Armin Mueller-Stahl : Hochkarätiges im Doppelpack

Armin Mueller-Stahl mit seiner Violine.
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Armin Mueller-Stahl mit seiner Violine.

Ausnahmekünstler Armin Mueller-Stahl steht in Wittenberge auf der Bühne und eröffnet im Kulturhaus eigene Ausstellung

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25. September 2017, 08:00 Uhr

Der Mann auf der Bühne ist überragender Schauspieler von internationalem Rang, hat sich als Maler einen herausragenden Namen gemacht, wird als Autor geschätzt. Wenn er aber die Violine anlegt, den Bogen über die Saiten führt, ist Armin Mueller-Stahl in jenen Momenten für sein Publikum wahrscheinlich nur eines: ein äußerst begnadeter Musiker, dessen exzellentes Spiel die Zuhörer unweigerlich einfängt und anrührt. Am Freitagabend war Mueller-Stahl gemeinsam mit seinen hochkarätigen Musikerkollegen Günter Fischer (Flügel, Saxophon), Tom Götz (Kontrabass) und Tobias Morgenstern (Akkordeon) im Wittenberger Kultur- und Festspielhaus zu erleben. Nein, leichte Kost ist dieses Programm „Es gibt Tage ...“ nicht. Ja, es unterhält, aber auf tiefgründig, nachdenklich machende Art. Die Lieder und Texte von Mueller-Stahl lassen nichts anderes zu.

Am Sonnabend dann Teil 2 der Armin Mueller-Stahl-Visite in Wittenberge. Der Ausnahmekünstler gibt mit einer Exposition in der Galerie des Kulturhauses Einblicke in sein bildnerisches Schaffen, stellt Gemälde, Farblithographien und -radierungen aus, ist bei der Vernissage zugegen, trägt sich in das Goldene Buch der Stadt ein und bedankt sich darin für die Aufnahme, die er in Wittenberge fand. Eine Stadt, von der er in einem kurzen Gespräch mit dem „Prignitzer“ sagt, dass „sie dabei ist, sich wieder zu finden, sich wieder anzuziehen“. Er kenne Wittenberge übrigens schon sehr lange, fügt Mueller-Stahl an. Denn vor dem Weltkrieg sei er bei seinem Klassenkameraden Gisbert (zu Putlitz) in der Prignitz zu Gast gewesen. Am Freitagabend habe es im Kulturhaus ein Wiedersehen gegeben. Und trocken stellt der 86-jährige Armin Mueller-Stahl fest: „Auch er ist älter geworden.“

Wittenberges Bürgermeister Oliver Hermann begrüßt den berühmten Gast mit herzlichen Worten, spannt den Bogen von dessen Lebensraum in der eher kleinen Welt von Prenzlau, wo Mueller-Stahl eine Zeit lang lebte, zu der großen Welt von Hollywood und findet eine Art Gleichnis , als er von der Ackerbürgerstadt Wittenberge und dem Singer-Konzern spricht, der hier ein Werk errichtete.

Die Ausstellungseröffnung ist auch für Charlotte Zado (Geige) und Mai Linh Nguyen (Klavier) etwas Besonderes. Die beiden elf- und zwölfjährigen Mädchen aus der Kreismusikschule Prignitz spielen Kompositionen von Rimski-Korsakow und Kadlec. Und sie sind, wie sie sagen, etwas aufgeregt, vor so einem berühmten Künstler zu spielen. „Aber er hat ja auch Musik studiert und weiß, wie schwierig es ist“, beruhigen sich die Mädchen.

Dass sowohl das Konzert von Armin Mueller-Stahl mit der Günter Fischer-Band und die Exposition in der Elbestadt zu erleben waren bzw. sind, ist vor allem dem unermüdlichen Bemühen von Hans-Joachim Böse als Kulturhausmanager zu danken. An die zehn Jahre habe er sich immer wieder darum bemüht, den Ausnahmekünstler für das Wittenberger Haus unter Vertrag zu nehmen, sagt Böse, der zu Beginn des Jahres aus dem Management ausschied. „Ich wollte für unsere Stadt das Konzert und die Ausstellung. Ich freue mich, dass es noch geklappt hat.“  

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