Karneval in Laaslich und Lenzen : Helau, alle Macht den Jecken und Narren

Konfettiregen brachte Stimmung und eine Atempause für Akteure.  Fotos: Ronald Ufer/Doris Ritzka Konfettiregen brachte Stimmung und eine Atempause für Akteure.  Fotos: Ronald Ufer/Doris Ritzka
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Konfettiregen brachte Stimmung und eine Atempause für Akteure. Fotos: Ronald Ufer/Doris Ritzka Konfettiregen brachte Stimmung und eine Atempause für Akteure. Fotos: Ronald Ufer/Doris Ritzka

Die beiden LCC sorgten für einen standesgemäßen Auftakt, weitere Veranstaltungen stehen bis Rosenmontag auf dem Plan der Karnevalisten

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10. Januar 2016, 19:12 Uhr

Frühling, Sommer, Herbst, Winter und: Karneval. Zum etwas anderen Bummel durch die fünf Jahreszeiten laden die Laaslicher Jecken und Narren in diesem Jahr ein. Und als sich öffnender Frühblüher kommt so auch das Prinzenpaar daher: Ihre Lieblichkeit Sandra I. und Ihre Hoheit Mark I. Zwar noch ohne Trauschein, so sind die beiden auch im wahren Leben ein Paar.

Für ein überaus turbulentes Leben sorgten am Sonnabend so dann die rund 85 Aktiven auf und hinter der Bühne. Wobei fast alle auch auf den Brettern, die die Welt bedeuten, ihren Part hatten, denn wer singt, tanzt, in der Bütt für manchen Lacher sorgt, der ist zumeist auch Handwerker, Techniker, Choreograf, Stylist oder was gebraucht wird. „Wir sind ein kleines Dorf. Jedes Jahr ein Karnevalsprogramm auf die Beine zu stellen, das ist schon ein Kraftakt und gelingt eben nur, wenn alle mit anpacken, an einem Strang ziehen, Ideen beisteuern und auch dabei sind, wenn es ans Umsetzen geht“, bringt es André Schubert, seines Zeichens Vereinsvorsitzender des LCC, auf den Punkt. Und im gleichem Atemzug geht ein großes Dankeschön an die vielen Sponsoren, ohne die die tollsten Ideen kaum umsetzbar wären. Das gilt auch für die Gemeinde, denn Bürgermeister Udo Staeck übergab nicht nur mit den großen „Rathausschlüssel“, sondern auch einen kleinen Umschlag.

Mit Kind und Kegel sind die Enthusiasten des LCC dabei, wenn der Ruf „Laaslich – Helau“ ertönt. In diesem Jahr mit einer Reminiszenz an die vier plus eine Jahreszeit. Da ist der Hotelier aus den „Vier Jahreszeiten“ in der Bütt dabei, schüttelt Frau Holle tüchtig die Betten und startet dabei einen Großangriff auf die Lachmuskeln, hat der Feuerwehrmann einen spritzigen Auftritt, steht Katy Peukert, die sonst als Singdrossel zu erleben ist, als Teenager das erste Mal in der Bütt und sorgen die tanzenden Nebeliner Männerbeine bei der Après-Ski-Party für ohrenbetäubende Lachsalven, um nur einige der vielen Highlights zu nennen. Und natürlich fehlen auch sie nicht, die Funken- und die Prinzengarde. Während letztgenannte gemeinsam mit dem Elferrat in seinen neuen Prunkmützen und schicken rot-goldenen Uniformen dem Prinzenpaar bei den närrischen Amtsgeschäften zur Seite stehen, sprühen die Funken nach Marschmusik, zeigen aber auch Haut und Rhythmus und von beiden viel, bei ihren Showeinlagen.

Tradition und Show – das ist der Laaslicher Karneval. Neben Glitzer, Glamour und modernem Flair sind Elferrat, die Garden und natürlich das Prinzenpaar faktisch ein Muss, betont der Vereinsvorsitzende. Auch wenn es in den 48 Jahren einen Karneval mal ohne Majestäten gab. Das ist, soll und wird die Ausnahme bleiben, ist sich André Schubert so sicher, wie zur Laaslicher 5. Jahreszeit als Hofstaatkapelle die Löcknitztaler gehören und der hauseigene DJ Gordon, der eigentlich Stefan heißt. Im Dorf bekomme jeder in der Jugend einen Spitznamen verpasst und den behalte man auf ewig.

