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Handy von Scholl beim Fundort der Leiche geortet

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erstellt am 27.Jan.2012 | 09:08 Uhr

Ludwigsfelde/Potsdam | Zwei Tage nach der Verhaftung des Ex-Bürgermeisters von Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) haben die Ermittler dessen Haus weiter nach Spuren durchsucht. Details dazu wollte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam gestern aber nicht nennen. Heinrich Scholl (68) steht unter Mordverdacht und befindet sich seit Mittwoch in Untersuchungshaft. Er soll seine Frau Brigitte (67) Ende Dezember heimtückisch ermordet haben. Auch ihren Hund soll der SPD-Politiker getötet haben. Der 68-Jährige hat dies bislang jedoch nicht eingeräumt.

Die Leichen waren am 30. Dezember in einem Wald bei Ludwigsfelde gefunden worden. Ob dies auch der Tatort war, sagen die Ermittler bislang nicht. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung soll jedoch in der Nähe das Handy von Scholl geortet worden sein. Die Potsdamer Staatsanwaltschaft schweigt dazu. Auch sonst gibt sie kaum Details preis. Sicher ist bislang nur: Vor allem Hinweise aus der Bevölkerung haben zur Verhaftung des 68-Jährigen geführt, der von 1990 bis 2008 Bürgermeister war.

Erst vor wenigen Tagen war Brigitte Scholl beerdigt worden - da war ihr Mann noch frei. Nachbarn und Bekannte sind fassungslos und suchen nach einer Erklärung für das Unfassbare. Das Schweigen der Ermittlungsbehörden lässt Raum für Spekulationen.

Erst wenige Wochen vor der Tat soll der SPD-Politiker zu seiner Frau nach Ludwigsfelde zurückgekehrt sein. Laut "Bild"-Zeitung verfasste er unter Pseudonym auch eine Erzählung, in der es auch um Eheprobleme geht. Nach Angaben der Verlegerin handelt es sich um eine Erzählung mit einer Mischung aus Autobiografie und Fiktion. Das Manuskript sei bislang nicht veröffentlicht worden, sagte sie. "Das Buch liegt vor", sagte Oberstaatsanwalt Helmut Lange knapp. Ob das Schriftstück eine Rolle spielt bei den Ermittlungen, kommentierte er nicht.

Parallel zu den Mord-Ermittlungen läuft in Neuruppin ein weiteres Verfahren wegen des Vorwurfs der Bestechlichkeit.

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