Altstadt perleberg : GWG gibt Altstadt Schönheit zurück

Ein Hingucker wieder: Das Knaggenhaus.  Fotos: Doris Ritzka
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Ein Hingucker wieder: Das Knaggenhaus. Fotos: Doris Ritzka

Seit 1990 investierte die Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft 65 Millionen in Sanierung und Instandhaltung

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19. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Die Wurzeln der heutigen GWG Wohnungsgesellschaft mbH reichen bis ins Jahr 1953 zurück. Damals als VEB Gebäudewirtschaft gegründet, wurde die kommunale Wohnungsverwaltung dann 1990 zur GWG. Seither ist Klaus Neumann hier der Geschäftsführer, hat den gesamten Prozess der Umwidmung geleitet und mit dem Unternehmen in den folgenden Jahren das Stadtbild von Perleberg nicht nur erhalten, sondern ihm seine Schönheit systematisch mit zurückgegeben.

Seit 1990 wurden – bzw. ist man dabei – durch die heutige GWG insgesamt 25 Objekte vom Keller bis zum Dach modernisiert. „Mindest eins jährlich haben wir angefasst, doch zumeist waren es auch zwei oder gar drei“, resümiert Klaus Neumann, der inzwischen schwer erkrankt ist. Derweil führt Ronald Otto als zweiter Geschäftsführer das Wohnungsunternehmen.

Zehn Gebäude kaufte die GWG seit 1990 dazu, zum größten Teil nach der Rückführung an die Alteigentümer. „Ein Unterfangen, das sich oftmals recht schwierig gestaltete, da es zumeist nicht nur einen Eigentümer gab“, weiß der GWG-Chef zu berichten. Auch von der Stadt erwarb die GWG Gebäude, sanierte sie und trug so dazu bei, das Bild der historischen Altstadt attraktiv zu gestalten. Markantes Beispiel dafür ist das Stadtcafé, das die GWG vom Bund für 150 000 DM erwarb und hier aus einer Ruine wieder einen Hingucker gemacht hat. Fünf Wohnungen und Räumlichkeiten für zwei Gewerbe entstanden hier und im daneben liegenden Gebäude. In den meisten Fällen konnte die Wohnungsgesellschaft dabei auf eine Förderung zurückgreifen.

Ganz in Eigenregie sanierte das Unternehmen den Großen Markt 1, den sie von der Stadt erwarb. Summa summarum über 3,2 Millionen Euro flossen an Fördermitteln in die zehn Objekte, die die GWG seit 1990 erwarb und sanierte. Selbst investierte sie gut vier Millionen in die Anwesen plus rund 800 000 Euro für den Ankauf jener. Für den Geschäftsführer steht außer Zweifel, „wenn wir die Häuser nicht gekauft und saniert hätten, hätte sich nichts getan, wären sie immer mehr zusammengefallen“. Ob das Kino in der Wollweberstraße, das Knaggenhaus am Großen Markt oder auch das Areal Heilige-Geist-Straße/Karl-Marx-Straße.

Die restlichen 15 Häuser in der Innenstadt, die die GWG seit 1990 komplett auf Vordermann brachte, gehörten ihr. Hier entstanden noch einmal 37 Wohnungen im modernen Ambiente und 24 Räumlichkeiten für Gewerbe. Rechnet man Investitionen und Ausgaben für Reparaturen zusammen, liegen wir bei 65 Millionen, die wir seit 1990 investiert haben“, überschlägt der Geschäftsführer. Und dabei habe man auch Karstädt nicht vergessen, wo die GWG auch eine Vielzahl von Wohnungen hat. Übrigens, auch der Stadtverwaltung hat die GWG ein Zuhause in der Karl-Liebknecht-Straße gegeben. Bis 1997 hatte diese an mehreren Standorten in der Stadt ihren Sitz. Das Anwesen selbst habe der Bund der Stadt geschenkt, die GWG hat es übernommen und saniert.

Das Domizil der GWG selbst war früher der Kinosaal der sowjetischen Streitkräfte. Das Anwesen wurde abgerissen und neu aufgebaut plus eines Anbaus. „Dadurch haben wir den Standort für die Dialyse in Perleberg gerettet“, setzt der Geschäftsführer den Gedanken fort. Und auch im Perleberger Neubaugebiet wurde insbesondere in die energetische Sanierung investiert.

„Ohne kommunale Gesellschaft lässt sich eine Stadtsanierung nicht durchführen“, ist sich der GWG-Chef sicher. „Wo andere heute beginnen, sprich mit der Sanierung der Innenstadt, da haben wir schon vor 20 Jahren Gewicht drauf gelegt.“ Ein Grund aber auch, dass die ersten Anwesen zumindest von der Fassade her bzw. malermäßig schon wieder aufgefrischt werden müssen, räumt er ein. Und auch die Heizkessel entsprechen inzwischen nicht mehr dem Stand der Technik. Die Kurmärker beispielsweise war der erste Block, den die GWG 1992/93 vom damaligen Bundesvermögensamt erwarb und sanierte. Fassadenmäßig wurde er inzwischen schon wieder erneuert, die Balkone repariert. Insofern steht nicht nur Modernisierung auf dem Plan, sondern ebenso schon wieder Instandsetzung. „Jeder, der ein Haus hat, weiß, fertig wird man nie, immer wieder muss investiert werden.“

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