Unfallschwerpunkte Prignitz : Hier kracht es am häufigsten

Insgesamt fünf Unfälle gab es rund um Perleberg.  Grafik: Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0
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Insgesamt fünf Unfälle gab es rund um Perleberg.

In der Prignitz gibt es laut der kreislichen Verkehrsunfallkommission sechs Problemstellen

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17. Januar 2016, 09:00 Uhr

Sie sieht nicht anders aus als andere Ampelkreuzungen in einer Stadt. Dennoch gehört der Bereich Perleberger Straße / Ecke Karl-Marx-Straße in Wittenberge zu den sechs Unfallschwerpunkten im Kreis. Das sagte Anja Autzen, Sachbereichsleiterin Ordnung und Verkehr beim Landkreis, gegenüber dem „Prignitzer“. Achtmal hat es im vergangenen Jahr dort gekracht (Stand Oktober 2015). Besonders oft sind Radfahrer in Unfälle an besagter Kreuzung beteiligt.

Autzen ist ebenso Leiterin der Verkehrsunfallkommission, zu der auch Vertreter der Polizei, der Straßenverkehrsbehörde und der Straßenbaulastträger gehören. Aufgabe des Gremiums, das das Gebiet des Landkreises Prignitz betrachtet, ist es, Unfallschwerpunkte zu untersuchen und Verbesserungsmaßnahmen zu treffen. Doch das ist nicht immer einfach.

Lösung nicht immer gleich parat

Im Fall der Perleberger Straße / Ecke Karl-Marx-Straße zum Beispiel konnte bisher kein Hauptgrund für die Unfälle ausgemacht werden. „Es handelte sich um unterschiedliche Unfalltypen. Eine Ortsbesichtigung im vorigen Jahr ließ keine unfallbegünstigenden Faktoren erkennen“, so Anja Autzen. Eine Verkehrszählung der Stadt Wittenberge sollte klären, ob die Schaltung der Ampelanlage den Verkehrsströmen entspricht. „Eine Zählung ist erfolgt, hat aber keine Erkenntnisse gebracht. Eine weitere ist für dieses Frühjahr geplant“, erklärte Stadtsprecherin Christiane Schomaker.

Eine neue Unfallhäufungsstelle ist die Kreuzung Dr. Wilhelm-Külz-Straße / Parkstraße. Hier kam es von Januar bis Oktober 2015 zu sieben Unfällen. „Wir stehen am Anfang unserer Nachforschungen. Aus den Unfallhergängen können wir keine Gründe ableiten. Die Kreuzung ist eigentlich übersichtlich“, so Autzen. Für dieses Frühjahr sei eine Ortsbesichtigung geplant.

Perleberg: Problem ist Auffahren auf B189

Im Bereich der Kreisstadt Perleberg bereiten die Auffahrten Nord (drei Unfälle) und Süd (zwei Unfälle) von der B 5 auf die B 189 Sorgen. Um die Situation zu entschärfen, soll im ersten Halbjahr dieses Jahres an der Nord-Auffahrt ein stationärer Blitzer aufgestellt werden. „Hauptunfallursache ist nämlich überhöhte Geschwindigkeit“, weiß Anja Autzen. Etwas mehr Aufwand muss an der Süd-Auffahrt betrieben werden. Autzen: „Hier sind wegen der Brücke die Sichtverhältnisse nicht optimal. Eigentlich war an dieser Stelle eine Ampelanlage geplant. Die hätte an diesem Knotenpunkt wohl die Lage entspannt.“ Doch der zuständige Straßenbaulastträger, der Landesbetrieb Straßenwesen, habe sich dagegen entschieden. Das bestätigt Frank Schmidt, Dezernatsleiter Planung beim Landesbetrieb. „Es wurde entschieden, dass die Verkehrsmenge dafür nicht reicht. Der Landkreis war in diesen Prozess eingebunden“, so Schmidt. Sollten sich neue Erkenntnisse ergeben, sei es ohne Weiteres möglich, eine Ampel nachzurüsten.

Außerdem sei es so, dass Autofahrer aus Richtung Perleberg kommend wegen der Schutzplanke schlecht nach links schauen könnten. „Deswegen wird diese Planke umgebaut und zurückgesetzt. Hauptunfallursache ist aber überhöhte Geschwindigkeit“, betont Schmidt.

Fünfter Schwerpunkt ist der Bereich Groß Pankow-Pritzwalk der B 189, hier kam es zu 42 Unfällen, hauptsächlich durch Wild. Dieser Abschnitt wird bis zur durchgängigen Fertigstellung der Bundesstraße im Jahre 2017, wenn auch die Ortsdurchfahrt in Groß Pankow und die Anbindungen an die vorhandene Trasse für den Verkehr freigegeben sind, unter Beobachtung gestellt. Hier kam es zu 42 Unfällen, hauptsächlich durch Wild.

In Karstädt krachte es sechsmal am neuen Kreisverkehr an der B 5. „Wir hatten den Eindruck, dass die Kraftfahrer die Beschilderung zu spät sehen. Deswegen wird sie versetzt“, so Anja Autzen.

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