Tourismusmesse : Hier sind Gäste willkommen

Prignitz wirbt auf Internationaler Tourismusmesse für das Reisegebiet

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09. März 2014, 22:00 Uhr

Wer noch immer meint, die Prignitz sei touristisch ein graues Mäuschen, hätte sich auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB) leicht vom Gegenteil überzeugen können. Dazu genügte es, ein Stündchen am Stand des Tourismusverbandes Prignitz zu verweilen.

„Schau mal, der Elberadweg.“ „Das ist doch die Therme, in der wir waren.“ „Wie gut erreiche ich Ihre Region mit Bus oder Bahn?“ Nicht pausenlos und auch nicht dicht gedrängt, aber kontinuierlich kamen Messebesucher, stellten Fragen und schnappten sich nicht nur einen beliebigen Prospekt, sondern griffen bedacht und gezielt zu. „Wir waren schon oft in Wilsnack, in Rühstädt, haben das Plattenburgspektakel besucht und in wenigen Tagen kommen wir für eine ganze Woche“, verraten Irmgard Pfleger und Christian Steiner.

Dann wollen sie nach Lenzen und Wittenberge. Für sie sei die Prignitz immer wieder eine Reise wert. Beste Erinnerungen hat auch Ralf Ziola, der 2012 die gesamte frühere innerdeutsche Grenze entlang gewandert war. Mit am schönsten sei es zwischen Lanz und Dömitz gewesen, verrät der Wanderfreund, den es nun mit dem Rad hierher zieht.

Mike Laskewitz, Mitarbeiter des Tourismusverbandes, war die ganze Messe über vor Ort gewesen und bestätigt: „Gerade was den Radtourismus betrifft, ist die Prignitz eine Marke geworden.“ Keinen anderen Prospekt musste er so häufig aus dem Lager nachholen, wie den vom Elberadweg. Noch viel deutlicher zeigten die Fachvorträge das gestiegene Interesse an dem Reisegebiet.


Prignitz inspiriert andere Reisegebiete


„Referenten nannten häufig die Prignitz, verwiesen auf unsere Projekte, wie die Knotenpunktwegweisung.“ Was kompliziert und so völlig untouristisch klingt, ist eine simple, aber geniale Idee des Tourismusverbandes. Ein spezielles Ausschilderungssystem verknüpft unterschiedliche Radwege miteinander, eröffnet dadurch eine Vielzahl von Routen. Im vergangenen Jahr gab es dafür den Tourismuspreis des Landes Brandenburg. Die Prignitz war bundesweit zum Vordenker geworden. „Inzwischen hat Barnim nachgezogen, Ostfriesland ebenfalls und weitere Reisegebiete wollen folgen“, sagt Laskewitz. Sein Chef Uwe Neumann sei bundesweit zu diesem Thema ein gefragter Referent.

Bis Mai werde dieses Wegweiser-System im Nachbarkreis Ostprignitz-Ruppin errichtet. „Dann bieten wir unseren Gästen rund 1100 Kilometer Radwege an“, so Laskewitz. Erste Gespräche gebe es mit Sachsen-Anhalt. Zumindest Havelberg soll ebenfalls mit einbezogen werden. Nun liege es an den Anbietern, diese Offerte für ihre Gäste zu nutzen.

„Sie können Routen zusammenstellen, Tagestouren empfehlen und wenn sie sich unsicher fühlen, helfen wir gerne dabei“, bietet Laskewitz an. Drei A 3-Blätter stehen dazu als Detailkarten zur Verfügung. Diese erhalten Gastgeber kostenlos. Gute Erfahrungen hätten damit die Burg Lenzen, das Gasthaus Dahse und die Ölmühle gemacht. „Unsere vielen kleinen Anbieter sollten jetzt schnell folgen“, meint Laskewitz.

Noch eines habe die Messe erneut gezeigt: Wer Touristen bei sich begrüßen möchte, muss seine Unterkunft zertifizieren lassen. „Der Gast will wissen, was ihn erwartet.“ Experten seien sich einig: Die Wahrscheinlichkeit einer Buchung steigt um 25 Prozent, wenn der Gastgeber klassifiziert ist. Es müssen nicht drei oder vier Sterne sein. Es gehe lediglich um den Nachweis einer überprüften Qualität.


Bed & Bike werden extern geprüft


Künftig werde auch das Zertifikat Bed & Bike nur noch nach einer Prüfung vergeben. Bisher genügte dazu die Selbstauskunft des Betriebes. Wer jedoch künftig damit werben möchte, muss gegenüber dem Tourismusverband nachweisen, dass er die Kriterien wirklich erfüllt. Dazu zählen beispielsweise eine abgeschlossene Unterstellmöglichkeit für Räder und ein Trockenraum für nasse Kleidung.

Der Tourismusverband hat nach dem Besuch der für ihn wichtigsten Messe des Jahres eine Menge Hausaufgaben zu erledigen. Die Internetseite wird derzeit modernisiert, ihre Datenbank neu strukturiert. Besucher auf der Homepage erhalten künftig mehr Informationen, finden ein verbessertes Buchungssystem und deutlich mehr Bilder als bisher. Insgesamt soll sich dadurch der Service erheblich verbessern.

Veränderungen betreffen auch das Urlaubsjournal 2015. Bis im August mit dem Erstellen der Ausgabe begonnen wird, sollen wegweisende Entscheidungen getroffen sein. „Wir erwägen ein neues Format, wollen eventuell zwei Hefte herausgeben, die Gastgeber und touristische Ziele separat aufführen“, erklärt Mike Laskewitz.

Im Vorfeld seien Gastgeber befragt worden, Impulse gab es auch auf der ITB. „Wir haben uns Journale anderer Reisegebiete angeschaut. Dafür ist diese Messe ideal, sie ermöglicht einen sehr guten Informationsaustausch unter Gastgebern.

Noch einen weiteren Vorteil hatte die ITB in diesem Jahr für die Prignitz. Am Nachbarstand wurde kräftig für die BUGA 2015 geworben. Havelberg ist einer von insgesamt fünf Standorten. Der Kartenvorverkauf sowohl für Tages- als auch Dauerkarten startet im nächsten Monat. Die Prignitz erhofft sich als direkter Nachbar der BUGA-Städte natürlich zusätzliche Besucher.

Das Maskottchen Wilma Wels und die Havelköniginnen Jessica Hoffmann sowie Anja Luderich entzückten jedenfalls die Messebesucher und machten neugierig auf das Havelland und auf die Prignitz.

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