Perleberg : Himmelblau in Dur und Moll

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Chor der Volkssolidarität feiert Geburtstag und wünscht sich noch mehr, vor allem auch männliche Stimmen, die mitsingen.

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02. März 2018, 11:00 Uhr

„Herzliche Glückwünsche zum Geburtstag“ – und das gleich in doppelter Ausführung. Die „Himmelblauen“ gibt es jetzt zehn Jahre und ihre Chorleiterin Gabriela Seidenberg feierte dieser Tage ebenso ihr Wiegenfest. Das wievielte, da schweigt des Dichters Höflichkeit.

Aller Anfang ist bekanntlich schwer, der der „Himmelblauen“ aber um einiges mehr. Denn mit dem Umzug der Volkssolidarität in die Karl-Liebknecht-Straße war diese auch ihren langjährigen Chor los. Doch Gesang gehört einfach zur VS, und der eine oder andere verspürte weiterhin Lust am gemeinsamen Singen. „Drei, vier zumindest“, ergänzt Trautchen Kullmann, die damals als Koordinatorin die Geschicke in der Geschäftsstelle der VS leitete. Also hielt man Ausschau nach jemanden, der fortan den Takt hier angab. Mit Erfolg, denn Gabriela Seidenberg meldete sich auf den Aufruf im „Prignitzer“.

Die Musik gehört zum Leben von Gabriela Seidenberg. „Ich spiele ein wenig Akkordeon“, erzählte sie damals, wobei sie bescheiden ihr Licht unter den Scheffel stellte. Viele Jahre habe sie zudem in Chören mitgesungen, so auch im Reetzer. Einen Chor aufzubauen, ihm musikalisch ein Gesicht zu geben, das reizte sie und war zugleich eine echte Herausforderung.

Mit fünf Sängern, darunter einem Mann, ging es los. Am 29. Januar vor zehn Jahren trafen sie sich zur ersten Probe. Die Lust am gemeinsamen Singen hat sie zusammengeführt und hält sie auch heute noch bei der sprichwörtlichen Stange. Inzwischen sind sie 17, die immer dienstags ab 14 Uhr die Volkssolidarität zum Klingen bringen. „Drei Männer singen bei uns mit, wir könnten aber durchaus männliche Verstärkung vertragen“, gesteht die illustere Runde.

Einer von den Sängern ist Klaus Hampike. Seit rund sechs Jahren kommt er eigens aus Laaslich, um die „Himmelblauen“ stimmlich zu unterstützen. Seine Lebenspartnerin habe ihn überzeugt. Er selbst war anfangs skeptisch. „So gut singen kann ich nicht“, hielt er dagegen und bekam prompt zur Antwort: „Das lernst du hier“. „Und er hat es gelernt“, bescheinigt ihm Gabriela Seidenberg schmunzelnd.

Edeltraut Tilgner gehört zum Urgestein des Chores. Von Anbeginn ist sie dabei. Gesungen habe sie immer gern, früher sogar mal Gitarre gespielt. Durch den Schichtdienst als Krankenschwester blieb für all das aber keine Zeit. Kaum war sie im Ruhestand, da fiel ihrer Tochter das Ansinnen der VS ins Auge, die Sänger für einen neuen Chor suchte. Und da war sie. Auch nach zehn Jahren mache es ihr immer noch Spaß. Man habe sich gesucht und gefunden, sagt Edeltraut Tilgner.

130 Lieder gehören heute zum Repertoire der „Himmelblauen“, die eigentlich nie vorhatten, auf der Bühne zu stehen. Inzwischen gehören sie längst zum Perleberger Sängerpotenzial, das gern und auch über die Kreisgrenzen hinaus gebucht wird. „Zum Frauentag gab es jetzt eine Anfrage aus Heiligengrabe“, berichtet die Chorleiterin. Insbesondere dem altdeutschen Volksliedgut haben sie sich verschrieben.

Doch in ihren Reihen schlummern auch Talente, die texten, vertonen oder ein Musikinstrument spielen. Und so geht es vor der sechswöchigen Sommerpause nicht selten mit musikalischer Begleitung auf Tour. Für die „Schiffsreise“ auf der Stepenitz hatte Jutta Dahl ihr Akkordeon mitgebracht. Ein Kahn voller fröhlich singender Frauen und mit drei Männer schipperte vergangenen Sommer durch Perleberg.

Lebensfreude versprühen sie, wenn Gabriela Seidenberg den Einsatz gibt. „Unser Name ist unser Markenzeichen“, fügt sie an. Erst wird geprobt und dann plaudert man bei frisch Gebrühtem über Gott und die Welt – ein Hobby, eine Gemeinschaft, die niemand von ihnen missen möchte.

Na, Lust bekommen? Die fröhlichen „Himmelblauen“ der Volkssolidarität freuen sich über jeden, der bei ihnen miteinstimmen möchte. Immer dienstags, 14 Uhr, wird geprobt.

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