Hafenspeicher: Einer wird abgerissen

Deutlich sichtbar ist, wo an den beiden großen Speichern Teile der Vorsatzfassade abgestürzt sind. Barbara Haak
Deutlich sichtbar ist, wo an den beiden großen Speichern Teile der Vorsatzfassade abgestürzt sind. Barbara Haak

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10. September 2012, 09:01 Uhr

Wittenberge | Was soll mit den beiden großen Hafenspeichern in der Bad Wilsnacker Straße werden? Kurz vor Redaktionsschluss stimmten die Mitglieder von Bau- und Finanzausschuss gestern Abend für den Abriss des Speichers eins. Silo zwei und drei sollen möglichst saniert werden.

Bevor die gewählten Stadtvertreter an der Reihe waren, sich zu positionieren, hatte der Chef des Bau- und Wirtschaftsausschusses Karsten Korup jenen Wittenbergern das Wort erteilt, die die Debatte um die markanten Speicher nicht nur verfolgen, sondern sich beteiligen, Fragen stellen wollten. Seit am 15. Februar vom mittleren der Denkmalgebäude ein Teil der freitragende Fassade abstürzte und vom zweiten großen Speicher aus Sicherheitsgründen ebenfalls Fassadenteile entfernt werden müssten, diskutieren Elbestädter im "Prignitzer", aber auch bei Facebook, ob diese denkmalgeschützten Silos abgebrochen werden sollen.

Im Auftrag der Kommune hat Annette Schulze vom gleichnamigen Ingenieurbüro ein Gutachten erstellt. Schlussfolgerung nach Abwägung der verschiedenen Varianten von Erhalt des gesamten Ensembles bis zum Rückbau aller Speicher: Bei Erhalt der Gebäude und ihrer Reparatur sowie Sanierung müsste die Stadt 1,4 Millionen Euro hinblättern. Der reine Abbruch der beiden großen Silos würde 195 000 Euro und 154 000 Euro kosten.

Erstaunliches brachte der zur Facebook-Gemeinde gehörende Wittenberger Philipp Kampehl mit einer Nachfrage an die Öffentlichkeit. Er fragte nach einem Angebot, das eine Firma der Stadt unterbreitet haben soll. Das Unternehmen wolle das Gelände des Stadthafens einschließlich der Speicher preiswert kaufen.

Bürgermeister Dr. Oliver Hermann räumte ein: "Ja wir haben ein Angebot vorliegen. Es ist noch nichts entschieden. Die Abgeordneten wollen erst einmal eine grundsätzliche Entscheidung treffen." Stefan Kunzemann mahnte die Stadtverordneten, sie sollten sich Zeit nehmen mit ihrer Entscheidung und gründlich abwägen. Fehler, die jetzt begangen würden, seien nicht wieder gut zumachen.

In der dann folgenden Debatte der Ausschussmitglieder zeichnet sich dieses gründliche Überlegen ab. Die finanziellen Mittel der Stadt und künftige Nutzungsmöglichkeiten bestimmten die Aussprache. So votierten Detlef Benecke (CDU) wie auch seine Parlamentskollegen dafür, sehr genau zu prüfen, was sich die Kommune künftig wie noch leisten kann.

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