Hafen Wittenberge : Hamburg bleibt im Visier

Der Umschlag über die Hafenkante im ElbePort reicht nicht aus.
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Der Umschlag über die Hafenkante im ElbePort reicht nicht aus.

Bürgermeister: Neuausrichtung des Hafens wirkt schwieriger Situation entgegen

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13. Juni 2016, 21:01 Uhr

Wenig Wasser in der Elbe bedeutet weniger Umschlag über die Hafenkante im ElbePort. Es sei aber nicht allein das Niedrigwasser, das sich auf den geringen Umschlag über die Hafenkante auswirkt, sagt Bürgermeister Dr. Oliver Hermann. Einen weiteren Grund, weshalb der Güterverkehr über Schiene und Straße deutlich besser floriere, als der übers Wasser, sieht das Stadtoberhaupt im Hamburger Hafen. Gerade von der Verknüpfung von Seehafen, sprich Hamburg, und Hinterlandverkehr, also Elbe stromauf und stromab, hatten die Stadt als Eigentümerin des Hafens und die Betreibergesellschaft Potential für die Zukunft gesehen. Nun bereitet nicht nur das häufige Niedrigwasser Probleme. Dr. Hermann sagt: „Auch die Umschlagsmöglichkeiten für Binnenschiffe sind bis heute im Hamburger Hafen nicht optimal geklärt“, und meint damit die Kosten. Außerdem fehle bis heute ein Gesamtkonzept zur Elbe und damit zu ihrer Schiffbarkeit.

Nachdrücklich weist das Stadtoberhaupt jeden Gedanken zurück, die neue Schwerpunktsetzung sei der Anfang vom Ende des ElbePorts. „Gerade, um nicht in schwierige Situationen zu kommen und um der Entwicklung Rechnung zu tragen, erfolgt die Neuausrichtung.“ Hermann erinnert daran, dass die Trimodalität von Anbeginn an für den ElbePort als Logistikstandort kennzeichnend war. „Wir verlieren doch den Umschlag übers Wasser nicht aus den Augen.“ Hermann bezieht sich mit diesen Worten auch auf die Firma Bröringer, „die an ihrer Investitionsabsicht in Wittenberge Süd festhält“, wie sie jüngst bekräftigt habe. Bröringer setzt mit dem geplanten Mischfutterwerk auf einen kontinuierlichen Umschlag über die Hafenkante, wird auch den großen Kran, den die Stadt als jüngste geförderte Investition für den Hafen anschaffte, nutzen. „Der Kran verursacht laufend Kosten, wir als Stadt legen Wert darauf, dass er eingesetzt wird“, betont der Bürgermeister und verweist darauf, dass der Mobilkran eben nicht ausschließlich für den Wasserumschlag in Betrieb ist.


Mit EGP Bahnprofi als Mehrheitsgesellschafter


In den Ausbau des ElbePorts sind über sechs Millionen Euro geflossen, zum überwiegenden Teil Fördergeld. Der Regionale Wachstumskern Prignitz (RWK) hatte die Etablierung dieses Logistikstandortes zu seinem Schlüsselprojekte Nummer eins gemacht. Lutz Lange als RWK-Sprecher betont: „Die Wasserstände der Elbe sind ein Problem. Da ist es nur folgerichtig, wenn wir verstärkt auf Schiene und Straße setzen. Mit der EGP haben wir jetzt einen starken Bahnprofi als Mehrheitsgesellschafter.“

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