zur Navigation springen
Der Prignitzer

20. November 2017 | 09:04 Uhr

Erntefeste : Hab’ mein Wagen vollgeladen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Leckere Überraschungen, stimmungsvolle Atmosphäre und interessante Ausblicke: Am vergangenen Wochenende lohnte sich ein Abstecher auf die Dörfer

von
erstellt am 12.Sep.2016 | 03:45 Uhr

Das duftet lecker. „Probieren Sie doch einfach“, lädt Romina Dahncke ein. Lenny-Sean Theis rührt noch einmal die über dem offenen Feuer köchelnde Suppe um und füllt das Schälchen. Hhm. Das schmeckt wirklich gut. Kartoffelsuppe nach einem Pirower Dorfrezept.

Die Jugendlichen freuen sich über das Kompliment. Für sie war es ein Experiment. Kochen sei eigentlich nicht ihr Hobby, aber im Jugendclub entschieden sie sich zur Teilnahme am landesweiten Projekt Zeitensprünge. „Mit unserem Clubleiter hatten wir schon mehrfach gekocht, alte Rezepte passen zu dem Projekt und deshalb kochen wir jetzt“, erzählt Romina auf dem Dorffest am Sonnabend.

Ganz allein haben sie sich die Suppe nicht zugetraut, aber durch Betreuerin Petra Herbon hatten sie eine ausgezeichnete Unterstützung. Eierkuchen und Kartoffeln süß-sauer haben sie bereits im Club gekocht. „Heute wollen wir noch viel mehr Rezepte bekommen“, verrät Romina. Sie haben Notizzettel vorbereitet und sprechen Gäste an, bitten sie, ein altes Rezept aufzuschreiben. Im November wollen die Jugendlichen ein Kochbuch veröffentlichen.

Bürgermeister Uwe Kessler ist mehr als zufrieden mit dem Verlauf des Festes. „Wir sind knapp 190 Einwohner, hatten aber viele schön geschmückte Erntewagen im Umzug“, sagt er. Besonders stolz sei er auf die Teilnahme der Jugendwehr, die sich erst in diesem Jahr gegründet hatte.

„Wir führen ein Theaterstück auf, werden ein Feuer löschen“, verrät Jugendwartin Kathleen Kalibe. Für eine Frauengruppe reicht es in der Dorfwehr nicht, aber die Kinder seien so zahlreich geworden, dass sie die Jugendwehr neu ins Leben riefen. Zwölf Kinder machen mit, sie sind zwischen acht und zwölf Jahre alt.

Dallmin

In Dallmin formieren sich die Wagen zum Umzug. „Knapp eine Stunde werden wir durch unser Dorf ziehen, das ist ja doch recht lang gestreckt“, sagt Ortsvorsteher Andreas Much. Die Blaskapelle vorweg, Heimat- und Schützenverein sowie viele private Wagen reihen sich ein.

Mit dem Termin hat Dallmin Neuland betreten. Sonst wurde Ende August gefeiert. Aber in diesem Jahr habe das nicht gepasst, doch der vergangene Samstag sei auch nicht ideal gewesen. Das zeitgleiche Fest in Pirow und eine eigene Veranstaltung des Kinderheims Brügger Hof kollidieren mit dem Erntefest. „Das wollen wir wieder anders planen“, kündigt Much an. Dieses Jahr sei es halt kompliziert, wurde das Dorf ja auch noch 777 Jahre alt.

Aus diesem Anlass hatte der Ortsbeirat ein Kunstwerk von Guntram Kretschmar umsetzen lassen. Die Mitte der 80er Jahre aufgestellte Stele symbolisiert die Elemente Luft, Erde, Wasser. „Sie stand unter Bäumen vor der früheren Schule, war kaum zu sehen“, sagt Much. Jetzt hat sie vor der alten Dorfschule, dem heutigen Dorfgemeinschaftshaus, einen neuen Platz gefunden. Der Müggendorfer Künstler war an der Umsetzung beteiligt, fertigt noch eine Infotafel an.

Laaslich

Eine Premiere erleben die Gäste des Laaslicher Erntefestes: Junge Mädchen zeigen beim Dressurreiten ihr Können. „Wettsägen, Kegeln und Kuhfladenroulette gibt es wie in jedem Jahr“, sagt Ortsvorsteherin Rita Zuther, die am Nachmittag noch das Improvisationstheater „Vogelfrei“ begrüßt. „Es wäre schön, wenn sich unsere Jugendlichen im nächsten Jahr mehr mit einbringen würden“, wünscht sich Rita Zuther.

Wolfshagen

Ortsvorsteher Rainer Kirsten richtet am Rande des bunten Treibens zum Herbstfest am Sonnabend in Wolfshagen den Blick schon auf 2017: „Da wird unser Ort 625 Jahre alt. Das Jubiläum wollen wir größer aufziehen.“ Einen Termin gibt es auch schon: den 9. September. So klein war die Festivität dann vorgestern aber auch nicht. Angeführt vom Putlitzer Fanfarenzug, der später auf dem Sportplatz noch einige musikalische Einlagen bot, bewegte sich ein attraktiver Umzug durch das große Dorf. Auf dem Sport- und Festplatz konnte man unter Schatten spendenden Pavillondächern Platz nehmen, sich frisch gebackenen Kuchen munden lassen und das Rahmenprogramm verfolgen. Zum Schmunzeln regten die Beiträge der Kita „Spatzennest“ an. Die „Singenden Orchideen“ folgten später noch, DJ Guido moderierte und legte auf.

Finanziell unterstützt wird das jährliche Herbstfest in Wolfshagen aus dem Budget, das der Ortsbeirat von der Gemeinde Groß Pankow zur Verfügung gestellt bekommt sowie aus Spenden der ortsansässigen Metall- und Drahtverarbeitung GmbH (WDM). Der gepflegte Sportplatz befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Firmengelände.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen