Schifffahrt : Havarie zwingt Verkehr auf die Elbe

Erst musste die tonnenschwere Ladung aus vier Metern Tiefe geborgen werden. Bis zum Wochenende soll dann auch das zerbrochene Schiff aus der Fahrrinne entfernt sein.
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Erst musste die tonnenschwere Ladung aus vier Metern Tiefe geborgen werden. Bis zum Wochenende soll dann auch das zerbrochene Schiff aus der Fahrrinne entfernt sein.

Mittellandkanal seit Tagen gesperrt, Ausweichstrecke führt an Wittenberge vorbei, Fluss fungiert als Bypass

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05. November 2014, 21:45 Uhr

So eng wie in den zurückliegenden Tagen war es lange nicht mehr im Hafen von Wittenberge. Ungewöhnlich viele Schiffe machten hier fest, und auch auf dem Fluss selbst ist der starke Verkehr zu beobachten. Die Ursache dafür liegt im Mittellandkanal auf Grund. Am 28. Oktober ist ein Güterschiff bei Oebisfelde (Landkreis Börde) gesunken, ist von Hubert Finke, Leiter des Wittenberger Außenbezirks des Wasser- und Schifffahrtsamtes Magdeburg, zu erfahren.

„Ein Frachter hat das 67 Meter lange Schiff gerammt“, so Finke. Danach war es auseinander gebrochen, gesunken und lag quer zur Fahrrinne. Geladen hatte es 800 Tonnen Eisen. Seitdem ist der Kanal blockiert, an der Unfallstelle kommt kein Schiff vorbei.


470 Kilometer langer Umweg


„Sie nehmen den Umweg über die Elbe“, sagt Hubert Finke. Von Norden kommend können sie bei Lauenburg nicht in den Mittellandkanal hinein fahren, bleiben auf der Elbe, an Wittenberge vorbei und stoßen erst wieder nördlich von Magdeburg auf dem Mittelland- bzw. den Elbe-Havel-Kanal. Ein Umweg von rund 470 Kilometern sei das, aber zugleich die einzige Chance für den Schiffsverkehr.

Unterdessen laufen bei Oebisfelde die Bergungsarbeiten, wird die Ladung aus etwa vier Metern Tiefe geborgen. Voraussichtlich am kommenden Wochenende soll die Unfallstelle wieder beräumt sein, so Finke.

Dieser Fall zeige einmal mehr die Bedeutung der Elbe. Selbst wenn sie bedingt durch Strömung und niedrige Wasserstände nicht uneingeschränkt als Wasserstraße attraktiv sei, „so hat sie doch eine wichtige Funktion als Bypass, wenn es auf dem Kanal wie jetzt eine Störung gibt oder eine Schleuse defekt ist“, sagt Finke.

Die Schiffsführer hatten Glück, dass in der vergangenen Woche die Elbe gut Wasser geführt hatte. Der Pegel Wittenberge lag bei 3,50 Meter, fällt seitdem langsam wieder. Bei Niedrigwasser hätten zumindest die beladenen Schiffe Schwierigkeiten auf der Ausgleichstrecke bekommen.

Noch eine Besonderheit mag Spaziergängern im Wittenberger Hafen derzeit aufgefallen sein. Manche Schiffe waren aneinander gekoppelt. Hubert Finke vermutet als Ursache fehlende Elbpatente bei manchen der Kapitäne. Ohne dieses dürfen sie die Elbe nicht befahren, müssen einen Lotsen an Bord haben oder aber an ein Schiff gekoppelt sein, dessen Kapitän über das notwendige Patent verfüge.


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