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Perleberger Brückenproblem : Hagenbrücke bleibt 2015 gesperrt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Sicherheit und Tragfähigkeit nicht mehr gewährleistet, Erneuerung notwendig / Abgeordnete müssen über weiteren Werdegang entscheiden

von
erstellt am 21.Jan.2015 | 12:00 Uhr

Seit Ende November vergangenen Jahres führt kein Weg mehr über die Brücke in Verlängerung der Hagenstraße. Anlieger und Schulkinder müssen zum Teil gefährliche Umwege in Kauf nehmen, kritisieren sie mit dem Verweis auf die stark befahrene ehemalige B 5, heute Matthias-Hasse- und Putlitzer Straße, bzw. die unbeleuchtete Eichenpromenade. „Zwei unbefestigte Bohlen dürften doch für den Stadtbetriebshof kein Probleme sein“, heißt es in dem Schreiben, das 49 Unterschriften trägt. Die Last der Winterdienstfahrzeuge habe die Brücke bis dato auch tragen müssen, da dürfte sie die der Fußgänger, Radfahrer usw. noch aushalten, bis eine andere Lösung gefunden sei. „Dieser Weg ist für uns sehr wichtig“, heißt es abschließend in dem Schreiben, das auch an das Bauamt sowie an Stadtverordnete ging.

„Das kann ich durchaus nachvollziehen und wir wollen, dass diese Wegebeziehung auch erhalten bleibt, zum einen für die Anlieger, aber auch als Zuwegung zum Hagen, der grünen Lunge der Stadt“, betont Bauamtsleiter Hagen Boddin. Wobei er aber auch deutlich macht, dass niemand entlang der ehemalige B 5 gehen müsse, der Weg über den sogenannten Gummisteig und die Brücke am Wallgebäude keinen unzumutbaren Umweg darstelle.

Zwei Bohlen befestigen – damit ist es nicht mehr getan. Das Ergebnis der technischen Prüfung, die das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) durchgeführt hat, war vernichtend. Sicherheit und Tragfähigkeit der Brücke können nicht mehr gewährleistet werden, sprich das Geländer, der komplette Aufbau sind so marode, dass „die Brücke sofort gesperrt, sie komplett abgebrochen werden müsste“.

Nach dem großen Hochwasser 1993 hatte das LUGV die Brücke errichten lassen, als der Hagengraben geöffnet wurde. Bis dato war die Stepenitz hier, wie noch heute im unteren Teil des Hagens in Höhe des Spielplatzes, verrohrt. Der Rundweg war durch die fortan offene trapezförmige Wasserführung unterbrochen. So errichtete das LUGV besagte hölzerne Brücke, die auch in dessen Auftrag vom Wasser- und Bodenverband unterhalten werde. Ein Indiz mehr für die Stadt, dass sie nicht Eigentümer ist auch wenn die Brücke auf ihrem Grund und Boden stehe.

2006 gab es den Versuch seitens des Landesumweltamtes, die Brücke an die Stadt zu übergeben. Der scheiterte, weil der Bau von Anbeginn mangelhaft ausgeführt worden war, die Querung zu dem Zeitpunkt bereits erhebliche Schäden aufwies. Zwischenzeitlich wurde dann das Geländer ausgewechselt, doch jetzt sei ein Zustand erreicht, wo die Reißleine gezogen werden musste, erläutert der Bauamtsleiter. So sperrte die Stadt die Zuwegung.

70 000 bis 90 000 Euro werde die Sanierung bzw. die Errichtung einer neuen Brücke kosten, schätzt Hagen Boddin. Man habe das LUGV gebeten, die möglichen Kosten zu ermitteln, damit man genau wisse, über welche finanziellen Größenordnungen hier gesprochen werden müsse. Gespräche zwischen Stadt und LUGV hätten bisher noch keine Einigung dahingehend gebracht, wem die Brücke gehört, wer dann auch die Kosten für die Sanierung trägt. Die Abgeordneten müssen nun entscheiden, welchen Weg die Stadt gehen soll. Erst dann könne der weitere Lauf der Dinge bestimmt werden.

Auch wenn man bestrebt sei, eine schnelle Lösung zu finden, werde in diesem Jahr noch keine neue Brücke in den Hagen führen, denn die Finanzierung muss gesichert sein, dann erfolge die Planung, Ausschreibung bevor gebaut werden kann.

Hagen Boddin: „Das Prozedere dauert nun mal ein Dreivierteljahr. Das ist leider so.“  

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