Gymnasiasten geben Gleisbauarbeitern Gestalt

Gymnasiasten haben in  ihrer Projektwoche diese Skulpturen von Gleisbauarbeitern geschaffen. Die Plastiken stehen beim Stellwerk an der Bahnstraße.  Barbara Haak
Gymnasiasten haben in ihrer Projektwoche diese Skulpturen von Gleisbauarbeitern geschaffen. Die Plastiken stehen beim Stellwerk an der Bahnstraße. Barbara Haak

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11. Oktober 2011, 06:04 Uhr

Wittenberge | Am 15. Oktober vor 165 Jahren fuhr der erste Zug durch Wittenberge, der Bahnhof wurde eingeweiht. Es waren im wahren Wortsinn die Weichen für die industrielle Entwicklung und das Wachstum der Stadt gestellt.

Wenn der Verein historischer Lokschuppen den Jahrestag am Sonnabend mit einem "Treffpunkt Stellwerk Wm" begeht, dann werden sich gegen 10 Uhr sicher auch Gymnasiasten einfinden. Denn während der Projektwoche am Marie-Curie-Gymnasium waren 13 Schüler in einem Projekt mit der Titel "Überlebensgroße Statuen für Wittenberge" künstlerisch aktiv. Es entstand eine Skulpturengruppe, die zeigt, wie Gleisbauarbeiter ehemals tätig waren. Am Sonnabend werden die Skulpturen, die mit originalen Werkzeuge ausgestattet sind, enthüllt.

Gips, Kaninchendraht und viel Kunstsinn

Elke Ludwig, Mitglied des Vereins, hatte die Idee für dieses Kunstwerk gemeinsam mit Kunstlehrerin Kathrin Lockenvitz. Da die originalen alten Eisenbahnerwerkzeuge für Außenstehende nichts sagend sind, wenn man deren Funktionsweise nicht kennt, verdeutlichen die Skulpturen die Handhabung. Unterstützt wurde das Kunstprojekt von Guntram Kretschmar, dem in Müggendorf lebenden Bildhauer.

Zuerst wurden Ideenskizzen und Modellzeichnungen zur Körperhaltung angefertigt. "Die menschliche Figur ist immer eine Herausforderung", erklärte Kathrin Lockenvitz, "es ist die Königsdisziplin in der Kunst." Bei der praktischen Umsetzung wurden die Holzgerüste mit Kaninchendraht umwickelt und letztlich eingegipst. "Dadurch entsteht die Form", erläuterte der Schüler Thai Bao Hoang. Am Ende wurden die Statuen auf einer Schiene befestigt. Seit wenigen Tagen stehen sie nun schon vor dem Stellwerk und warten auf die offizielle Übergabe.

In Erinnerung an die erste Zugdurchfahrt hier in Wittenberge - die Strecke Berlin Hamburg war bis Boizenburg fertig gestellt - wird am Sonnabend ein von einer 113 Jahre alten Dampflok gezogener Zug mit vier Wagen nach Perleberg zuckeln und zurück.

Am Bahnsteig 1 rollte der Jubiläumszug los

Abfahrt ist am Gleis 1 um 11.15 Uhr, um 13.15 Uhr sowie um 15.15 Uhr Richtung Perleberg. Rückfahrten sind ab Perleberg für 12 Uhr, 14 Uhr und 16 Uhr geplant

Die Wohnungsgenossenschaft "Elbstrom" hat für Ausflugswillige Plätze im Traditionszug reserviert, der um 13.15 abfährt. In Perleberg können die Reiselustigen das DDR-Geschichtsmuseum besuchen. Es gibt Kaffee und Kuchen. Mit dem 16 Uhr-Zug geht es zurück nach Wittenberge. Genossenschafter, die mitfahren möchten, melden sich im Nachbarschaftstreff unter 03877/405588 bzw. im Sozialbüro unter 03877/562276 an. Andere Interessierte reservieren bitte ihre Zugplätze beim Vereinsvorsitzenden Klaus Ludwig unter Tel. 0 38 77/40 30 52.

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