Neuer Facharzt : Hautarzt eröffnet Praxis

Der künftige Hautarzt wird ab April seine Praxis im Gesundheitszentrum Wittenberge in der Perleberger Straße haben.
Der künftige Hautarzt wird ab April seine Praxis im Gesundheitszentrum Wittenberge in der Perleberger Straße haben.

Wittenberge bekommt nach sieben Jahren des Wartens wieder einen Dermatologen

svz.de von
28. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Nach mehr als sieben Jahren wird Wittenberge wieder einen Hautarzt bekommen. Am 1. April soll dieser seine Praxis im Gesundheitszentrum eröffnen. Das bestätigte auf Nachfrage Karsten Krüger, Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses.

Für Wittenberge und Patienten aus der Umgebung dürfte diese Aussage nachträglich ein schönes Weihnachtsgeschenk sein. Vorgänger Dr. Norbert Haßler hatte seine Praxis zum Jahresende 2007 geschlossen. Seitdem waren mehrere Versuche gescheitert, einen Nachfolger zu finden.

Potentielle Kandidaten konnten sich letztendlich nicht dazu durchringen, in der Elbestadt eine Praxis zu eröffnen. Der einzig praktizierende Hautarzt war in Pritzwalk verblieben. „Damit gibt es offiziell eine Unterversorgung im Landkreis und wir erwarten bei der Zulassung durch die Kassenärztliche Vereinigung (KV) keine Schwierigkeiten“, sagte Krüger.

Der offizielle Antrag liegt der KV seit dem 2. Dezember vor. Mit dem Facharzt selbst habe das Kreiskrankenhaus bereits einen Vertrag geschlossen. Das Gesundheitszentrum ist eine hundertprozentige Tochter der Perleberger Klinik.

Derzeit arbeitet der Hautarzt an einer Berliner Klinik. Seine Facharztausbildung habe der gebürtige Syrier vor drei Jahren abgeschlossen. „Wir haben uns mehrfach in der Prignitz getroffen, er kann sich sprachlich hervorragend verständigen“, so Krüger. Der künftige Kollege sei sehr an der Region interessiert, habe mit Menschen gesprochen, sich nach politischen Konstellationen im Kreistag und in den Stadtparlamenten erkundigt.

Seine Praxis werde modern eingerichtet sein, unter anderem arbeite er mit Lasertechnik. „Da wir im Gesundheitszentrum auch eine Chirurgie haben, kann diese durch den Hautarzt für Operationen mit genutzt werden“, weist Krüger auf einen weiteren Vorteil hin.

Das Kreiskrankenhaus sei zwar in erster Linie für die stationäre Betreuung verantwortlich, aber engagiere sich zunehmend auch im ambulanten Bereich. „Das ist gewollt und soll die medizinische Versorgung im Kreis verbessern“, erklärt Landrat Torsten Uhe (parteilos). Der Kreis ist alleiniger Gesellschafter der Perleberger Klinik.

Schon jetzt gebe es im Gesundheitszentrum einen Allgemeinmediziner und die erwähnte chirurgische Praxis. Im August eröffnete ein Kinderarzt eine Praxis in Pritzwalk. Auch er ist zusammen mit einer weiteren Kinderärztin angestellt im Gesundheitszentrum. Dr. Dagmar Lippmann wird das Team schon ab dem 5. Januar als Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie verstärken. Jeweils montags und dienstags bietet sie Sprechstunden an. Zusammen mit der im Haus befindlichen Apotheke habe sich in Wittenberge ein richtiges medizinisches Zentrum etabliert.

Karsten Krüger schließt nicht aus, dass sich sein Haus noch stärker im ambulanten Bereich engagieren werde. Es gebe verschiedene Ideen und Überlegungen, die unter anderem das MRT im Kreiskrankenhaus betreffen. Bisher dürfen damit nur stationäre Patienten untersucht werden. Diese Leistung würde die Klinik auch gerne ambulant ermöglichen, sagt Karsten Krüger. Aber das sei noch nicht entschieden.

Bei allem Engagement im ambulanten Sektor verhehlt Krüger nicht, dass diese Angebote letztlich wirtschaftlich sein müssen. „Es muss sich rechnen“, sagt Karsten Krüger.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen