Wunderblutkirche : Hand in Hand für Denkmalsanierung

Das Projekt Kirchensanierung wird auf viele Schultern verteilt. Bauingenieur Axel Seemann (vorne Mitte) und Architektin Regine Hartkopf (1. Reihe, 3.v.l.) halten einige der Ordner mit dem Bauantrag.
Das Projekt Kirchensanierung wird auf viele Schultern verteilt. Bauingenieur Axel Seemann (vorne Mitte) und Architektin Regine Hartkopf (1. Reihe, 3.v.l.) halten einige der Ordner mit dem Bauantrag.

Gestern tagte eine größere Runde zum Bauprojekt Wunderblutkirche

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15. Juni 2016, 21:00 Uhr

Der kleine Sitzungsraum der Kirchengemeinde reichte gestern geradeso aus. Erstmals nach der Anerkennung der Wunderblutkirche als Denkmal von nationalem Rang trafen sich alle Beteiligten zu einer Bau- und Planungsberatung. Ziel war, möglichst viele Beteiligte an einen Tisch zu holen und das weitere Vorgehen abzustimmen. Mit dabei waren u. a. der Denkmal- und der Arbeitsschutz, Vertreter der Kirche, Architekten, Statiker und die Denkmalpflege.

„Ich freue mich sehr, dass wir nun in die konkrete Phase eintreten“, sagte einleitend Christian Richter, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates. Er hatte eine gute Nachricht im Gepäck: Der nötige Eigenanteil in Höhe von 200 000 Euro für den ersten Bauabschnitt ist gesichert. Die Summe wird gestemmt durch die Kirchengemeinde, den Kirchenkreis Prignitz, die Landeskirche sowie die Untere Denkmalschutzbehörde, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Stadt Bad Wilsnack. Hinzu kommen nochmal jeweils 200 000 Euro vom Bund und dem Land für den ersten Bauabschnitt, der im September beginnen soll (wir berichteten). „Der Fördermittelbescheid wird aber erst dann ausgereicht, wenn der Bauantrag bewilligt ist“, erklärte Bauingenieur Axel Seemann aus Berlin den Anwesenden das bürokratische Prozedere. Gemeinsam mit Architektin und Dombaumeisterin Regine Hartkopf betreut er das Sanierungsprojekt in einer Arbeitsgemeinschaft.

Der Bauantrag umfasst sieben dicke Aktenordner. „Als erstes sollen die Westfassade und der erste Teil des Daches in Angriff genommen werden“, schilderte Seemann. Die Fassade werde in ihrem Aussehen nicht verändert, sondern nur ausgebessert. Das Baugerüst könnte nach optimalem Verlauf noch in diesem Jahr wieder verschwinden. Mehr gibt es beim Dach zu tun. „Wir werden einen Teil der Dachhaut bis zum Dachreiter herunternehmen und die Dachziegel erneuern.“ Um in luftiger Höhe arbeiten zu können, ist ein spezielles Baugerüst mit einer Arbeitsplattform vorgesehen, das noch baulich genehmigt werden muss und dauerhaft stehen bleiben soll. Das hat zur Folge, dass der Bereich hinter der Kirche, also auch der Parkplatz und der Zugang zum Park, gesperrt werden muss. Jedoch sollen Kita und Gemeindehaus weiter erreichbar bleiben.

Da im Dachbereich Turmfalken und Fledermäuse ihre Jungen aufziehen, muss laut Jochen Purps, freiberuflicher Artenschutzgutachter, der Schutz der Tiere berücksichtigt werden. „Ich denke aber, dass der Baustart im September ideal ist, weil dann die Brutzeit vorbei ist“ , so Purps. Allerdings müsste den Tieren im kommenden Frühjahr dann eine Ausweichstätte angeboten werden, wenn die Sanierung weitergeht. Ebenfalls überprüft wird, inwiefern die Strahlung der Sende- und Empfangsanlage am Kirchturm für den Arbeitsschutz eine Rolle spielt.

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