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Der Prignitzer

22. November 2017 | 06:33 Uhr

Hecke vom Grab gestohlen

vom

svz.de von
erstellt am 15.Aug.2012 | 10:50 Uhr

Wittenberge | Die Trauer um einen geliebten Menschen, der verstorben ist, kostet schon viel Kraft. Wie schlimm mag es dann sein, wenn die liebevoll gepflegte letzte Ruhestätte des Angehörigen oder Freundes ihres Grabschmucks beraubt oder gar der Grabstein umgestoßen wird. Diese Fälle häufen sich in letzter Zeit.

Aus diesem Grund meldete sich vor kurzem eine Leserin in der "Prignitzer"-Redaktion. Sie hatte Buchsbäume auf dem Grab ihrer Schwester gepflanzt. Beim nächsten Besuch auf dem Wittenberger Friedhof dann das böse Erwachen: Die aus den kleinen Bäumen gepflanzte Hecke war komplett verschwunden. Ausgegraben. Bestimmt nicht von Tieren.

Die Frau wirkte äußerlich gefasst. Aber innerlich dürfte es in ihr gebrodelt haben. Das versteht auch Friedhofsverwalter Ingo Lipinski. "Mit Diebstahl haben wir immer zu tun. Oder es werden Grabsteine umgestoßen", antwortet er auf die Frage, ob gerade im Moment viele Ruhestätten ihres Blumenschmucks oder ihrer Bepflanzung beraubt werden.

Allerdings ist die Friedhofsverwaltung machtlos. "Wie wollen wir dagegen vorgehen?", fragt Ingo Lipinski angesichts des Geländes von insgesamt 24 Hektar. An der Einsatzbereitschaft von seinen Mitarbeitern und ihm soll es nicht liegen. "Wir haben Posten, die sich umsehen, und wir führen Kontrollfahrten durch. Ganz ausschließen können wir so etwas aber nicht", erklärt Ingo Lipinski. Erst im Februar hatten Unbekannte auf dem Friedhofsgelände gleich 16 Grabsteine umgeworfen. Und jetzt wieder einmal Pflanzen. "Es ist eine Schande", ärgert sich auch der Friedhofsverwalter Ingo Lipinski über die Dreistigkeit dieser Menschen.

"Wachsam sein", das hält er für ein gutes Mittel gegen den Diebstahl. Der sollte in Zukunft vielleicht etwas schwerer werden. Das bisweilen unübersichtliche Areal nimmt nach und nach parkartige Züge an. Der elbestädtische Friedhof wird nicht mehr in seiner vollständigen Ausdehnung benötigt. "Wir schneiden hier und da etwas zurück, wollen die dunklen Ecken verschneiden lassen, damit die Leute insgesamt mehr Sicherheit haben", sagt Ingo Lipinski.

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