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Der Prignitzer

21. November 2017 | 02:10 Uhr

Hafenspeicher: Zukunft sehr ungewiss

vom

svz.de von
erstellt am 03.Aug.2012 | 09:58 Uhr

Wittenberge | Die Stadt hat ein riesiges Problem: Von den beiden großen Hafenspeichern sind Teile der verklinkerten Vorsatzfassade abgestürzt. Ohne Fördermittel könne sich die Kommune laut Bürgermeister die sehr aufwändige Reparatur nicht leisten. Versuche, Fördergeld zu erlangen, schlugen fehl, da die künftige nachhaltige Nutzung der beiden Denkmalgebäude fehle. Laut Bürgermeister sieht sich die Stadt nicht in der Lage, die Kosten für die Sanierung zu übernehmen. Erste Schätzungen nennen die Summe von zirka einer Million Euro.

Nach unbestätigten Informationen der Redaktion erwägt die Verwaltungsspitze deshalb jetzt, kurzfristig den Abriss von zwei der insgesamt drei Speicher zu beantragen.

Am Freitag informierte der "Prignitzer" erstmals über das Problem. Dieser Artikel hat den Stadtverordneten Gerhard Rues (SPD) auf den Plan gerufen. Rues spricht gegenüber der Redaktion davon, "dass hier die Demokratie verbogen wird". "Denn wir als Abgeordnete wurden bisher in keiner Weise zu irgendwelchen Abrissüberlegungen befragt." Der Abgeordnete plädiert dafür, erst einmal in Ruhe alle Möglichkeiten auszuloten und die Kosten genau zu prüfen. Möglicherweise seien mit dem Denkmalschutz Kompromisse möglich, die eine andere Fassade ermögliche, "damit wir dieses wichtige Ensemble für die Stadt erhalten können".

Unabhängig davon, ob und wann ein möglicher Abrissantrag für die Denkmal speicher das Rathaus verlässt, "wird sich der Bau- und Wirtschaftsausschuss in seiner nächsten Sitzung mit diesem sensiblen Thema befassen", sagt Ausschusschef Karsten Korup, Mitglied des SPD-Fraktion. Als gebürtiger Wittenberger wisse er, wie wichtig der Gebäudekomplex für die Silhouette ist. Korup verweist auch darauf, "dass es uns in der Stadt schon mehrfach gelungen ist, Denkmalgeschütztes zu erhalten und eine neue Nutzung zu finden". Als Beispiel nennt er das Bw, das schon dem Verfall preisgegeben war und künftig wirtschaftlichen und museale Nutzung verbindet. Aber: "Mir fehlt die Fantasie, was man mit den Getreidespeichern, außer der Lagerung von Getreide, künftig machen könnte", sagt Korup. "Bei Kosten von einer Million Euro macht die Reparatur aber nur Sinn, wenn es für die Speicher eine langfristige Nutzung gibt."

Eine Nutzung gibt es für die Speicher in ihrer ursprünglichen Funktion jetzt noch. Eine auswärtige Hafengesellschaft hat das Areal an der Bad Wilsnacker Straße gepachtet und hatte den Pachtvertrag auch für die nächsten Jahre verlängert. Jetzt soll allerdings die Stadt das Pachtverhältnis kurzfristig beendet haben, woraufhin die Gesellschaft noch kurzfristiger ihren Rückzug ankündigte. Eine offizielle Bestätigung war gestern nicht zu bekommen.

Der mögliche Abriss der Speicher liegt, wie Bürgermeister Dr. Oliver Hermann bereits am Freitag dem "Prignitzer" sagte, nicht allein in der Entscheidungshoheit der Stadt. Der Denkmalschutz hat ein gewichtiges Wort mitzureden. Mehr dazu morgen.

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