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Hiesige Betriebe können beim Nachwuchs punkten : Gute Arbeit und Heimat ziehen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Verwurzelung in der Region hilft Nachwuchsprobleme zu lösen

von
erstellt am 21.Jul.2017 | 12:00 Uhr

„Ich fand Chemie schon immer interessant, habe mich im Internet informiert und bin auf den Betrieb hier gestoßen“, sagt Lucas Wittstock. Der junge Mann aus der Altmark ist einer von 16 Auszubildenden bei der IOI Oleochemical GmbH in Wittenberge Süd. Auf die ersten Kontakte mit dem Unternehmen folgte ein Praktikum. „Und am Ende stand fest, dass ich hier lernen will.“ Ebenfalls Azubi bei IOI ist Lenny Mühlnickel. Über das Arbeitsamt ist er auf die Ausbildungsmöglichkeit aufmerksam geworden, will Fachkraft für Lagerlogistik werden und weiß heute, „dass ich mich richtig entschieden habe“.

Tordis Lindemann ist Laborantin in spe. Im BBZ Berlin erhält sie einen Teil ihrer Ausbildung, und, wie sie extra hervorhebt, es handelt sich auch dort um eine anspruchsvolle Berufsausbildung. Die Worte der jungen Frau bestätigen, was Werkleiter Dr. Ronald Apel und Bärbel Hoffmann, im Unternehmen auch für die Ausbildung zuständig, über die Verbundausbildung mit dem Berliner BBZ sagen: An dieser Kooperation wolle man festhalten, denn sie garantiere eine sehr hochwertige Ausbildung, „wie wir sie benötigen“.

Ausbildung und Nachwuchsgewinnung bei Fachkräften waren Themenfelder, die Brandenburgs Arbeits- und Sozialministerin Diana Golze bei ihrem Prignitz-Besuch am Mittwoch (wir berichteten), in den elbestädtischen Chemiebetrieb führten, begleitet unter anderem von Landrat Torsten Uhe und von Bürgermeister Oliver Hermann.

Als Prignitzer Chemie begann das Werk 1994 mit der Berufsausbildung. Der erste für das Unternehmen qualifizierte Chemikant sei heute noch im Werk, so Bärbel Hoffmann. Seit 2004 mit zwischen 14 und 16 Azubis jährlich – in der Mehrzahl Chemikanten und Laboranten – bildet IOI über den eigenen Bedarf hinaus aus. Das sei möglich, weil es immer wieder gelinge, junge Leute „für eine Ausbildung bei uns zu interessieren“, so der Werkleiter.

Die Ministerin reagierte prompt: „Dann müssen Sie hier sehr vieles richtig machen.“ Denn die Sorgen bei der Gewinnung von Lehrlingen machen auch vor IOI nicht halt. Und so war der Ministerin bei dem Arbeitsbesuch wichtig, auch zu erfahren, mit welchen Strategien das Unternehmen erfolgreich gegen hält, welche Rolle dabei die regionalen Akteure spielen. Im Austausch mit Bürgermeister und Landrat kommt das Gespräch auf das Netzwerk Schule – Wirtschaft und die Wirtschaftsinitiative Westprignitz mit ihrem Bemühungen um Berufsnachwuchs bis hin zu verschiedenen Schulmessen, „die wir natürlich nutzen, um uns zu präsentieren“, so Bärbel Hoffmann. Eine herausragende Rolle spiele dabei die Berufsstartermesse Go! .

Die Auszubildenden, die sich der Ministerin vorstellen, wollen, wie sie sagen, gern in der Prignitz bleiben, sehen hier ihre berufliche Zukunft. Gründe sind dabei für sie neben einem guten Job auch die Nähe zur Familie oder die feste Verwurzelung in Vereinen, eben das soziale Umfeld. „Daraus erwachsen für uns als Kommune gewisse Verpflichtungen“, hakt Bürgermeister Hermann ein. Für Sebastian Metschulat, er befindet sich in der Ausbildung zum Industriekaufmann, ist beispielsweise sein Sportverein Veritas einer der Gründe, nicht über einen Weggang nachzudenken.

Zur Sprache kommt, als es um die Nachwuchsgewinnung geht, auch die Kooperation, die das Unternehmen per Vereinbarung erst vor kurzem wieder mit dem elbestädtischen Gymnasium erneuerte. „Lust auf Chemie machen, mit der Schule gemeinsame Projekte umsetzen, aber auch Abiturienten für eine betriebliche Ausbildung gewinnen“, umreißt Dr. Apel die Schwerpunkte.

 

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