zur Navigation springen
Der Prignitzer

24. November 2017 | 08:43 Uhr

GWG erhöht Grundmiete

vom

svz.de von
erstellt am 26.Feb.2013 | 05:58 Uhr

Perleberg | Um fünf bis acht Prozent erhöht die GWG Wohnungsgesellschaft mbH die Grundmiete - "erstmalig seit rund zehn Jahren", ergänzt Geschäftsführer Klaus Neumann. Entsprechende Schreiben gehen den Mietern in den nächsten drei Monaten zu. Darin wird zugleich um deren Zustimmung gebeten und das Angebot einer persönlichen Beratung unterbreitet. "Das fordert der Gesetzgeber bei jeglicher Mieterhöhung, doch die meisten Vermieter tun das nicht öffentlich kund", so Neumann. Bei Nichtzustimmung müsse die GWG die Mieterhöhung einklagen. Die Gerichtskosten zahle, wer verliere. Das sei aber nicht das Ziel, sondern vielmehr im Vorfeld zu klären, was zu klären ist.

Neumann machte deutlich, dass die GWG mit ihren Gesellschaftern, darunter die Stadt, und dem Beirat sich bei diesem Schritt schwer getan habe. "Doch wenn wir weiter wollen, kommen wir nicht umhin." Und er sagt warum: Höhere Stundensätze im Bauhandwerk, gestiegene Preise für Kraftstoff, Material und Energie. Unter dem Strich seien das mehr als 40 Prozent, die man heute drauf zahlen müsse bei Reparaturen und neuen Investitionen. Jene werden aber aus der Grundmiete bezahlt. Diese liege gegenwärtig bei den Wohnungen der GWG in Perleberg und Karstädt im Durchschnitt bei 3,45 Euro pro Quadratmeter. Zum Vergleich, so Neumann, fordern andere Wohnungsanbieter im Landkreis wie Gesellschaften, Genossenschaften und privat 3,90 Euro pro Quadratmeter bzw. zumeist noch mehr.

Neumann hält zudem dagegen, dass durch die umfangreichen Sanierungen in den vergangenen Jahren Voraussetzungen geschaffen wurden, um unter anderem Energie- und Wasserkosten zu sparen. "Heute kann jeder selbst ablesen, was er verbraucht." Insgesamt konnten die Betriebskosten runtergefahren werden, so auch durch die Müllabfuhr. "Wir zahlten mal 210 000 Euro. Durch das neue System liegen wir heute bei 120 000 Euro."

1700 Wohnungen gehören der GWG in Perleberg und Karstädt, rund 1200 sind es in der Rolandstadt. Das älteste Gebäude hier ist ein Fachwerkhaus aus dem Jahre 1770, andere, vor allem Blöcke, wurden zwischen 1970 und 1990 gebaut. "Seit den 1990-er Jahren haben wir unseren Bestand systematisch saniert und modernisiert." Neumann listet auf: Moderne Heizanlagen, zuletzt 2012 für 250 Wohnungen im Bereich der Heine-Straße, Wärmedämmung, neue Fenster sowie Wasserzähler für jede Wohnung. Insgesamt wurden mehr als 38,7 Millionen Euro investiert, 31,7 Millionen Euro allein in Perleberg. "95 Prozent unserer Mieter profitieren bereits davon, ohne dass sich die Grundmiete wesentlich verändert hat." Finanziert wurde das in erster Linie über Kredite und die Grundmiete.

Inzwischen sind die ersten größeren Reparaturen bereits wieder fällig wie die Flure im Block Karl-Liebknecht-Straße. "Das sind allein 7000 Euro, ein Zimmer komplett malern, da kommt man auf 1000 Euro." Und das seien nur zwei kleine Beispiele. Ein großer Brocken seien die Altschulden von vor 1990, die die GWG belasten und die sie abzahlen muss. So werde demnächst zwar ein leer stehender Block mit 50 Wohnungen in Karstädt abgerissen, doch 350 000 Euro Altschulden, die auf diesem lasten, sind dennoch zu bezahlen. In Perleberg liege der Leerstand zwischen fünf und sechs Prozent, so dass Abriss hier derzeit kein Thema sei. Aber allein der jährliche Reparaturaufwand verschlinge mehr als 200 000 Euro.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen