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Vandalen am Fluss : Grüner Teppich auf der Stepenitz

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Vandalismus: Krautziehbalken abgetrennt und Brücke demoliert / Schaden fürs Landesumweltamt von 1500 Euro

von
erstellt am 28.Aug.2014 | 22:00 Uhr

Grün, ja grün … so sah die Stepenitz gestern in einem Teil der Stadt aus. Abgeschnittenes Kraut schwamm in rauen Mengen auf der Wasseroberfläche. Der Grund ist ein außerordentlich ärgerlicher, wie Lysann Jacob, Bereichsingenieurin für Gewässerunterhaltung und Hochwasserschutz beim brandenburgischen Landesumweltamt, erläutert. „Der Krautziehbalken ist etwa 100 Meter oberhalb unserer Baumaßnahme mit einem Bolzenschneider abgetrennt worden. Er besteht aus Stahl und ist auch mit einer Stahlkette befestigt.“ Vorgestern hatten ihn Mitarbeiter des Wasser- und Bodenverbandes Prignitz (WBV), die die Stepenitz im Rahmen der Gewässerunterhaltung regelmäßig entkrauten, in Position gebracht. Gestern nun schwamm er völlig losgelöst in Richtung Wehr an der Bäckerstraße. Das abgelöste Kraut konnte sich ausbreiten und musste mühselig mit zusätzlicher Technik aus dem Wasser gefischt werden.

Die Bauarbeiten, die an der Ufermauer – eingangs des Hagens, von der Bäckerstraße aus gesehen – derzeit laufen, geraten in Verzug. Mindestens um einen Tag, wie Lysann Jacob gestern einschätzte. Die BIG-Städtebau und das Landesumweltamt sind in engem Zusammenwirken dabei, die Ufermauer zu sanieren und einen neuen, befestigten Krautziehplatz zu errichten.Vandalismusschäden verzeichnet das Landesumweltamt zudem an der Hagenbrücke: Sechs Meter Brückengeländer seien aus der Verankerung gerissen und ins Wasser geworfen worden, bestätigte Katy Kallweit, Sprecherin der Polizeiinspektion Prignitz, gestern auf Nachfrage unserer Redaktion. An Krautziehbalken und Brücke sei Sachschaden in Höhe von insgesamt rund 1500 Euro entstanden. „Die Brücke, die wir der Optik wegen extra in Holz ausgeführt haben, ist schon mehrmals demoliert worden. Wir denken jetzt ernsthaft über eine Metallvariante nach“, sagt Lysann Jacob.

Sowohl das Landesumweltamt als auch die Polizei sind sehr interessiert an Zeugenaussagen. Sollte jemand im Zusammenhang mit den angeführten Beschädigungen etwas Auffälliges beobachtet haben, kann er sich jederzeit persönlich oder telefonisch (03876/7150) bei der Polizeiinspektion Prignitz in der Berliner Straße melden.

„Uns wäre es auch lieb, wenn Anwohner – so weit das möglich ist – ein Auge auf ihre Umgebung haben, so lange die Bauarbeiten an der Stepenitz noch laufen“, wünscht sich Lysann Jacob.


Wasserstand bleibt noch abgesenkt


Im Zusammenhang mit den Baumaßnahmen teilte die Stadtverwaltung gestern mit, dass der Wasserstand der Stepenitz im Abschnitt Mühlenkanal voraussichtlich noch bis 6. September abgesenkt bleibt. Anlieger, die Reparaturarbeiten an ihren Ufermauern ausführen möchten, sollten diesen Zeitraum zur Erledigung nutzen.

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