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Aschermittwoch? Egal! : Helau Prignitz und Tschüss

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Aus der Redaktion des Prignitzers

25 Jahre nach der Premiere findet das Präsidententreffen in Berge statt / Überraschungsgäste kommen aus dem Sauerland

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Wenn in ganz Deutschland das letzte „Helau“ verhallt ist, dann trumpft der Karneval in der Prignitz noch einmal auf. Das Präsidententreffen bringt die Vereine zusammen, ein Abend nur für sich selbst. Am Sonnabend war Berge Gastgeber – und das war kein Zufall.

Hier im Norden der Prignitz wurde das Präsidententreffen vor 25 Jahren geboren. Die Idee dazu hatte Petra Maaß. 1988 war sie nach Berge gezogen, kurz darauf schon Mitglied in der Karnevalsgesellschaft. Proben für das eigene Programm, die eigenen Büttenabende folgten und dann war die Saison schon wieder vorbei. „Wir selbst konnten weder feiern noch sehen, was andere Vereine präsentieren“, sagt sie. Das Präsidententreffen am Samstag nach Aschermittwoch war die Lösung.

„Reetz, Lenzen, Karstädt und Barenthin nahmen damals unsere Einladung an.“ Seitdem ist diese Party fest im Terminkalender aller Vereine verankert. Hier möchte niemand fehlen. „Ich freue mich, dass es so eine Tradition geworden ist“, sagt Petra Maaß, die kurz darauf live auf der Bühne steht und den Evergreen „Rote Rosen“ singt.

An einem der voll besetzten Tische schunkeln die Lanzer Narren. Für sie ist es ein besonderer Tag: „Wir hatten unsere Büttenabende abgesagt, unser Verein musste sich neu finden“, erklärt Kerstin Pump. Die selbst verordnete Zwangspause sei dafür der einzig richtige Weg gewesen. „Heute zeigen wir, dass es uns noch gibt. Das ist auch ein Signal an unsere Förderer“, sagt Kerstin Pump. Der Lanzer Karneval werde am 11.11. zurückkehren. In Berge beweist die Showtanzgruppe, dass die Lanzer ihren Gästen eine sehenswerte Veranstaltung bieten können. „Ansonsten wollen wir heute einfach Spaß haben, schauen, was die anderen Vereine auf die Bühne bringen.“ Das ist eine ganze Menge. Die erst 17-jährige Annemarie aus Dallmin überrascht mit einer frech-frivolen Büttenrede, in der sie auch darstellerisch absolut überzeugt. Aus Karstädt präsentieren die Senioren ihren Tanz. Passend zum diesjährigen Geister- und Dämonen-Motto sind die gewählte Musik und die Kostüme. Lenzen bringt musikalische Grüße und die Barenthiner schicken das Männerballett aufs Parkett.

Höhepunkt an diesem Abend sind aber die Garden, allen voran die Minifunken des Gastgebers und deren Funkengarde, die schon mit ihrem ersten Auftritt zur Filmmusik „Fluch der Karibik“ den Saal zum Kochen bringt.

Eine Garde sticht heute jedoch hervor: die Valberter Konfettis. Noch vor zwei Wochen standen sie nicht auf dem Programm. „Wir haben uns über Facebook kennen gelernt. Die Valberter kommen aus dem Sauerland“, verraten Janine Jaeger und Madlen Dierke vom Berger Organisationsteam.

Beide hatten gegenseitig einen Gastverein gesucht und sich so gefunden. Allerdings unter falschen Annahmen, wie Angela Plänker verrät: „Wir dachten bei Berge handelt es sich um einen Ort in unserer Nachbarschaft, etwa eine Stunde entfernt“, erzählt die Trainerin der Konfettis. Erst während des Kontakts erfuhren die Sauerländer, dass sie mit dem 650 Kilometer entfernten Berge über einen Besuch sprechen.

„Die Sympathie hat gleich gestimmt und wir sind heute auch wunderbar aufgenommen worden“, bereuen sie die stundenlange Anreise nicht. Ihr Verein zählt rund 200 aktive Mitglieder, es gibt fünf Tanzgruppen und Valbert liegt in einer Karnevalshochburg. Erwartungsgemäß professionell schwingen die Valberter Konfettis ihre Beine und Hüften. Stehende Ovationen im Saal der Berger Gaststätte.

So folgt Höhepunkt auf Höhepunkt, jeder zeigt das Beste seines Programms, allen voran die Gastgeber, die sogar ihre ehemaligen Funken mit einem Showtanz zurück auf die Bühne schicken.

Zu vorgerückter Stunde ist dann auch in der Prignitz das letzte „Helau“ verhallt. Majestäten und Präsidenten verabschieden sich bis zum 11.11. und am Sonnabend nach Aschermittwoch 2017 wird Lenzen Gastgeber des Präsidententreffens sein.

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