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Azubis in Wittenberge : Hineinschnuppern in eine andere Arbeitswelt

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Aus der Redaktion des Prignitzers

16 polnische Azubis absolvieren 14-tägige Praktika in der Prignitz

Die nächsten zwei Wochen werden für Hubert Smalec anstrengend. Der 19-Jährige absolviert ein zweiwöchiges Praktikum in der Küche der Lucullus GmbH. Smalec ist einer von insgesamt 16 polnischen Jugendlichen aus der Stadt Starachowice, die seit Sonntag in der Elbestadt weilen und in die hiesige Arbeitswelt schnuppern wollen.

Möglich macht dies das europäische Austauschprogramm „Erasmus+“ für Berufsschüler. Das Berufsbildungszentrum (BBZ) beteiligt sich seit zwei Jahren an dem Projekt. „Die Jugendlichen sind 17 bis 19 Jahre alt. Ziel ist es, dass sie ihren Horizont in einer fremden Umgebung erweitern“, erklärt Robert Tyrkalsky, Projektleiter für „Erasmus+“ beim BBZ. Er ist das Bindeglied zwischen den Prignitzer Unternehmen, die Praktikumsplätze anbieten, und der Berufsbildenden Schule Nummer drei aus Starachowice, an der die polnischen Gäste normalerweise lernen.

Zum ersten Mal beteiligt sich die Lucullus GmbH am Projekt. „Wir haben in der Küche schon einige Ausländer, zum Beispiel arbeitet ein syrischer Flüchtling hier“, sagt Geschäftsführer Lars Meiswinkel. Die Belegschaft sei international. Für seinen neuen Praktikanten wird es in den nächsten 14 Tagen genug zu tun geben. „Wir bereiten jeden Mittag um die 1600 Portionen Essen zu. Da wird es nicht langweilig“, blickt Meiswinkel voraus. Hubert Smalec freut sich auf die Herausforderung. „Es wird sicher spannend und eine Erfahrung für mich“, so der angehende Koch im zweiten Lehrjahr.

Begleitet werden die Jugendlichen von Elzbieta Gebura, die von Seiten der polnischen Berufsschule als Projektkoordinatorin fungiert, und der Deutschlehrerin Dorota Dychlewska. „Die Schüler sollen auch die deutsche Sprache besser lernen“, sagt sie. Deswegen absolvieren die Jugendlichen am Sonntag eine Führung mit Stadtrallye durch Wittenberge, wo sie Fragen zu Sehenswürdigkeiten beantworten müssen. Kommendes Wochenende geht es auch nach Schwerin zum Geo-Caching.

Während ihres Aufenthalts hier wohnen die Polen im Jugendgästehaus. Viele trauten sich nicht, allein ins Ausland zu gehen, weiß Dorota Dychlewska. „In einer Gruppe wie dieser ist es leichter.“ Am Ende des Praktikums erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat für die Bewerbungsunterlagen mit Angaben zu ihrem jeweiligen Tätigkeitsfeld während des Praktikums.

Bei der Frage, wer sich vorstellen könnte, später mal in Deutschland zu arbeiten, bleiben die meisten Arme unten. Nur wenige der künftigen Kfz-Mechatroniker, Konditoren und Köche sind nicht abgeneigt. Darunter auch Hubert Smalec. Großbritannien sei eher eine Option, sind sich die anderen einig – die Sprache sei einfacher. In ihrer Heimat gebe es für viele kaum eine berufliche Zukunft, berichtet Dorota Dychlewska. „Viele haben eine schlechte Perspektive.“

Dass sich aus dem Praktikum in der Prignitz etwas entwickeln kann, zeigt das vergangene Jahr. „Drei Jugendliche sind im Sommer nochmal zurückgekommen und haben einige Monate in zwei Bäckereien gearbeitet“, erzählt Robert Tyrkalski.

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erstellt am 31.Mai.2016 | 04:45 Uhr

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