahr sind der Weg zur alten Fährstelle in Quitzöbel sowie diverse weitere Reparaturen an Straßen und Banketten im ganzen Amtsbereich. Schließlich steht das Ausbaggern des Breeser Badesees auf dem Programm, der ebenfalls durch das Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen wurde. Hier soll das Sediment aus dem See gleich genutzt werden, um das zweite Fußballfeld höher zu legen und auf das Niveau des bereits sanierten Platzes zu bringen. „Eine Prüfung hat ergeben, dass das so gemacht werden kann. Dadurch sparen wir Kosten für den Abtransport der ausgebaggerten Menge und können sie direkt vor Ort nutzen“, sagt Peter Rollenhagen.

Noch bis zum 30. Juni 2015 könnten Anträge für die Förderung von Baumaßnahmen aus dem Hochwasserfonds gestellt werden. Der Bauausschuss empfahl auf seiner jüngsten Sitzung, weitere zehn Maßnahmen in das Sanierungsprogramm aufzunehmen.


Belastungsgrenze erreicht


Bislang könne man mit der Abwicklung der Hochwasserfolgen zufrieden sein, resümiert Peter Rollenhagen. Mit der Bearbeitung der vielen Anträge sei das Bauamt allerdings an seine Belastungsgrenze geraten – trotz zusätzlicher Personalstunden. „Das Tagesgeschäft bleibt mitunter liegen, aber die Bürger haben vielfach Verständnis dafür, dass wir hier Prioritäten setzen mussten.“  

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