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Rettungshundestaffel Wittenberge : Helfer auf vier Pfoten

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Wird ein Mensch vermisst, kommt die Wittenberger Rettungshundestaffel zum Einsatz

von
erstellt am 04.Jan.2017 | 11:00 Uhr

Wenn Menschen Hilfe brauchen, kommen sie zum Einsatz: Die Vierbeiner der Rettungshundestaffel Wittenberge. Doch um einen Vermissten finden zu können, kommt es auf die Zusammenarbeit mit dem Herrchen an. „Wenn der Mensch einen schlechten Tag hat, überträgt sich das auf den Hund“, weiß Staffelleiterin Jana Schreiber (27).

Seit 2012 gibt es die Rettungshundestaffel erst, die als Facheinheit „Rettungshunde/Ortungstechnik“ an die Feuerwehr Wittenberge angebunden ist. Heute zählt die Truppe zehn menschliche und zehn tierische Mitglieder. „Wobei zwei Kollegen keinen eigenen Hund haben. Sie unterstützen uns als Helfer“, sagt Schreiber. Zeitaufwändig ist die ehrenamtliche Arbeit, das betonen Schreiber und ihr Stellvertreter Torsten Koynowski (52) im Gespräch. „Wir machen das neben unserem Job. Der geht auch immer vor. Dennoch klappt das mit dem Zeitmanagement ganz gut. Letztlich ist es eine Lebensentscheidung“, erzählt Torsten Koynowski, der als Anlagenfahrer im Schichtdienst tätig ist. Zwei- bis dreimal wöchentlich wird an wechselnden Standorten trainiert, entweder im Wittenberger Gewerbegebiet, auf dem Perleberger Flugplatz oder, nach Absprache mit dem Förster, auch im Wald. „Wir suchen Trainingsplätze, um den Hunden auch Abwechslung zu bieten“, so Jana Schreiber. Wer sich die Arbeit der Hundestaffel mal ansehen wolle, könne sich gern telefonisch bei ihr melden (siehe Infokasten).

Viele Ernstfälle gab es im vergangenen Jahr glücklicherweise nicht. Der aktuellste war die Suche nach dem Mann, der im November aus einer Bad Wilsnacker Pflegeeinrichtung verschwunden war. Die weiträumige Suche, auch in den Waldgebieten, blieb erfolglos. Der Mann wurde Wochen später tot an einer Bahnstrecke entdeckt (wir berichteten).

Grundsätzlich sei jeder Hund als Fährtensucher geeignet. „Es ist egal, ob es sich um einen Berner Sennenhund oder einen Pudel handelt. Im Training kommt es darauf an, ob das Tier Interesse und Freude an der Bewegung hat. Und es ist wichtig, dass die Suche für den Hund immer wie ein Spiel ist“, erklärt Jana Schreiber, die ihren dreijährigen Beagle „Jack“ gerade zum sogenannten Mantrailer ausbildet. „Das sind Hunde, die den Geruch einer bestimmten Person aufnehmen und diese dann suchen. Sie laufen an einer acht Meter langen Leine. Daneben gibt es die Flächenhunde, die frei laufen und allgemein nach menschlichen Gerüchen in einem weitläufigen Gebiet suchen. Alle Hunde sind durch Kenndecken gekennzeichnet.“ Derzeit fehle es der Hundestaffel an Mantrailern. Beagle „Jack“ soll im nächsten Jahr mit seiner Ausbildung in diesem Metier fertig sein. Doch es gibt auch weitere Spezialisierungen, wie zum Beispiel für die Suche in Trümmern, für die sich aktuell zwei Ehrenamtler interessieren. „Gerade Flächen- und auch Trümmerhunde müssen in der Ausbildung lernen, über Leitern zu gehen oder über wackelige Wippen, damit sie im Einsatz keine Angst davor haben und diese Situation kennen“, erklärt Jana Schreiber, die seit 2015 dabei ist. „Die Herausforderung ist zu sehen, wozu der Hund in der Lage ist und wie man sich als Team Signale sendet.“ Torsten Koynowski, der seit 2014 dabei ist, ergänzt: „Menschen helfen zu können, ist eine große Motivation. Die Hundenase in den Dienst der Sache zu stellen, darauf kommt es an.“ Da die Rettungshundestaffel bei der Feuerwehr angebunden ist, haben die Mitglieder auch eine Grundausbildung und die sogenannte Truppmann 1-Prüfung absolviert. Koynowski: „Wir sind keine Feuerwehrmänner bzw. -frauen. Aber wir beherrschen die Erste Hilfe und die Grundlagen.“

Über ein Geschenk konnten sich die Ehrenamtler zum Weihnachtsfest freuen. Sie erhielten vom Landtagsabgeordneten Thomas Domres und der Bundestagsabgeordneten Dr. Kirsten Tackmann (beide Die Linke) eine Spende in Höhe von 500 Euro. „Darüber freuen wir uns sehr. Wir planen, das Geld in Schutzausrüstung, also Hosen, Helme, Jacken und Stiefel, zu investieren“, blickt Jana Schreiber voraus. Viele Ausrüstungsteile haben sie sich bereits selbst gekauft. Zum Training und den Einsätzen fahren sie mit ihren privaten Autos. Der Wunsch der Ehrenamtler ist es, in den nächsten Jahren auch überregional Einsätze absolvieren zu können.

 

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