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Hilfe aus der Ferne für Wittenberge : Hessen machen Garsedower glücklich

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die 1300-Euro-Spende des Gesangsvereins Nieder-Ohmen stecken hiesige Wassersportler in ihr vom Hochwasser geschädigtes Bootshaus.

svz.de von
erstellt am 23.Jan.2014 | 12:00 Uhr

„15 000 Euro wird es kosten, die Hochwasserschäden an unserem Bootshaus in Garsedow und an unseren Anlagen dort zu beheben“, sagt Lothar Haase. Da ist es zu verstehen, dass er als Vorsitzender des Wassersportvereins und der Vizevorsitzende Helge Gartz hoch erfreut sind, als ihnen Bürgermeister Dr. Oliver Hermann und der Vorsitzende der Stadtverordnetenversamlung, Wolfgang Strutz, einen Scheck über 1300 Euro übergeben können. Das Geld stammt nicht von der Kommune. Sie hat es nur für einige Woche sicher aufbewahrt, bevor es – wie von den Spendern gewünscht – an Flutopfer weitergegeben werden konnte. Spender sind die Mitglieder des Gesangsvereins „Ancora Amena“ aus Nieder-Ohmen in Hessen. Die hessischen Sangesfreunde haben bei sich zu Hause mehrere Benefizkonzerte gegeben, um an der Elbe helfen zu können.

Und wie sind die Hessen gerade auf Wittenberge gekommen?

Eine naheliegende Erklärung hat der Vorsitzende des Arion-Chors, Hans-Hermann Litzenberg, zur Hand. Die bis dahin auch ihm unbekannten Sangesfreunde haben sich an der Elbe orientiert, als sie vom Hochwasser Geschädigte suchten. „Vielleicht hat dabei auch eine Rolle gespielt, dass wir mit dem A von Arion ganz vorm im Alphabet stehen.“ Vielleicht hat auch der von Chormitglied Hans-Herbert Lante gestaltete und gepflegte Internetauftritt des Wittenberger Chors eine Rolle gespielt. Sei es wie es sei, der Arion-Chor ist begeistert von der Hilfsbereitschaft der Hessen, hat aber zum Glück die Elbeflut unbeschadet überstanden. „Deshalb hilft jetzt ein Verein einem anderen Verein, der die Unterstützung sehr gut gebrauchen kann“, sagt Bürgermeister Dr. Oliver Hermann. Die Arion-Sänger hatten Ende Juli das Geld aus dem hessischen Dorf der Stadt zur Verwahrung übergeben.

Und die Wassersportler können die Unterstützung wirklich sehr gut gebrauchen, wie der Vereinschef und sein Vize versichern. Das Hochwasser hat sich in den Fluttagen einen Weg in das Gebäude gesucht. „Ich gehe in den großen Raum und unter dem Teppich quillt plötzlich Wasser vor“, erinnert sich Lothar Haase. So bald es wieder wärmer wird, kommt der Fußboden ’raus, Putz muss abgeschlagen, die Heizung zum Teil demontiert werden. „Wir haben noch eine riesige Menge Arbeit vor uns“, sagen Haase und Gartz und sprechen von den 70 Mitgliedern, die der Wassersportverein zählt. Das Bootshaus in Garsedow gehört der Stadt. Die Wassersportler nutzten es und tragen die laufenden Kosten. „Das sind an die 10 000 Euro, die wir Jahr für Jahr aufbringen müssen“, erklären die Vereinsvertreter. Deshalb sind die Wassersportler auch auf die Einnahmen aus Vermietungen von Räumlichkeiten im Bootshaus angewiesen. „Wir müssen also sehen, dass so schnell wie möglich alles wieder in Ordnung kommt“, erklärt Haase. Das gilt ebenso für die Slipanlage am Deich, die in den Hochwassertagen mächtig gelitten hat.

Neben der 1300-Euro-Chorspende und einer weiteren Spende der Krombacher Brauerei in Höhe von 2500 Euro (der „Prignitzer“ berichtete im Dezember), kann der Wassersportverein für den Wiederaufbau auf jene 11 300 Euro bauen, die er jetzt als Unterstützung aus dem Hilfsprogramm des Bundes für Hochwassergeschädigte erhielt.

Der Arion-Chor seinerseits überlegt, „ob wir nicht eine Delegation des Gesangsvereins aus Nieder-Ohmen zum Stadt- und Hafenfest nach Wittenberge einladen“, sagt Hans-Hermann Litzenberg. Es wäre eine gute Gelegenheit, sich näher kennenzulernen und sich auch persönlich bei den Hessen für ihre Hilfe zu bedanken.

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