Wie die Großen, so können es auch die Kleinen. Am 24. Januar, 14 Uhr Einlass, heißer Start um 15 Uhr, eröffnet das Laaslicher Kinderprinzenpaar die große Kinderkarnevalsfete. Tanz, Bütt, Gesang, Spiel und zum Abschluss eine riesige Konfettischlacht sind angesagt. Laaslich Helau!


68. Session in Lenzen


Der Saal ausverkauft die Stimmung toll, die Lenzener Karnevalisten hatten zum Auftakt der 68. Session am Samstag wieder alles richtig gemacht. „Im Winter gibt es hier wenig Kultur, da sind unsere Veranstaltungen besonders wichtig. Es gilt, wer bei unseren Büttenabenden nicht dabei war, der kann in der Stadt nicht mitreden“, so LCC-Präsident Torsten Wagner.

Besonders gespannt war das Publikum wieder auf das Motto der Session. In den vergangenen Monaten probten die fünf Gruppen unter einem Arbeitstitel, das Motto wurde vereinsintern erst bei der Generalprobe bekanntgegeben. „Der LCC eiskalt“ kam an, wie der Publikumsbeifall zeigte. Winterlich waren aber nur einige Lieder und Kostüme sowie die aufwendige und sehr schöne Dekoration. Schon der singende und tanzende Elferrat heizte den Besuchern ordentlich ein. Der besungene Verlust vieler Geschäfte, Handwerksbetriebe und Einrichtungen in der Stadt hinterließ nach den belachten Pointen manchen bitter-nachdenklichen Beigeschmack.

Auch bei den Gardetänzen und der Einführung des Prinzenpaares Seine Tollität Martin und Ihre Lieblickeit Diana fror niemand. Heiß her ging es bei den Büttenreden. Die Brezeltante ließ von Rathaus-Skurilitäten bis zur eine Spur der Verwüstung hinterlassenden Fahrt von Traktorfreunden bei ihrem umjubelten Auftritt fast keine Peinlichkeit und Seltsamkeit des Vorjahres aus.

Auch die anderen Büttenredner gaben sich gar nicht „cool“, sondern teilten kräftig aus. Vom „Das schaffen wir“ der Kanzlerin über den Bürgermeister und die Rathausfinanzen, die Amtsverwaltung und deren Müllsack-Beantragung bis zur Biogasanlage mit der lauten, die Straßen und Häuser an den Anfahrtstrecken erschütternden Belieferung zeichneten die Karnevalisten ein ironisch und oft auch sarkastisch gefärbtes Bild der Sorgen und Alltagsprobleme in Lenzen.

Auch allerlei seltsame Zeitgenossen wurden in den Büttenreden der unter anderem mit „Bofrost-Sackkarre“ und Fahrrad auftretenden Akteure lebendig. Nicht-Vegane-Ernährungstipps fanden ebenso ihr Publikum wie satirische Beziehungsratschläge. Der Klimawandel sei jedenfalls an der Lage in der Stadt und dem „Nix“ auf einigen Gebieten nicht schuld, davon zeigte sich der Lenzener Carnevals Club „Blau-Weiss“ überzeugt. Daneben gab es eindrucksvolle Stimmungsrunden mit den überzeugenden Sängern des Vereins, Salven der Konfetti-Kanone, viele tolle Tänze und als große Überraschung bei der Prinzengarde mitmachende Männer. Nur der Bürgermeisterauftritt fiel in diesem Jahr weg, den Rathausschlüssel hatte sich der LCC nach langer Pause am 11.11. geholt.

Mit Beifall und begeisterten Lenzen O ja-Rufen quittierte das Publikum die Auftritte der blau-weißen Karnevalisten.

Büttenabende gibt es noch am 16., 23., und 30. Januar sowie am 6. Februar jeweils um 19.30 Uhr im Schützenhaus. Am 24. Januar um 14 Uhr ist Rentnerkarneval, am 7. Februar um 14 Uhr Kinderkarneval und am 8. Februar um 20.30 Uhr Rosenmontagsball.

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