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Spende in Wittenberge : Hilfe für das Frauenhaus

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Einrichtung in Wittenberge unterstützt Opfer von Gewalt. Linken-Bundestagsabgeordnete Tackmann spendet 300 Euro

von
erstellt am 29.Aug.2017 | 20:45 Uhr

Unauffällig ist das Frauenhaus in der Elbestadt untergebracht. Und das hat seinen Grund. Für viele Betroffene ist die Einrichtung die letzte Zuflucht vor einem aggressiven Ehemann oder Verwandten.

Derzeit leben hier drei Frauen. „Die Älteste ist 63 und hat die Schläge ihres Mannes 40 Jahre ertragen“, berichtet Susann. Die gelernte Erzieherin möchte aus Sicherheitsgründen ihren Nachnamen nicht nennen. Sie will vermeiden, dass die Männer der Schutz suchenden Frauen versuchen, Kontakt aufzunehmen oder sie gar bedrängen. Fälle wie der der 63-Jährigen sind nicht untypisch. „Die Frauen ertragen die körperlichen oder auch seelischen Misshandlungen oft über viele Jahre bis sie sich entschließen, zu handeln.“ Einrichtungsleiterin Sabine Schumacher ergänzt: „Das hat mit der Scham zu tun, die die Frauen empfinden. Sie überlegen, was die Familie und die Nachbarn wohl denken, wenn sie ins Frauenhaus gehen“.

Ist dieser Schritt getan, entweder von allein oder auf Initiative der Polizei, folgen viele Gespräche mit der Betroffenen. „Für sie ändert sich vieles. Sie benötigen eine neue Wohnung, müssen teilweise zu Ämtern gehen, um finanzielle Hilfe zu beantragen“, weiß Susann. Denn viele Frauen sind finanziell abhängig von ihren Gatten – eine weitere Hürde, die Männer zu verlassen. Insgesamt zwölf Plätze bietet das Frauenhaus, das 24 Stunden täglich erreichbar ist. Sabine Schumacher und ihre Kollegin sind für den gesamten Landkreis zuständig, übernehmen auch die Nachsorge. „Wir fahren zu den Frauen, treffen uns bei ihnen oder an neutralen Orten“, so Sabine Schumacher. Getragen wird die Einrichtung, die seit 1991 existiert, vom Verein Frauen für Frauen. Finanzielle Hilfe kommt sowohl vom Landkreis als auch von den Kommunen und vom Land Brandenburg. „Ohne dem wäre das Frauenhaus nicht finanzierbar“, sagt Susann. Zudem muss jede Frau einen kleinen Obolus entrichten, u.a. als Anteil an den Betriebskosten.

Da das Frauenhaus finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, war die Freude gestern groß, als Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann (Linke) eine Spende von 300 Euro überreichte. „Das ist ein Teil meiner Diätenerhöhung. Den anderen spende ich an das Frauenhaus in Neuruppin“, so Tackmann, die die Arbeit von Schumacher und ihrer Kollegin lobte. Das Geld wollen sie verwenden, um mit den Kindern der Frauen mal ins Kino zu gehen, ein Eis zu essen und für die nächste Weihnachtsfeier mit den Kleinen. „Denn auch sie sind Opfer, wenn die Mutti vom Papa geschlagen wird. Ihnen eine Ablenkung zu bieten, ist sehr wichtig“, sagen Sabine Schumacher und Susann.
 

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