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Thomas Golz aus der Uckermark züchtet und trainiert Rentiere : Helfer für den Weihnachtsmann

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In der Vorweihnachtszeit haben nicht nur Menschen einen vollen Terminkalender. Es trifft mitunter auch Rentiere. Sie lassen sich neben der Glühweinbude streicheln oder ziehen den Weihnachtsmann mit dem Schlitten.

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erstellt am 23.Dez.2011 | 10:04 Uhr

Kleptow/Bonn | In der Vorweihnachtszeit haben nicht nur Menschen einen vollen Terminkalender. Es trifft mitunter auch Rentiere. Während sich die Menschen in Kaufhäusern und auf Weihnachtsmärkten drängen, lassen sich die Rentiere neben der Glühweinbude streicheln oder ziehen den Weihnachtsmann mit dem Schlitten. "Heiligabend ist dann Feierabend für die Tiere", sagt Thomas Golz aus der Uckermark. Bis dahin gibt es auf seinem Hof in Kleptow im brandenburgischen Nordosten Zubehör für den Weihnachtsmann: Schlitten und 22 Rentiere. Sie können auf Weihnachtsmärkten auch außerhalb der Landesgrenzen besichtigt werden oder kommen am 24. Dezember mit dem Weihnachtsmann zur Bescherung nach Hause, wie Golz erklärt.

Während manche Tiere arbeiten, hat die Ausbildung von anderen auf dem Hof gerade erst begonnen. Beim Training kommt es darauf an, dass die Rentiere unempfindlich gegen äußere Reize werden - also bei Kindergeschrei, Autos und Lärm nicht nervös werden, wie Golz sagt. Um das zu erreichen, beschallt der 45-Jährige seine Herde mit Radio und Comedy, hin und wieder knallt ein Luftballon, außerdem sollen die Tiere lernen, an der Leine zu gehen.

Seine Schützlinge hält Golz nicht nur für weihnachtliche Zwecke. Vor einem Jahr waren einige Exemplare sogar Teil einer Ausstellung im Berliner Museum Hamburger Bahnhof, hin und wieder treten die Tiere auch im Fernsehen auf. Golz ist nach eigenen Angaben einer der Vorreiter bei der Rentierzucht in Deutschland.

Vor zwölf Jahren fing alles an. Heute leben auf 30 Hektar 22 Rentiere. Hinzu kommen acht Elche, demnächst soll es auch Bisons geben. Regelmäßig sei er mit einem Transporter in Schweden, um Nachschub für sich und andere Züchter in Europa zu besorgen, sagt Golz. In Deutschland gebe es mittlerweile etwa 30 Rentierzüchter. Die Transporte sind nicht unproblematisch, weil sie Stress für die empfindlichen Rentiere bedeuten. Golz wünscht sich, dass Rentiertransporte stärker kontrolliert werden.

Tierschützer sehen die Haltung von Rentieren in Deutschland ohnehin kritisch - "auch dann, wenn auch in Skandinavien die traditionelle Haltung durch die Samen aufgrund der schwindenden Waldflächen und geänderten Lebenssituation immer seltener wird", teilt der Deutsche Tierschutzbund in Bonn mit. Die Sterblichkeit der empfindlichen Tiere sei hoch, pro Rentier sollten 1000 Quadratmeter Wiese zur Verfügung stehen. Derzeit werde an Empfehlungen für Haltungsvorschriften gearbeitet, Rentiere gälten als Haustiere.

Wer an Heiligabend nicht auf das Christkind wartet, vertraut auf den Weihnachtsmann, mit den Rentieren als Gabenbringer. Das Bild vom fliegenden Schlitten geht wohl auf das 1823 veröffentlichte Gedicht "A visit from St. Nicholas" zurück- bekannter unter dem Titel "The night before Christmas", wie Volkskundler Alois Döring vom Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn sagt. Das berühmte Rentier Rudolph wiederum sei 1939 mit dem Buch "Rudolph the red-noised reindeer" von Robert L. May hinzugekommen.

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