Kreisfusion : Heiratsantrag: OPR will PR

Mehr als ein Symbolfoto? Der Prignitzer Landrat Torsten Uhe (vorn r.) und sein Ostprignitzer Kollege Ralf Reinhard nahmen an dem gestrigen Gespräch zur Kreisreform teil.
Mehr als ein Symbolfoto? Der Prignitzer Landrat Torsten Uhe (vorn r.) und sein Ostprignitzer Kollege Ralf Reinhard nahmen an dem gestrigen Gespräch zur Kreisreform teil.

Kreistag und Kommunen wünschen eine Fusion

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28. August 2015, 08:00 Uhr

Binnen weniger Tage gibt es ein zweites, deutliches Votum für eine Fusion der Kreise Prignitz und Ostprignitz-Ruppin. Nachdem mehrere kommunale Vertreter aus beiden Kreisen Anfang der Woche dafür plädierten, folgten gestern der Verein Autobahndreieck Wittstock Dosse sowie die Kommunen Pritzwalk, Wittstock, Heiligengrabe und Meyenburg.

Seit zehn Jahren arbeiten sie bereits als kooperative Mittelzentrum zusammen - über Stadt- und Kreisgrenzen hinaus. Zu ihrem gestrigen Treffen hatten sie beide Landräte eingeladen: Torsten Uhe und Ralf Reinhard.

„Wir haben bewiesen, dass wir erfolgreich zusammenarbeiten können – zum Wohle unserer Einwohner und Unternehmen, und wir wollen kein Anhängsel des Havellandes oder von Oberhavel sein“, sagt der Wittstocker Bürgermeister Jörg Gehrmann. Deshalb rufen die Kommunen beide Kreistag e auf, sich mit dem Thema offensiv zu befassen. Beide Kreise sollten aktiv ihre Zukunft gestalten und nicht auf einen Federstrich am Grünen Tisch in Potsdam warten. Gehrmann wertet dieses Votum als ein Signal an den Innenminister.

Von einem „historischen Moment“ sprach Pritzwalks Bürgermeister Wolfgang Brockmann. „Wir haben nach Gemeinsamkeiten gesucht, diese herausgearbeitet und sehen in diesem Konsens die Möglichkeit, für eine erfolgreiche und gemeinsame Entwicklung“, so Brockmann. Klaus-Peter Garlin, Vorsitzender der Pritzwalker Stadtverordnetenversammlung, bezeichnet das Treffen gar als eine historische Chance. Fehler, die 1993 bei der letzten Kreisgebietsreform gemacht wurden, zu bereinigen. Damals entzweite die Diskussion über den Kreissitz die Region. Das dürfe sich nicht wiederholen. Es sei seine tiefe Überzeugung, die beiden Landkreise künftig zusammenzuführen.

Landrat Thorsten Uhe betonte, dass die Prignitz weiterhin Nachbesserungen am Entwurf der Funktionalreform fordere. Es müsse verbindlich geklärt werden, welche Aufgaben Land, Kreis und Kommunen künftig haben. Ohne diese Nachbesserungen auf Seiten des Landes sei eine Kreisgebietsreform nicht möglich, meint Uhe.

Am 10. September werde sich der Prignitzer Kreistag mit diesem Thema befassen: „Wir beurteilen die Grundlagen des Leitbildes des Innenministeriums sehr kritisch, favorisieren noch keinen Fusionspartner“, sagt Uhe.

Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin ist in dieser Frage schon deutlich weiter. Landrat Ralf Reinhard reicht Perleberg die Hand. Auf der jüngsten Sondersitzung des Kreistages gab es einen Beschlussvorschlag, in dem sich sein Kreis eindeutig für eine Fusion mit der Prignitz aussprach Es gehe um die gemeinsame Entwicklung der ländlichen Region und bei einer Fusion mit dem Berliner Speckgürtel würden Prignitz wie auch Ostprignitz-Ruppin nicht im Fokus zukünftiger Entscheidungen stehen.

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