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Der Prignitzer

18. Dezember 2017 | 15:56 Uhr

Gute Ernte, aber gefallene Preise

vom

svz.de von
erstellt am 25.Sep.2013 | 06:37 Uhr

Prignitz | Prignitzer Landwirte sind mit der diesjährigen Ernte überwiegend zufrieden. Getreide und Raps sind bereits eingefahren und haben trotz Wetterkapriolen gute Erträge erzielt. Getrübt wird die Freude der Landwirte jedoch durch die unterdurchschnittlichen Erträge von Mais und Kartoffeln sowie verschlechterte Preise.

In der Agrargenossenschaft Karstädt wurde das Korn bis Ende August abgeerntet. "Wir hatten im Juli und August sehr gute Witterungsbedingungen und konnten unkompliziert ernten", zeigt sich Vorstandsvorsitzender Lothar Pawlowski zufrieden. Dank der hohen Erträge in diesem Jahr können die niedrigen Erlöse zumindest etwas abgefedert werden. "Im Vergleich zum Vorjahr haben die Preise um 30 bis 40 Prozent nachgegeben", verdeutlicht Pawlowski. So sei der Rapspreis von 45 auf 34 Euro je Dezitonne, die Wintergerste von 22 auf 15,50 Euro gefallen. Dennoch sei der Preisfall nicht dramatisch, wie Pawlowski konstatiert. "Die Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr. 2012 hatten wir so gute Preise wie noch nie, in diesem Jahr ist es wieder anders."

Beim Kreisbauernverband Prignitz (KBV) sieht man den Preisfall kritischer. "Die Preise für Gemüse und Kartoffeln etwa sind zwar gestiegen, doch das, was der Endverbraucher bezahlt, kommt in der Urproduktion, nämlich bei den Landwirten, letztendlich nicht an", bedauert Geschäftsführerin Christina Stettin. Das Problem betreffe mittlerweile nicht nur die Milchbauern, sondern eben auch die Getreidebauern.

Sorgenfalten bereitet den Prignitzer Bauern in diesem Jahr zudem der Mais. In der Karstädter Agrargenossenschaft hat die Maisernte gerade begonnen. Laut Pawlowski bleibt diese aller Voraussicht nach hinter den Erwartungen. Grund sei der trockene Sandboden, auf dem die Pflanzen gedeihen. "Durch die lange Trockenheit im Sommer fehlen Silo- und Körnermais die Feuchtigkeit, der Niederschlag im August kam zu spät, so dass die Pflanzen nicht mehr zur Ausreife kamen", bestätigt Christina Stettin die zu erwartenden Mais-Einbußen der Prignitzer Bauern. Die jetzt zu feuchten Maiskolben verhindern ein rechtzeitiges Ernten. "Es verschiebt sich alles nach hinten, dadurch kommt es dann natürlich zu Ernteeinbußen", verdeutlicht auch der Schrepkower Landwirt Karsten Jennerjahn, der von einem "insgesamt eher schlechtem Wetter" für den Mais anbau spricht.

Die Mähdruschfrüchte, also Raps und Getreide, hätten jedoch trotz der langen Frostperiode im Frühjahr kreisweit gute bis sehr gute Erträge erzielt. Der Tenor auf der jüngsten Vorstandssitzung des KBV sei durchweg positiv gewesen, so Christina Stettin. "Dabei haben die Bauern noch im Frühjahr mit Ernteeinbußen gerechnet." Die Getreidekulturen hätten sich aber ganz von selbst wieder erholt. Beim Roggen liege die Prignitz in diesem Jahr mit durchschnittlich 60 Doppelzentnern pro Hektar landesweit auf einem hohen Niveau, ebenso beim Winterweizen mit 70 Doppelzentnern. Ernteausfälle habe es zwar auf überfluteten Ackerflächen aufgrund des Elbehochwassers im Juni gegeben, diese fallen hinsichtlich der Gesamtmenge jedoch nicht ins Gewicht.

Auch die Agrargenossenschaft Quitzow bestätigt gute Erträge bei Raps und Getreide sowie Einbußen bei der Maisernte. Zudem befürchtet Geschäftsführer Edwin Grönboldt einen Ernteausfall bei den Kartoffeln. "Durch die lange Frostperiode kamen die Frühkartoffeln zu spät in die Erde, die Trockenheit im Juli und der Regen im August taten ihr Übriges", so Grönboldt, der mit Verlusten von 20 bis 30 Prozent rechnet. "Genau kann ich das aber nicht sagen, da wir noch nicht einmal die Hälfte der Kartoffeln gerodet haben."

Der Kartoffelanbau ist das Hauptgeschäftsfeld der Quitzower Agrargenossenschaft. Während Speisekartoffeln nur rund 15 der 230 Hektar großen Anbaufläche ausmachen, werden auf der restlichen Fläche Stärkekartoffeln gerodet. Letztere seien laut Grönboldt kaum von Preisschwankungen betroffen und seit Jahren stabil.

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