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Der Prignitzer

22. November 2017 | 03:12 Uhr

Hagenbrücke gestern eingehoben

vom

svz.de von
erstellt am 07.Feb.2013 | 09:28 Uhr

Perleberg | Nach einer überaus gekonnten Ehrenrunde über den Schuhmarkt ist der Sattelschlepper mit Auflieger gestern kurz nach 9.30 Uhr am Wallgebäude angekommen. Geladen hat er die neue Hagenbrücke - 2,05 Tonnen schwer, angesichts der Größe aber eher ein Leichtgewicht. Denn immerhin bringt sie es auf eine stattliche Länge von exakt 12,48 Metern und zwei Metern Breite. "Es ist eine sogenannte Fachwerktrogbrücke aus Aluminium", erläutert Lars Honstetter. Er ist der Fachmann für die Montage der neuen Querung über die Stepenitz im Hagen. Bereits am Dienstag ist er mit seinen Leuten in Perleberg angekommen, die Brücke selbst ging am Montag um 17 Uhr vom Hof der Firma Glück GmbH in Engen/Welschingen, unweit des Bodensees, auf Fahrt in die Prignitz. "Wir fertigen ausschließlich Brücken", fügt der erfahrene Monteur an, "in diesem Fall als Subunternehmen von HTK Bau GmbH Wusterhausen".

Sicher manövriert der 60-Tonnen-Kran die Aluminiumbrücke in der schmalen Gasse an der Hausfront vorbei und setzt sie, dirigiert von Lars Horstetter, millimetergenau auf die neuen Brückenlager auf. Noch etwas nach links, noch einmal messen - es passt. Der Brückenüberbau kann von den "Leinen gelassen" werden. Im Vorfeld war unterhalb der Aluminiumkonstruktion noch das Rohr, das die E-Leitung für die Beleuchtung aufnehmen wird, befestigt worden. Etliche Tage zuvor wurden die Betonwiderlager ertüchtigt, wie der Fachmann sagt. Zudem baute die PVU hier auch eine Gasleitung zurück, die nicht mehr in Betrieb war.

Rund zwei Stunden später ist alles geschafft: Die neue Brücke liegt auf den Lagern, ist ausgerichtet und die Verbindung einbetoniert. Nun muss das Ganze noch aushärten. Bevor aber wieder Fußgänger und Radfahrer über die neue Fachwerktrogbrücke aus Aluminium in den Hagen bzw. von dort in die Stadt gelangen können, wird es noch etwas dauern. Denn unter anderem muss erst noch die Anpassung der neuen Konstruktion erfolgen. Und auch hier hänge alles vom Wetter ab, räumt Hans-Christian Sauer, Projektleiter bei der BIG-Städtebau, ein. "Die längste Zeit hat es aber gedauert", freut sich Heidi Reppert, die, wie auch die Steppkes aus der privaten Kita "Haus Sonnenschein", gestern gespannt das Einheben der Brücke beobachtet. Seit November, wo die alte Querung demontiert wurde, musste sie einen nicht gerade kleinen Umweg vom Hagen in die Stadt in Kauf nehmen. Mit einem Augenzwinkern darf sie nun schon mal probehalber als erste den Fuß auf die neue Brücke setzen. "Ich finde, sie passt ins Bild", betont die Perlebergerin.

Rund 60 000 Euro sind für die Baukosten veranschlagt, 80 Prozent der förderfähigen Kosten gibt es über den Städtebaulichen Denkmalschutz, 20 Prozent muss die Stadt als Eigenanteil alleine stemmen.

Ganze 20 Jahre hat sie gehalten, die hölzerne Brücke am Wallgebäude zum Hagen. Vor gut einem Jahr wurde bemerkt, dass sie ungewöhnlich stark schwingt und so eine außerplanmäßige Brückenprüfung anberaumt. Der Verdacht bestätigte sich: Das Tragwerk war beschädigt, ein Neubau unumgänglich. Die Nutzungsdauer der neuen Brücke liege laut Hersteller nun bei mindestens 80 Jahren, und sie ist fast wartungsfrei.

Vermutlich wie keine zweite Stadt in der Umgebung ist Perleberg reich an Brücken: Um 29 Brücken und drei Durchlässe kümmern sich sowohl die Mitarbeiter des Bauamtes als auch des Stadtbetriebs hofes. Der jüngste Zugang: die Brücke über den Jeetzebach. Im Zusammenhang mit der doppischen Haushaltsführung wurden die Liegenschaften überprüft. Dabei stellte man fest, dass jenes Bauwerk nicht zur Gemeinde Plattenburg, sondern zur Gemarkung Düpow und somit zur Stadt Perleberg gehört.

Die neueste Brücke, die Perleberg nun hat, ist die Hagenbrücke.

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