Immobilien Bad Wilsnack : Haus nach Brand wieder aufgebaut

Bauherr Daniel Konradt und Bauingenieurin Annette Schulze vor dem nahezu fertigen Haus in der Großen Straße.
Bauherr Daniel Konradt und Bauingenieurin Annette Schulze vor dem nahezu fertigen Haus in der Großen Straße.

Fertigstellung für April avisiert / Drei Wohnungen warten auf Mieter

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04. März 2015, 12:00 Uhr

Was in einem Dachstuhlbrand in den Abendstunden des 4. Juni 2013 seinen Anfang nahm, soll im April weitgehend vergessen sein. „Bis dahin dürften die Bauarbeiten abgeschlossen und die Wohnungen bezugsfertig sein“, sagt Bauherr Daniel Konradt aus Falkensee, der 2012 das Haus in der Großen Straße in Bad Wilsnack gekauft hatte.

„Ich hatte in dem Laden im Erdgeschoss die Büroräume für mein Schornsteinfeger- und Energieberatergeschäft. An den Wochenenden war häufig meine ganze Familie hier, so dass irgendwann der Entschluss fiel, das Haus zu kaufen.“

Als am Tag nach Ausbruch des Feuers das ganze Ausmaß des Schadens klar wird, steht Konradt vor den Trümmern seiner Existenz. Ein Baumangel im Dach wird schließlich als Brandursache festgestellt. Ein klarer Fall von Versicherungsschaden.

Da ein Verkauf nur mit erheblichen Verlusten möglich gewesen wäre, entscheiden sich Konradt und seine Frau zum Wiederaufbau und stoßen dabei auf unvorhersehbare Probleme. „Der Baugrund erwies sich als nicht tragfähig genug“, erklärt Bauingenieurin Annette Schulz, die das Projekt betreut. „Um die geforderte Stabilität zu erreichen, mussten wir neun Pfähle zwölf Meter tief in die Erde treiben und das Haus darauf errichten.“ Die Mehrkosten durch diesen Aufwand deckt die Versicherung allerdings nicht ab, so dass Konradt zusätzlich Geld investieren muss. „Im Zuge dieser substanziellen Baumaßnahme haben wir auch gleich das Dachgeschoss mit ausgebaut und das ganze Haus durch Dämmung und effektive Fußbodenheizungen auf ein Energielevel von 95 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr gebracht“, sagt Konradt. Vorher hätte das Gebäude die dreifache Energiemenge verbraucht, so der Experte.

Die zwischenzeitliche Kritik Außenstehender, dass hier ein Fachwerkhaus nicht denkmalgerecht wiederaufgebaut würde, sei indes haltlos, sagt Annette Schulze. „Das Haus war kein Fachwerkhaus, sondern normales Mauerwerk. Die einzige wirkliche Fachwerkwand haben wir sogar erhalten können.“

Eine Dreiraum- und zwei Zweiraumwohnungen mit 54 bis 75 Quadratmetern sowie ein kleines Ladenlokal sind demnächst bezugsfertig. „Wer sich für eine Wohnung interessiert, kann gerne am Sonnabend, dem 7. März, zwischen 11 und 15 Uhr vorbeikommen und sich umsehen“, lädt Daniel Konradt ein.

Er selbst und seine Familie werden für sich allerdings keine Wohnung mehr im Haus haben. „Die Mehrkosten beim Bau können wir nur wieder hereinholen, wenn wir alle Wohnungen vermieten. Lediglich mein Büro hat Räumlichkeiten im Hinterhaus.“

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