Lebenshilfe spendet für die Tafel : Hier darf die Tafel kostenlos tanken

Bistrochefin Danuta Meckelmann bereitet das Frühstück und den Mittagstisch in der Tankstelle der Lebenshilfe vor. Hier bedient sie Kundin Sandra Haase.
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Bistrochefin Danuta Meckelmann bereitet das Frühstück und den Mittagstisch in der Tankstelle der Lebenshilfe vor. Hier bedient sie Kundin Sandra Haase.

Lebenshilfe spendet der Tafel Wittenberge einen Gutschein im Wert von 300 Euro.

svz.de von
19. Dezember 2013, 08:00 Uhr

Die Kosten für Fahrzeuge und für das Benzin sind für die Prignitzer Tafeln finanziell ein ganz dicker Brocken. Insgesamt fallen pro Jahr etwa 13 000 Euro Spritkosten an, für die Wittenberger Tafel sind es rund 1800 Euro. Über unsere Zeitung hat davon die Lebenshilfe Prignitz erfahren. Ihre Geschäftsführer Tom Buchholz und Harm Carls wollen helfen. Im Rahmen unserer Weihnachts-Spendenaktion stiften sie Tankgutscheine im Gesamtwert von 300 Euro.

„Die Tafeln machen eine gute Arbeit und ich weiß, wie schwer es für sie ist, ausreichend gute Lebensmittel zu bekommen“, sagt Harm Carls. Mit ihrer Spende wolle die Lebenshilfe einen kleinen Beitrag zur Unterstützung leisten. Das Geld stellt die Sozialwerk Prignitz Integrationsbetriebe GmbH zur Verfügung. Sie ist eine Tochtergesellschaft der Lebenshilfe und wurde 2011 gegründet. Ende letzten Jahres übernahm sie eine Tankstelle in der Lenzener Chaussee in Wittenberge.

„Unser Ziel ist es, Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt zu geben“, sagt Geschäftsführer Harm Carls. In der Tankstelle seien mittlerweile elf Kollegen beschäftigt, darunter vier mit einer Behinderung. Zu ihren Aufgaben zählt das Bistro mit dem Frühstücksangebot und einem Mittagstisch, der frisch zubereitet werde. Das Bistro leitet die Köchin Danuta Meckelmann. Auch die Pflege der Außenanlagen, Hilfen beim Tanken oder beim Prüfen des Reifendrucks sowie das Erscheinungsbild im Shop und das Auffüllen der Waren sind Aufgaben, die Menschen mit einer Behinderung übernommen haben.

Der vierte Mitarbeiter wird ab 2014 eine verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen und den Benzineinkauf organisieren. „Momentan werden wir beliefert, wollen künftig aber das Benzin direkt einkaufen. Dazu brauchen wir einen Disponenten“, sagt Carls. Trotz dieser vier behindertenfreundlichen Arbeitsplätze müsse die GmbH wirtschaftlich denken und arbeiten. „Wir bekommen für diese Arbeitsplätze zwar staatliche Zuschüsse vom Integrationsamt zum Lohn, aber sie sind kein vollständiger Ausgleich“, so Carls. Diese Zuschüsse könne jeder Betrieb beantragen, der Behinderte beschäftigt.

Das Angebot der Tankstelle werde künftig noch erweitert. Die GmbH hat ein Nachbargrundstück erworben. Dort soll ein Handwaschplatz für Autos entstehen. „Damit vervollständigen wir unser Dienstleistungsangebot“, sagt Carls und weiter: „Wir wollen unsere Kunden nicht über die Mitleidsschiene überzeugen, sondern durch unsere Angebote.“


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