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Hafenspeicher: Stadt schließt Abriss nicht aus

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erstellt am 03.Aug.2012 | 09:59 Uhr

Wittenberge | Die Kommune denkt über die Zukunft der drei großen Speicher im alten Stadthafen nach. Das bestätigte gestern auf Nachfrage des "Prignitzers" Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann, fügte aber hinzu, dass noch keine endgültige Entscheidung gefallen sei. Nach "Prignitzer"-Recherchen erwägt die Stadt den Abriss der beiden großen Gebäude.

Die Speicher entstanden in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts und werden nach wie vor als Getreidesilos genutzt. Bereits seit DDR-Zeiten stehen die markanten Gebäude unter Denkmalschutz. Sie prägen wie auch der Rathausturm und die Kirchenspitzen die Silhouette Wittenberges. Angesichts dieser Tatsache spricht Bürgermeister Dr. Hermann davon, "dass wir als Stadt vor einer sehr schwierigen Entscheidung stehen, die wir auch nicht allein treffen können". Grund der Überlegungen, was vor allem mit den beiden größeren Speichergebäuden geschehen soll, ist deren Bauzustand. Im Frühjahr war vom mittleren der drei Gebäude ein größeres Stück der Fassade abgestürzt. Erste Untersuchungen ergaben, dass der Bewehrungsstahl, der die Verblendverschalung mit den Betonkörpern der Silos verbindet, komplett durchgerostet ist.

Das Bauamt informierte im Mai die Stadtverordneten, dass damit Reparaturarbeiten sehr komplexer und kostspieliger Natur anstünden. Hinzu kommt die große Sorge, dass längerfristig auch die Verblendverschalung des zweiten großen Speichers saniert werden muss. Anders verhält es sich mit dem dritten, kleineren Gebäude, das zur Altstadtseite hin steht. Die Fassade sei massiv gemauert, erklärt das Bauamt.

Laut Bürgermeister sieht sich die Stadt nicht in der Lage, die Kosten für die Sanierung zu übernehmen. Erste Schätzungen nennen die Summe von zirka einer Million Euro. "Zuschüsse über den Stadtumbau sind vom Land klar abgelehnt worden." Den Fördermittelgebern fehle aufgrund der eingeschränkten Nutzbarkeit die Nachhaltigkeit. Im Klartext bedeutet das, die beiden Gebäude sind, so wie sie konstruiert sind, ausschließlich als Silos verwendbar. Das erklärte Ziel der Kommune ist es hingegen, den Bereich in der Bad Wilsnacker Straße mit der Uferzone und damit auch das Areal des alten Stadthafens nachhaltig kulturell-touristisch zu entwickeln. Dafür steht auch die gut 600 Meter lange Uferpromenade, die in diesem und im nächsten Jahr zwischen dem Wasser- und Schifffahrtsamt sowie der Ölmühle als Erlebnisbereich direkt am Wasser ausgebaut wird. "Wir sind uns unserer Verantwortung im Denkmalschutz sehr bewusst, das beweisen wir vielfach in der Stadt", positioniert sich Dr. Hermann. Es gebe jedoch Situationen, in denen man auch Entscheidungen treffen muss, die weh tun. Dafür tun sich im Uferbereich neue Chancen auf.

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