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Ausverkauf : Henwi-Chef: Zwei sehr teuere Jahre

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Betreiber fühlt sich von Vermieter getäuscht

von
erstellt am 11.Okt.2014 | 09:00 Uhr

Der Geschäftsführer der Henwi-Nord GmbH, Ralf Hensgens, ist voll des Lobes für seine Mitarbeiter im Kaufhaus. Trotz des Ausverkaufs und der persönlichen Konsequenzen, die sich damit für sie ergeben, „ziehen sie enorm mit, sorgen dafür, dass das Kaufhaus noch als solches funktioniert“.

Am 10. September hatte die Henwi-Nord GmbH kurzfristig mitgeteilt, dass sie das Haus schließen will. Seit dem läuft der Ausverkauf. Trotzdem kommt täglich noch kartonweise Ware an. Hensgens erklärt, es handele sich um die neuen Kollektionen namhafter Marken. Die Bestellungen konnten nicht zurückgegeben werden. Also wird die aktuelle Ware verbilligt angeboten.

Die Prignitzer Kundschaft nimmt das Angebot augenscheinlich gern an. Das Kaufhaus ist voll wie seit Monaten nicht. Hensgens stößt das etwas bitter auf. Denn Grund für die Entscheidung, das Kaufhaus nach nur zwei Jahren wieder zu schließen, obwohl der Pachtvertrag für fünf Jahre ausgelegt ist, ist laut Hensgens der Umstand, „dass Kosten und Umsatz nicht zueinander passen“. Am Rande eines Besuches im Wittenberge bekräftigte Ralf Hensgens am Donnerstag (der „Prignitzer“ berichtete bereits gestern kurz), sein Unternehmen fühle sich getäuscht. „Wir sind in Bezug auf die Umsatzzahlen, auf die Situation in der Stadt und auf das, was hier möglich ist, nicht richtig informiert worden.“ Außerdem hätten die Vermieter der Prignitz-Galerie Zusagen über Veränderungen nicht eingehalten.

Vorwürfe, die bereits bei einem Gespräch mit der Redaktion im September die Eigentümerin der „Prignitz“-Galerie, Monika Rieker, zurück wies. Sie erhob ihrerseits Vorwürfe, sprach von Mietrückständen, die der Pächter hätte.

Nein, sagt Hensgens, die Henwi-Nord GmbH hätte Summen zurück behalten, weil zugesagte Arbeiten, beispielsweise zur Energiekostensenkung im Kaufhaus nicht erledigt wurden.

Die aus Vermietersicht ausstehenden Zahlungen haben laut Hensgens zur fristlosen Kündigung seitens des Vermieters geführt. Diese Aussage will Frank Steiner als Bevollmächtigter der Eigentümerin nicht weiter kommentieren. Es gebe momentan nichts Neues zu sagen, erklärte Steiner dem „Prignitzer“ in dieser Woche. Die Fronten zwischen Mieter und Vermieter scheinen verhärtet. Beide Seiten schließen nicht grundsätzlich aus, dass der Streit vor Gericht landen könnte.

Im Henwi geht derweil der Ausverkauf weiter. In den nächsten Tagen werde Ware weiter gesenkt, kündigt der Geschäftsführer an. Er geht davon aus, „dass wir noch vor Weihnachten das Kaufhaus weitgehend leer haben und schließen“. Die Henwi-Nord GmbH hat nach eigenen Auskünften zum 31. Dezember von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht. „Es waren zwei sehr teuere Jahre in Wittenberge. Wir mussten so handeln, um Schaden von unserer Firma abzuwenden.“


 

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