Hier lässt es sich köstlich bummeln

Martina Braun spielt auf einer kleinen keltischen Harfe.Hanno Taufenbach
Martina Braun spielt auf einer kleinen keltischen Harfe.Hanno Taufenbach

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06. Mai 2012, 05:43 Uhr

Abbendorf | Nach Obstblüte hat es gestern in Abbendorf nur selten gerochen. Viel häufiger und intensiver aber nach Produkten, die mit Obst in Verbindung stehen. Auf dem Hof von Baldur Liese fand das beliebte Obstbaumblütenfest statt.

Hier wird ein Grappa serviert, dort kommt frisch gebackener Blechkuchen auf den Tisch und selbstverständlich stehen Honig und Met zur Auswahl. Wer bei so vielen Köstlichkeiten selbst Lust auf den Anbau eigener Äpfel bekommt, kann sich von Thomas Neubohn beraten lassen und für den Herbst Bäume bestellen. Auch Blumen und andere Pflanzen sind auf dem Fest im Angebot. Kinder lauschen fasziniert den Klängen der keltischen Harfe - gespielt von Martina Braun.

Und wer alles gesehen hat, dreht einfach noch eine neue Runde und sei es nur, um Freunde oder Bekannte zu treffen. Das geschieht hier alle paar Minuten. Idyllisch am Ende einer Anlieger straße gelegen, zählt das nur alle zwei Jahre stattfindende Fest eine Menge Stammbesucher. Bernd Polte am Kaffeestand weiß um der vielen Besucher und hat extra 40 Liter Kaffee vorgebrüht. Doch ruck, zuck! sei der verkauft gewesen. "Seit drei Stunden schenken wir ununterbrochen aus", sagt er und da ist es gerade mal 15 Uhr.

Immer mittendrin ist Baldur Liese. Ihm gehört das Anwesen. "Nachweisbar lebt meine Familie sei rund 350 Jahren auf diesem Hof", sagt er. Das erste Fest dieser Art habe 1897 statt gefunden. Damals habe sein Urgroßvater mit dem Obst- und Imkerverein Bad Wilsnack hier ein Frühlingsfest gefeiert. Fotos und Ansichtskarten erzählen von dieser langen Tradition.

1953 verließ Baldur Liese politisch bedingt mit seinen Eltern den Hof, ging in den Westen. 1992 kehrte er zurück, kaufte den alten Familienbesitz und hat ihn seitdem schrittweise restauriert. Er freue sich über die vielen Besucher und das das Fest so beliebt sei. Aber er sagt auch, dass die Vorbereitung immens sei und ihm nicht mehr so leicht falle. Immerhin wird er in Kürze 73 Jahre alt. Daher sei er dankbar, für die helfenden Hände. Den Kuchen haben die Frauen des Dorfes gebacken und Landwirt Ulf Oestreicher sei immer zur Stelle, wenn er etwas brauche. "Klar doch", sagt dieser. Gerne helfen er und die Abbendorfer Feuerwehr.

Der Reinerlös des gestrigen Festes fließt in die Dorfkasse, aus der 2013 die 600-Jahr-Feier finanziert wird.

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