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Der Prignitzer

19. November 2017 | 22:55 Uhr

Gymnasium: Kampfansage der Schulkonferenz

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Wenn in Perleberg zweizügig, dann auch in Pritzwalk / Widerspruch an Staatliches Schulamt formuliert

von
erstellt am 19.Mai.2015 | 10:13 Uhr

„Wir werden dafür kämpfen, dass wir dreizügig bleiben“, so der Tenor der Schulkonferenz des Gottfried-Arnold-Gymnasiums am Montag. Die Wellen der Empörung schlagen hoch, „niemand versteht die Entscheidung des Staatlichen Schulamtes Neuruppin bei gleicher Anmeldungszahl von Schülern in Pritzwalk drei siebente Klassen zuzulassen und Perleberg nicht“, betont Juliane Thiele.

Sie ist die Vorsitzende der Schulkonferenz zu der paritätisch fünf Schüler-, Eltern- und Lehrervertreter gehören. „Wir haben einen Widerspruch formuliert, der umgehend an die Adresse des Schulamtes geht“, so Thiele. Die Entscheidung sei weder nachvollziehbar noch „werden wir sie einfach hinnehmen“. Nicht zuletzt auch aus der Sicht, dass Perleberg Kreisstadt ist, „ein Gymnasium hier dazu gehört, eigentlich absolute Priorität haben sollte, alles dafür getan werden müsste, es zu halten, mehr noch, es auszubauen und zu bewerben.“

Schulleiter Veit Goralczyk-Pehl ergänzt: „Wenn wir nur 58 Anmeldungen gehabt hätten, dann wäre die Entscheidung gerechtfertigt. Aber wir haben 65 und dafür gearbeitet. Lässt die Stellenplanung nur eine Zweizügigkeit zu, dann auch für Pritzwalk.“ Und dann muss Bildungsminister Günter Baaske sagen, dass er die Schullandschaft so erhalten will oder eben nicht. Wir brauchen die Unterstützung der Politik.“

„Und wir sind bereit, sie einzufordern“, betont Juliane Thiele. Fest terminiert ist bereits ein Gespräch zwischen dem ersten Beigeordneten des Landkreises Christian Müller, Bürgermeisterin Annett Jura und der Schulleitung.

Alle Möglichkeiten wolle man ausschöpfen, denn verloren gehen würde bei einer Zweizügigkeit nicht nur eine Fremdsprache, in diesem Fall unter Umständen Französisch, „was wir nicht nur nicht hoffen, sondern auch nichts unversucht lassen werden, damit die Entscheidung zurückgenommen, die Dreizügigkeit doch noch zugelassen wird. Denn wir haben das Fachpersonal, haben eine französische Partnerschule, können die Fremdsprache unterrichten, dürfen es aber womöglich nicht“.

Auch auf die Klassenfrequenz habe die Entscheidung großen Einfluss, die bei nur zwei Klassen bis ans Limit gehen würde. Dass die Schülerzahlen insgesamt und somit auch für Perleberg in den kommenden Jahren weiter zurückgehen, das sei ein Stück weit auch Augenwischerei. Denn mit den Asylbewerbern, deren Zahl immer größer werde, kommen auch Jugendliche, die von der Laufbahnempfehlung das Abitur machen können. „Wir und damit das Gymnasium der Kreisstadt können ihnen das dann nicht ermöglichen.“

Gesetzt den Fall, das Schulamt revidiert die Entscheidung nicht, muss das Gottfried-Arnold-Gymnasium Schülern eine Absage erteilen, „die die Eltern nicht widerspruchslos einfach hinnehmen müssen und es auch nicht sollten“, betont Juliane Thiele.

Sie bietet Hilfe an beim Formulieren eines Widerspruchs an das Schulamt. „Ich werde umgehend ein Formular entwerfen, das betroffene Eltern bei mir anfordern können. Fakt ist, wenn sich kein Widerstand regt, wird sich auch nichts ändern, stehen Geschwisterkinder in ein paar Jahren vielleicht vor dem gleichen Problem.“

 

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