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Perleberger Standesamt Zieht Bilanz : „Hier ist Leben in der Bude“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

366 Geburten wurden 2016 in Perleberg beurkundet. Der Trend zu altdeutschen Vornamen hält sich.

svz.de von
erstellt am 15.Jan.2017 | 09:00 Uhr

377 Kinder wurden 2016 im Kreiskrankenhaus Prignitz in Perleberg geboren. 366 Geburten beurkundeten die Standesbeamtinnen Rommy Elster und Marina Gleiß. „Wir müssen zwischen geborenen und beurkundeten Kindern unterscheiden. Manche Eltern brauchen etwas länger für die Beurkundung. Es sollte aber zeitnah ein Termin vereinbart werden“, erklärt Rommy Elster. Gibt es einen neuen Erdenbürger in der Stadt, so bekommt das Standesamt über die Hebamme die Geburtsanzeige und bereitet die Beurkundung vor. Seit 2009 geht das digital, vorher wurde darüber Buch geführt. „Wir nehmen Kontakt zu den Eltern auf, beraten und informieren sie, welche Unterlagen sie zum Termin mitbringen sollen“, sagt Elster.

19 Prozent der Eltern, die im vergangenen Jahr in Perleberg ihren Nachwuchs zur Welt brachten, wohnen auch im Amtsbereich des Standesamtes, also in der Stadt oder den dazugehörigen Ortsteilen. 81 Prozent kommen von außerhalb. „Das muss nicht weit weg sein wie zum Beispiel aus Wittenberge. Aber wir hatten auch Geburten, wo sich die Mutti entschieden hat, hier zu entbinden, weil es ihre Heimat ist“, erinnert sich Elster.

Zumeist kommen Mama und der stolze Papa gemeinsam zur Beurkundung. „Manchmal kommen auch die Geschwisterkinder mit und erzählen ganz stolz vom neuen Familienmitglied“, fügt Elster schmunzelnd an.

2016 hatte, wie auch im Jahr zuvor, das starke Geschlecht wieder knapp die Nase vorn, sprich 188 Jungs wurden geboren und 178 Mädchen. Hinsichtlich der Namen ist die Vielfalt bunt und groß. Bei den Mädchen führt Sophie vor Emma und Lina, bei den Jungen sind es Ben, Anton und Elias. Der Trend zu altdeutsche Namen hält sich aber: Greta, Anna, Maximilian und Fritz haben immer mehr Anhänger. Zumeist entscheiden sich die Eltern auch nur für einen Vornamen. 132 hingegen gaben ihrem Sprössling zwei, dreizehn Eltern entschieden sich für drei Vornamen.

Auffällig sei, so Elster, dass „unter den 377 Kindern 18 Prozent sind, deren Eltern eine ausländische Staatsbürgerschaft haben.“ Ihnen die Beurkundung plausibel zu machen, stellt die Standesbeamtinnen vor Herausforderungen. Mit Händen und Füßen versuche man sich zu verständigen und oft kann auch „ein Dolmetscher oder Google ganz gut helfen“, berichtet Elster. Bis die Kinder beurkundet werden können, müssen die Staatsangehörigkeit und Personenidentität der Eltern geklärt werden. Da dauert der Vorgang schon mal etwas länger, denn Behörden müssen abgefragt werden. Kurzerhand wird der Trausaal dann zum Still- und Spielzimmer umfunktioniert. „Hier ist das ganze Jahr über Leben in der Bude“, sagt Rommy Elster lachend.

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