Gute Laune auch im Frühlingsschnee

Marcel Wagner im Einsatz. Als begeisterter rbb-Wetterreporter kommt er auch gern in die Prignitz. Lars Reinhold
Marcel Wagner im Einsatz. Als begeisterter rbb-Wetterreporter kommt er auch gern in die Prignitz. Lars Reinhold

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19. März 2013, 05:43 Uhr

Prignitz | Frühlingsanfang im Schnee, Glatteis statt Primeln. Einer der sich berufsmäßig mit dem Wetter beschäftigt, ist Marcel Wagner. Er ist der neue Wetter reporter beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). Was den gebürtigen Böblinger an der Berichterstattung über Sonne, Regen und Sturm reizt, warum er von Baden-Württemberg nach Brandenburg zog und welche Erlebnisse er mit der Prignitz verbindet, verriet er Lars Reinhold im Interview.

Marcel, du hast dich durch die klassischen Jugendprogramme der öffentlich-rechtlichen nach oben gearbeitet. Ist der Schritt zum rbb ein Zeichen für das eigene Erwachsen werden?

Marcel Wagner: Tatsächlich, das ist einer der Gründe. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass man Jugendprogramme nur bis zu einem bestimmten Alter machen kann. Bist du darüber hinaus, wirst du unglaubwürdig, denn du bist einfach viel zu weit von den Problemen des jungen Publikums entfernt.

Wehmut beim Blick zurück?

Nun ja, es war eine hervorragende Schule und hat großen Spaß gemacht. Die Sendung Südwild im BR beispielsweise habe ich täglich eine Stunde moderiert und konnte mich hier wunderbar ausprobieren.

Aber wie kommt ein junger Mann aus Bayern zum rbb?

Ich wollte da tatsächlich unbedingt hin! Ich halte den rbb für einen sehr innovativen Kanal, vor allem Brandenburg aktuell hat mich immer fasziniert als eine Sendung, die nahe dran ist an den Menschen. Außerdem habe ich in Berlin studiert, habe hier Freunde und journalistische Kontakte und finde die Region um die Hauptstadt im allgemeinen total spannend.

Wie bist du an den Job des Wetterreporters gekommen? Ist das Strafarbeit für übermotivierte Jungredakteure?

Ganz im Gegenteil, ich liebe es. Ich arbeite seit 2012 als ganz normaler Reporter bei Brandenburg aktuell. Als sich die Chance ergab, das Wetter zu machen, war ich begeistert. Denn wir entwerfen die Wetterbeiträge nicht am Reißbrett oder moderieren vor langweiligen Wetterkarten im Studio, sondern gehen raus, wo es sonnig warm oder stürmisch kalt sein kann. Und wo man Menschen begegnet, die irgendwie mit dem Wetter zu tun haben. Ich dankbar bin, dass der rbb meine Arbeit schätzt und mich entsprechend einsetzt.

Wenn das Wetter im Geographie unterricht behandelt wird, schalten viele Schüler geistig ab. Wie war das bei dir?

Dazu muss man wissen, dass ich Gleitschirmflieger bin und auch eine Privatpilotenlizenz für Motorflugzeuge habe. Gerade als Gleitschirmpilot muss man sich sehr genau mit dem Wetter aus einandersetzen, um seine Flüge sicher zu planen. Mit dem Einstieg in die Fliegerei wuchs also auch mein Interesse am Wetter. Und ich habe das Fach Meteorologie in der theoretischen Luftfahrerprüfung mit 100 Prozent bestanden.

Du bist also ein echter Wetter experte...

Experte vielleicht nicht, aber in jedem Fall gut darin, die komplizierten Berichte der Meteorologen so zu übersetzen, dass es unsere Zuschauer auch verstehen.

Welche besonderen Erlebnisse hat dir die Wettermoderation bislang beschert?

Sehr gern erinnere ich mich an einen Beitrag, den wir in Rühstädt gedreht haben, kurz bevor die Störche das Dorf verließen. Das war schon toll, diesen Vögeln einmal so nahe zu kommen. Überhaupt versuchen wir, mit dem Wetterbeiträgen den Fokus auf nicht ganz alltägliche Zusammenhänge zu lenken. Neulich war ich beispielsweise im Waldbad Templin bei Potsdam und habe darüber berichtet, wie die Mitarbeiter bereits im März trotz Schnee und Kälte beginnen, das Bad für die Saisoneröffnung vorzubereiten.

Was verbindest du außer deinem Besuch bei den Störchen in Rühstädt mit der Prignitz?

Natürlich hat mich schon der eine oder andere Beitrag in die Region geführt, so habe ich einmal im Raum Karstädt zum Thema Ernte berichtet. Und ich bin tatsächlich gern hier, mag die Weite und Naturnähe der Landschaft und hoffe, dass mich auch der Wetterjob das ein oder andere Mal in den Nordwesten des Landes führt.

Was machst du, wenn du nicht gerade zu Sturmprognosen in die Kamera lächelst?

Ich habe noch ein paar andere Moderationsjobs, bin zum Beispiel regelmäßig bei Bayern 3 zu hören. Und in meiner Freizeit steht natürlich das Fliegen ganz weit oben auf der Liste. Denn in der Luft spürt man das Wetter ganz intensiv!

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