Ideen für Stadtumbau in Perleberg : Grüne Lunge mit Verweilflair

Dr. Bert Lehmann, Projekt- und Büroleiter bei der BIG-Städtebau, mit der Ideenskizze.
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Dr. Bert Lehmann, Projekt- und Büroleiter bei der BIG-Städtebau, mit der Ideenskizze.

Ideenskizze für Umgestaltung des südlichen Hagenbereiches liegt vor / Umsetzung für April 2017 ins Auge gefasst

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31. August 2016, 05:00 Uhr

Den Hagen als Gartendenkmal mehr zum Erleben, zum Anfassen, eben als grüne Lunge mit Aufenthaltsqualität zu gestalten, das ist das Anliegen. Und daran wird nun gearbeitet. Dabei geht der Blick in Richtung des Bereichs südlich vom sogenannten Gummisteig. Dieser soll mit Städtebaufördermitteln entsprechend aufgewertet werden, während der nördliche Teil, das eigentliche Biotop, derzeit noch nicht angerührt wird. „Frühestens in drei bis vier Jahren“, ergänzt Dr. Bert Lehmann, Projekt- und Perleberger Büroleiter bei der BIG-Städtebau.

Ein Spielplatz, die große Wiese, das Grün ehrwürdiger Bäume und die Stepenitz prägen derzeit das südliche Areal. Und vom Grundsatz werde sich daran nichts ändern, ergänzt Dr. Lehmann. „Wir werden die Grundstruktur wie auch alles Erhaltenswerte bewahren.“ Sogleich folgt ein Aber. Denn das Vorhandene mit Neuem kombinieren und gestalterisch so einzubinden, dass alles ein Blickfang und zugleich ein Angebot für Spiel, Spaß und Erholung darstellt und alles unter denkmalpflegerischem Aspekt, darin besteht die neue Herausforderung.

Gezielt habe man so vier erfahrene Büros angesprochen, und alle haben ihre Ideenskizzen, deren Umsetzung sich in einem Gesamtkostenrahmen von 300 000 Euro bewegen, abgegeben.

Die Jury, in der auch Denkmalpflege und Naturschutz vertreten waren, überzeugte die Offerte des Landschaftsarchitekturbüros Beusch. Ins Auge stach hier unter anderem die neue Anordnung des Spielplatzes vor den großen Bäumen entlang der Eichenpromenade. Damit habe man den ganzen Tag praktisch Sonne. Denn wenn jene auf dem jetzigen Spielplatz verschwindet, wird es sogleich auch merklich kühler. Ein zusätzlicher Weg führt zu den Angeboten, die für alle Altersgruppen ausgelegt sind. „Sowohl quantitativ als auch qualitativ werden diese weitaus größer und eben auch generationsübergreifend sein“, betont Dr. Lehmann und deutet auf die Ideenskizze. Spielgeräte für klein aber auch für jeden, der Spaß an Bewegung hat, werden hier installiert und soweit möglich, auch die bereits vorhandenen mit integriert bzw. wenn nicht machbar, dann auf andere Spielplätze umgesetzt. Drehbare Liegen laden zum Verweilen wie weiterhin auch die Wiese. Die Gestaltungsskizze dieses Landschaftsarchitekturbüros sei am vielseitigsten und flexibelsten hinsichtlich einer besseren Nutzung der Wiese. So plane man zudem die Schaffung eines E-Anschlusses, damit hier auch die eine oder andere Veranstaltung wieder stattfinden kann. Allerdings wird sich deren Zahl auf zwei bis drei im Jahr beschränken, damit die Wiese nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen werde.

Einbezogen in die Freiflächennutzung werden soll auch die Stepenitz. Bänke mit umklappbaren Lehnen, denkbar wäre beispielsweise auch noch ein Bootsanleger.

Über die weitere Ausgestaltung werde man jetzt mit dem Büro sprechen, so Dr. Lehmann. So gebe es auch die Idee, die Verrohrung des Grabens mittels einer Sandfläche, die einem trockengelegten Bachbett gleicht, nachzuempfinden. Dazu bedarf es aber auch der Abstimmung mit dem Naturschutz.

Fest stehe, der Baubestand werde erhalten und wenn erforderlich noch ergänzt. Geplant sind zudem kleine sogenannte Gräserkabinette, um die Vielfalt der Vegetation hier zu verdeutlichen. Wege, soweit erforderlich, werden befestigt, aber nicht mit Beton, Kreuzungsbereiche wie an der Brücke am Wallgebäude aufgepflastert, damit der Untergrund nicht sofort zerfahren wird von der Technik, die hier zur Pflege im Einsatz ist. Auch die Beleuchtung wird grundlegend erneuert. LED steht fest, aber welche Gestalt die Lampen haben werden, darüber wird noch zu reden sein.

Im Herbst soll die planerische Gestaltung erfolgen, im April nächsten Jahren könne es dann an die Umsetzung gehen. Die Fertigstellung ist für 2017 anvisiert.  

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