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Jubiläum in der Elbestadt : „Happy Birthday!“, altes Rathaus

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Wittenberger und Gäste feiern im und am repräsentativen Haus dessen Einweihung vor 100 Jahren.

Gedränge im und vor dem Archiv im Rathauskellergewölbe. Leute blättern in alten Zeitungen, lassen sich ausliegende Dokumente erklären, gucken in Fotoalben. Anstehen ganz oben vor dem Aufgang zum Turm. Wer aus luftiger Höhe einen Blick auf die Stadt werfen will, muss Geduld mitbringen oder er nutzt die Zeit zu einer ungewöhnlichen Kaffeepause. Mitarbeiter der Stadtverwaltung haben es fertig gebracht, den großen Sitzungssaal und sein Vorzimmer in ein Caféhaus zu verwandeln. Stadtoberhaupt Dr. Oliver Hermann hat sein Amtszimmer geräumt. Wittenberger kommen gucken, sitzen Probe auf dem historischen Bürgermeisterstuhl. So wie Gymnasiast Andre Walter. Lachend sagt der junge Mann: „Irgendwie fühlt man sich wichtiger, wenn man da sitzt.“

Einige tausend Wittenberger und Auswärtige strömen am Sonnabend durch das Rathaus, genießen Tanz und Musik vor dem repräsentativen Bau. Am 25. und 26. Juni ist es genau 100 Jahre her, dass die damalige Verwaltung mit ihrem Bürgermeister und die gewählten Vertreter vom zu klein gewordenen Haus in der Steinstraße in das neue Rathaus umzogen.

Am Sonnabend wird dieses Ereignis gefeiert. „Das ist nicht ,nur’ ein Rathausfest, das ist wie ein richtiges Stadtfest, ganz wunderschön“, sagt Inge Kolbow. Die Wittenbergerin spricht mit Sicherheit sehr vielen Besuchern aus dem Herzen.

Aber kehren wir noch einmal zurück ins Amtszimmer des Bürgermeisters, denn dort hat sich mit Siegmar Luft nicht nur einer der Vorgänger des heutigen Verwaltungschefs eingefunden. Luft weiß eine Menge aus früherer Zeit zu berichten, erzählt beispielsweise von einer separaten Treppe für das Stadtoberhaupt, die früher vom Keller direkt in das Amtszimmer geführt haben soll.

Der Geburtstagseinladung des amtierenden Bürgermeisters ist auch Amtsvorgänger Klaus Petry mit Gattin Marion gefolgt. Es wandle sich für ihn heute ganz entspannt durchs Haus, sagt der heute in Berlin Lebende. Er hat nach eigenem Bekunden „offiziell kein Heimweh“. Gattin Monika sagt, sie habe Heimweh nach Wittenberge. Worauf Klaus Petry ergänzt: „Einen Weg zurück gibt es immer.“

Begonnen hat die 100-Jahrfeier mit einem Festzug, der wegen des Elbebadetages am Hafen seinen Anfang nahm. Vorbei geht es dann am ehemaligen Stadthaus bis zum Rathaus, das die Altvorderen vor 100 Jahren in der sogenannten Neustadt errichten ließen, deren Bebauung gerade erst begann. In Anlehnung an die Einweihungsfeier vor 100 Jahren empfängt Chorgesang den Festumzug. Erstmals haben sich der Arion-, der Shanty- und der Awo-Chor zusammen getan. Unter dem Dirigat von Gisela Schepetzki stimmen sie Ludwig van Beethovens „Ode an die Freude“ an. Zuhörer klatschen, einige rufen Hurra.


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erstellt am 23.Jun.2014 | 12:00 Uhr

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